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Deutsch-polnische Konferenz in Eisenhüttenstadt / Flussausbau für Bund kein Thema

Chancen für Oderschifffahrt

Andrang: Am 24. Oktober legte das Fahrgastschiff "Zefir" erstmals in Eisenhüttenstadt zu Oderrundfahrten ab.
Andrang: Am 24. Oktober legte das Fahrgastschiff "Zefir" erstmals in Eisenhüttenstadt zu Oderrundfahrten ab. © Foto: MOZ
Frank Groneberg / 15.11.2013, 07:13 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Möglichkeiten einer Stärkung der Schifffahrt auf der Oder waren Thema einer deutsch-polnischen Konferenz am Donnerstag in der Kleinen Bühne.

"Die Oder - grenzenloser Wassertourismus", war die Konferenz, an der etwa 50 Vertreter von Behörden und Institutionen aus Deutschland und Polen teilnahmen, überschrieben. Doch in der Kleinen Bühne neben dem Friedrich-Wolf-Theater, dem Veranstaltungsort, ging es nicht nur um den Tourismus, sondern vor allem um Chancen für eine Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten für die Binnenschifffahrt.

"Ich kann mich an Zeiten erinnern, da auf der Oder jährlich 15 Millionen Tonnen Güter transportiert wurden", erklärte Jan Pys, Direktor des Schifffahrtsamtes in Wroclaw. "Heute freuen wir uns schon über Kleinigkeiten." Er nahm damit Bezug auf das von der Europäischen Union geförderte Projekt "Die Oder für Touristen 2014", mit dem unter anderem der Bau und der Betrieb zweier Fahrgastschiffe auf der Oder zwischen Glogow und Slubice gefördert wurden und werden. Gleichwohl habe die Oder heute als Transportweg für Güter eine weitaus geringere Bedeutung als noch vor 20 Jahren.

Immer wieder wurde deutlich, dass es für einen Ausbau der Oder derzeit keine Chancen gibt. "Für die Schaffung stabiler Schifffahrtsbedingungen ist ein Ausbau notwendig - aber das ist kein Thema, jedenfalls nicht auf deutscher Seite", stellte Hans-Jürgen Heymann, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde (WSA), fest. Von Seiten des Bundes seien keine Aktivitäten zu erwarten, die Oder gelte lediglich als "sonstige Wasserstraße".

Dabei seien Investitionen dringend nötig, vor allem wegen der schwankenden Wasserstände. Das einzige, was derzeit möglich sei, seien Maßnahmen zur Stromregelung wie die Errichtung von Staustufen oder die Instandsetzung und der Neubau von Buhnen. "Dafür ist eine deutsch-polnische Stromregelungskonzeption nötig", betonte Hans-Jürgen Heymann. Es müsse sichergestellt sein, "dass Maßnahmen an dem einen Oderufer nicht durch Baumaßnahmen an dem anderen Oderufer konterkariert werden".

Ryszard Galla, Abgeordneter des polnischen Parlaments Sejm, warb für die Akquirierung von EU-Mitteln. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass in der neuen Förderperiode ab 2014 alle Maßnahmen für die Verbesserung der Schiffbarkeit der Oder umgesetzt werden", sagte er. Diese Maßnahmen seien von einer Initiative der Marschälle mehrerer polnischer Wojewodschaften mit dem Titel "Polska Zachodnia 2020" (Westpolen 2020) aufgelistet worden. "Damit ist der erste Schritt gemacht. Ich hoffe nur, dass das Programm so umgesetzt wird, dass wir nicht noch 2030 von der Initiative 2020 reden", erklärte Ryszard Galla.

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