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Ausstellung über Kunst und Strafrecht an der Viadrina

Meerjungfrau mit Burka

Ausstellung "Kunst und Strafrecht": Student Max Ullrich, Professor Uwe Scheffler, Studentin Christin Toepler und Dr. Dela-Madeleine Halecker (v. l.) bei der Eröffnung.
Ausstellung "Kunst und Strafrecht": Student Max Ullrich, Professor Uwe Scheffler, Studentin Christin Toepler und Dr. Dela-Madeleine Halecker (v. l.) bei der Eröffnung. © Foto: Michael Benk
Frauke Adesiyan / 23.10.2013, 06:28 Uhr
Frankfurt (MOZ) Kann sich ein nackter Stadionflitzer auf Kunstfreiheit berufen? Ist der Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllt, wenn der Kopenhagener Meerjungfrau eine schwarze Burka angelegt wird?

Das sind einige der Fragen, der die aktuelle Ausstellung "Kunst und Strafrecht" an der Europa-Universität Viadrina auf den Grund geht. Auf elf Tafeln zeigt sie anhand von 20 bebilderten und kommentierten Fällen, was passiert, wenn Kunst und Strafrecht aufeinandertreffen. Eröffnet wurde die Schau mit einer Vernissage vor der Bibliothek im Hauptgebäude der Europa-Universität in der Großen Scharrnstraße am Montagabend.

Einer der dokumentierten Fälle ist der des niederländischen Malers und genialen Kunstfälschers Han van Meegeren. Ihm drohte wegen des Vorwurfs der Kollaboration die Todesstrafe. Er hatte dem nationalsozialistischen Reichsmarschall Hermann Göring ein vom ihm gemaltes Bild als angebliches Werk des großen holländischen Barockmalers Jan Vermeer van Delft veräußert. Doch die Strafverfolgungsbehörden schenkten dem Geständnis van Meegerens keinen Glauben. Und so malte der Kunstfälscher in der Untersuchungshaft binnen weniger Wochen ein weiteres Bild im Stile Vermeers und vermochte schließlich mit der eigenen Entlarvung als Kunstfälscher seinen Kopf zu retten.

Die Ausstellung "Kunst und Strafrecht" ist Ergebnis jahrelanger Forschungs- und Recherchearbeit des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie an der Europa-Universität Viadrina.

Lehrstuhlinhaber Professor Scheffler lehrt an der Juristischen Fakultät der Viadrina und im postgradualen Studiengang "Schutz europäischer Kulturgüter" am Collegium Polonicum in Slubice.

Die Ausstellung ist zu sehen montags bis freitags, 9 bis 21 Uhr, samstags 9 bis 18 Uhr und sonntags 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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