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Freienwalder Musiker reisen mit Landesjugendblasorchester nach Namibia

Geben und Nehmen

Das Landesjugendblasorchester unter der Leitung von Endrik Salewski (l.) wird im Garten der deutschen Botschaft in Windhoek von Botschafter Onno Hückmann und seiner Frau (M.) begrüßt.
Das Landesjugendblasorchester unter der Leitung von Endrik Salewski (l.) wird im Garten der deutschen Botschaft in Windhoek von Botschafter Onno Hückmann und seiner Frau (M.) begrüßt. © Foto: privat
Steffen Göttmann / 02.11.2013, 08:00 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Mit vielen Eindrücken im Gepäck ist das Landesjugendblasorchester unter der Leitung von Endrik Salewski nach einer zweiwöchigen Konzertreise durch Namibia wieder zu Hause eingetroffen. Von 60 Mitgliedern sind 23 aus Bad Freienwalde.

Die auf der Reise entstandenen Fotos zeigen freundliche Menschen, wilde Tiere und eindrucksvolle Landschaften. "Das war ein einzigartiges Projekt, so etwas in dieser Größenordnung hatten wir noch nie", schwärmt Susanne Mette. Das Organisationstalent aus Bad Freienwalde, das sowohl im Jugendorchester wie auch im Landesjugendblasorchester mitspielt, hielt auch bei dieser Reise die Fäden in der Hand.

Anfang Oktober reiste das Landesjugendblasorchester versetzt an zwei Tagen nach Afrika. Über London und Johannesburg flogen die jungen Musiker nach Windhoek, der Hauptstadt von Namibia. Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am 3. Oktober hatte der deutsche Botschafter Onno Hückmann die 60 Musiker unter der Leitung von Endrik Salewski zu einem Empfang in seine Residenz eingeladen, berichtete Philipp Mettner, Musiker aus Fürstenwalde.

Vor 450 Gästen spielte das Ensemble neben einigen Stücken aus seinem Repertoire auch die Nationalhymnen beider Länder. Der Botschafter habe in seiner Ansprache die engen Beziehungen beider Länder hervorgehoben, berichtete Philipp Mettner. Diese begründen sich darin, dass das heutige Namibia von 1884 bis zum Ersten Weltkrieges deutsche Kolonie war. Immer wieder stießen die Musiker auf die Spuren der deutschen Kolonialherren, beispielsweise Häuser und Kirchen. Weitere Konzerte gab der Klangkörper in Otijwarongo für regionale Farmer und die einheimische Bevölkerung und Swakopmund. "Wir besuchten die Cheeta-Foundation, eine Forschungsfarm für Geparden, die leider in den vergangenen Tagen abgebrannt ist", berichtete Susanne Mette.

Berührt hat die jungen Musiker aus Brandenburg ein Auftritt bei der Omibili-Stiftung nahe Tsumeb. Davon berichtete Laura Patz aus Bad Freienwalde. "The day comes, the day gives" steht auf den Faltblättern der Stiftung. Für die 60 Jugendlichen stand der Ausflug dorthin ebenfalls unter dem Motto, das übersetzt "Geben und Nehmen" bedeutet. "Als Dank für eine aufschlussreiche Führung durch Gärten, Schulen sowie Schlaf- und Speisesäle des 1989 gegründeten Integrationsprojektes für die Kinder und Erwachsenen des San-Stammes spielte das Auswahlorchester ein Konzert für Schulkinder", berichtet Laura Patz.

In der Gemeinschaftshalle erklangen typisch afrikanische Melodien, als auch deutsche und internationale Titel wie Blood, Sweat & Tears oder Strauss' Einzugsmarsch." Auch die San-Kinder beeindruckten die deutsche Reisegruppe mit einstudierten Lieder. Der Tag in Omibili diente dem Kulturaustausch. Die Musiker aus Bad Freienwalde, Beeskow, Fürstenwalde, Cottbus und Berlin bekamen Einblicke in das Leben und den Alltag des San-Volkes. "Für die Omibili-Schüler gab es eine Prise europäischer Kultur", erklärt Laura Patz. Als emotionalen Höhepunkt wertete sie es, dass San-Kinder und das Orchester das Lied "Ti ma ma sa ta ge" gemeinsam spielten.

"Wir wollten eigentlich in Familien untergebracht werden", berichtete Susanne Mette. Dies klappte aber nicht, weil die Schulkinder gerade Prüfungen hatten. So waren die jungen Leute in Lodges unterschiedlicher Ausstattung untergebracht. Die Verständigung klappte gut. Gesprochen werde in Namibia Englisch, Deutsch und Afrikaans - Kolonial-Holländisch, eine der Amtssprachen in Südafrika.

Ermöglicht hat die Reise Professor Martin Neumann, Präsident des Landesblasmusikverbandes, der das Orchester begleitete. Zu den Sponsoren zähle das Goethe-Institut, Stiftungen und große Unternehmen, erklärte Susanne Mette.

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