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Ministerin Kunst: Balance zwischen Denkmalschutz und Geldmangel

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst: Denkmalschutz darf  trotz zunehmender finanzieller Probleme nicht stiefmütterlich behandelt werden.
Wissenschaftsministerin Sabine Kunst: Denkmalschutz darf trotz zunehmender finanzieller Probleme nicht stiefmütterlich behandelt werden. © Foto: dpa
14.11.2013, 09:14 Uhr
Potsdam (DPA) Die Haushaltspläne von Ländern und Kommunen sind zunehmend enger gestrickt. Ausgaben müssen auf den Prüfstand. Kann sich Deutschland in Zukunft noch Denkmalschutz leisten?

Denkmalschutz darf in Deutschland aus Sicht der neuen Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Sabine Kunst, trotz zunehmender finanzieller Probleme nicht stiefmütterlich behandelt werden. Das sagte Kunst, die auch Kulturministerin in Brandenburg ist und seit 1. Oktober das Nationalkomitee anführt, in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Frage: Warum müssen wir uns für Denkmalschutz einsetzen?

Antwort: Wenn wir es uns nicht mehr "leisten", unser Kulturerbe zu bewahren, dann rauben wir nachfolgenden Generationen ihre Chancen, eine eigene Kultur zu entwickeln. Nur wer sich seiner eigenen Kultur sicher ist und weiß, wo er herkommt und wo er steht, ist aufgeschlossen gegenüber anderen Kulturen.

Frage: Drohen Verluste?

Antwort: Wir haben gegenwärtig die etwas paradoxe Situation, dass die Menschen zwar Wert auf Denkmalschutz und -pflege legen und die Finanzen dafür knapp sind. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte darf aber nicht reflexartig zur Reduzierung der Denkmalmittel führen. Jeder hier investierte Fördermittel-Euro löst ein Mehrfaches an Folgeinvestitionen aus. Trotzdem werden wir auch in Zukunft - wie schon in der Vergangenheit - nicht jedes Denkmal halten können.

Frage: Was sind derzeit die drängendsten Probleme?

Antwort: Die aktuellen Aufgaben ergeben sich durch Stichworte wie demografischer Wandel, Zuwanderung, Energiewende, Zuzug in die Städte und Wegzug aus den ländlichen Regionen. Mit etwas mehr als eine Million Baudenkmalen in Deutschland ist nur ein sehr geringer Teil des Bestandes überhaupt denkmalgeschützt. Es gibt zahlreiche Prestigeprojekte. Doch was ist mit den vielen denkmalgeschützten Objekten auf dem flachen Lande, die aus Geldmangel zunehmend verfallen?

Frage: Denkmalschutz ist Ländersache. Sollte daran etwas geändert werden?

Antwort: Die kulturelle Vielfalt, die sich in den Denkmalen widerspiegelt, lässt sich durch die Behörden der Länder zielgerichtet betreuen. Ich bezweifle ernsthaft, dass eine zentrale Bundesbehörde die Aufgaben der Denkmalpflege effektiver erfüllen könnte.

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