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Müncheberg beantragt Fördergeld für historische Trebnitzer Anlage / Partner in Witnica unterstützen

Planung für frühere Park-Perle

Gabriele Rataj / 24.10.2013, 07:28 Uhr
Trebnitz (MOZ) Müncheberg steht zum Gutspark am Schloss Trebnitz. Das haben die Stadtverordneten jüngst einhellig unterstrichen. Sie beauftragten die Verwaltung, einen entsprechenden Fördermittelantrag zu stellen und bei Zusage den Eigenanteil zu tragen.

Mit der Parkanlage am Schloss Trebnitz verfügt die Stadt über ein Kleinod. Nicht auf den ersten Blick und auch nicht jedermann sieht ihm das heute an. Es gilt eher, diesen Schatz - die Anlage zählte eingangs des 18. Jahrhunderts zu den botanisch wertvollsten Parks in Preußen - zu heben und zu polieren.

Der zur vergangenen Stadtverordnetensitzung einstimmig gefasste Beschluss geht in diese Richtung. Der Park liegt im Eigentum der Kommune. Bewirbt sich die Stadt um eine Förderung aus dem operationellen Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Brandenburg-Polen 2009-2013 (Interreg), könnte eine fachgerechte Planung zur Wiedererweckung dieses interessanten Gutsparks finanziert werden.

Dabei muss keineswegs beim Punkt null begonnen werden. Schon 2005 waren über den Ortsteil Anträge zur Sanierung des denkmalgeschützten Objektes gestellt worden. 2010 bescheinigte diesem das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege einen besonderen gartenhistorischen und gartenwissenschaftlichen Stellenwert.

Aus dem Jahr 1995 gar stammt eine Diplomarbeit, die in Form eines gartendenkmalpflegerischen Gutachtens angelegt war, anschließend aber in Schubladen verschwunden war. Nach dem Start des brandenburgischen Dorfhelden-Projektes 2011 hatten sich 2012 im Ortsteil Trebnitz auch garten- und pflanzenverrückte Bürger als Parkhelden zusammengefunden, um das Erbe des Rittmeisters von Ziethen nicht weiter sich selbst zu überlassen.

Doch mit der Kraft der Arme, zu Einsätzen, 48-Stunden-Aktionen und mit visionären Ideen allein kann der Dornröschenschlaf für das Areal, auf dem einst hoch angesehene Botaniker 3000 ansässige Pflanzensippen - darunter einen echten Tulpenbaum - bejubelten, nicht beendet werden. Dazu wird eine fundierte Planung als Grundlage weiterer Entscheidungen benötigt, deren Kosten auf 50 000 Euro beziffert werden. Deren Ziel soll es sein, den Gutspark als historisch wertvolles Objekt, als Erholungsort und naturnahe Bildungsstätte einschließlich Naturlehrpfad sowie touristisches Ziel erleb- und nutzbar zu machen.

Rücklaufmittel aus der zu Ende gehenden Interreg-Förderperiode werden avisiert. Die Zusammenarbeit mit einem polnischen Partner muss auch nicht konstruiert werden. Sie basiert auf den bestehenden Beziehungen Münchebergs zum polnischen Witnica. Die Planung für dessen historisch bedeutsame Parkanlage aber ist weitgehend abgeschlossen. Einen adäquaten Stand in Trebnitz zu erreichen, wird von Witnica zudem vorbehaltlos unterstützt, ist der Begründung zur Beschlussvorlage zu entnehmen.

Gesetzt den Fall, dass eine 85-prozentige Förderunterstützung zustande käme, beliefe sich der Eigenanteil der Stadt auf 7500 Euro. Das könne aus zusätzlichen Erträgen aus den Konzessionsabgabe-Zahlungen Gas der EWE Netz GmbH getragen werden, heißt es seitens der Verwaltung. Bis zu einer Bewilligung der Fördermittel würden diese Haushaltsmittel allerdings gesperrt bleiben.

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