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Mehrheit der Wortmeldungen auf Finower Einwohnerversammlung pro Ausbau

Punktsieg für "Barnimer Handelsstraße"

Sven Klamann / 24.10.2013, 21:41 Uhr
Eberswalde/Biesenthal (MOZ) Hätten die zur Einwohnerversammlung erschienenen 200 Finower direkt über den Ausbau der Biesenthaler Straße, der sogenannten Telekomstraße, entscheiden können, wäre die Investition mit klarer Mehrheit beschlossen worden. Und doch sehen sich auch die Gegner des Vorhabens bestätigt.

Nach dem Fazit der aktuellen verkehrsplanerischen Studie wäre ein Ausbau der Biesenthaler Straße für den Autoverkehr aus wirtschaftlichen und verkehrlichen Erwägungen heraus wenig sinnvoll, informierte ein Mitarbeiter des Eberswalder Rathauses. Der Vergleich von vier Varianten - dem endgültigen Aus für die Strecke, dem Ausbau zur Ortsverbindungs-, zur Fahrradstraße oder zu einem Radweg - lässt laut Stadtentwicklungsamt nur eine Option zu: einen Radweg. Der könnte auf zweierlei Weise entstehen: durch einen komfortablen Neubau, der etwas mehr als fünf Millionen Euro kosten würde, oder durch einen moderaten Lückenschluss, der für knapp 1,5 Millionen Euro zu haben wäre. In beiden Fällen, heißt es aus dem Rathaus, dürfte es mit der unverzichtbaren Genehmigung zum Artenschutz kaum Probleme geben. Ganz im Gegenteil zur Ortsverbindungsstraße, die laut Studie noch dazu fast zehn Millionen Euro verschlingen würde.

Als Sprecher der Unternehmer-Initiative "Pro Barnimer Handelsstraße" trat der Rüdnitzer Holger Kalinka ans Mikrofon, der auf dem Flugplatz eine Firma betreibt. Er verwies auf den Flugplatz, der sich erfolgreich entwickele, in diesem Jahr bereits 7000 Flugbewegungen zu verzeichnen habe, aber unbedingt eine bessere Anbindung ans Straßennetz brauche. Und er sprach die Unterschriftensammlung für den Ausbau der an, an der sich bislang 220 Vertreter von Unternehmen und 250 Einwohner beteiligt hätten. "Eine auch von Autos nutzbare Fahrradstraße müsste doch zu machen sein", sagte er. Für den Unternehmer Dietmar Ortel war wichtig, dass die Stadtpolitik Visionen entwickeln und verwirklichen müsse. Die von der Stadt vorgelegte Studie sollte erst bewertet werden, wenn die Fördergelder bewilligt seien, die im Bundesverkehrswegeplan für die Sanierung und Wiederherstellung von bestehenden Straßenverbindungen abgerufen werden könnten.

Der Finower Helmut Adams zweifelte die Aussagen der Studie zu den Umweltauswirkungen an. "Die Natur, die heute als so überaus schützenswert gilt, hat 40 Jahre sowjetische Besatzung verkraftet, da wird sie es auch vertragen, wenn die Straße vernünftig wiederhergestellt wird", sagte er.

Für die Bürgerinitiative gegen den Ausbau erklärte Alexa Reimann, dass die verkehrsplanerische Untersuchung der Stadt das erwartete Ergebnis gebracht habe. Abgesehen von allen ökologischen Bedenken stehe fest, dass die Investition wirtschaftlich nicht vertretbar sei.

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