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Rockstädt-Mies hofft auf Investoren für getgoods am Standort Frankfurt

Firmenchef gibt sich kämpferisch

Hofft: "Aus Schwäche kann eine riesige Stärke entstehen", sagt getgoods-Chef Markus Rockstädt-Mies
Hofft: "Aus Schwäche kann eine riesige Stärke entstehen", sagt getgoods-Chef Markus Rockstädt-Mies © Foto: MOZ/Dietrich Stulpe
Martin Stralau / 18.11.2013, 20:48 Uhr
Frankfurt (MOZ) Das Unternehmen getgoods kommt nicht zur Ruhe. Nach Stellung des Insolvenzantrags durchsuchte jetzt die Staatsanwaltschaft die Firmenstandorte und das Privathaus von getgoods-Chef Markus Rockstädt-Mies. Dieser glaubt trotzdem, dass die Firma gerettet werden kann.

Markus Rockstädt-Mies sagte im Gespräch mit dem Stadtboten, sein Unternehmen und die Mitarbeiter bräuchten jetzt vor allem Ruhe. Er hoffe, dass die aktuellen Geschehnisse keine Investoren abschrecken. "Wir wollen kein zweites First Solar erleben und getgoods weiter am Standort Frankfurt (Oder) haben", betonte er.

Nach der getgoods.de Vertriebs GmbH in der vergangenen Woche hatte am Montag auch die getgoods.de AG Insolvenzantrag beim Frankfurter Amtsgericht gestellt. Ebenfalls am Montag wurden die beiden Firmenstandorte sowie das Privathaus des Unternehmenschefs durchsucht, weil getgoods Handys verkauft haben soll, die nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Frankfurt im Besitz des Unternehmens Brightstare waren. Rockstädt-Mies wies diese Vorwürfe zurück. Er wolle sich jetzt zunächst um die Gespräche mit den Investoren kümmern. Die Gespräche führe er selbst. Gerüchte, wonach er als Vorstandsvorsitzender beurlaubt worden sei, seien falsch.

"Es gibt Investoren, die ein großes Interesse an uns haben. In den Gesprächen wollen wir schnell zusehen, dass wir den Standort Frankfurt sichern können. Dann werden wir uns auch um die anderen Themen kümmern. Da haben wir viel zu analysieren und aufzuarbeiten", sagte er. Im Gegenzug kündigte Rockstädt-Mies eine Schadenersatzanzeige seines Unternehmens an. Gegen wen die sich richtet, ließ er offen. "Wir prüfen das gerade. Ich denke, dass das in den nächsten zwei bis drei Wochen passiert. Das hängt natürlich auch davon ab, wie die Ermittlungen gegen uns laufen", sagte Rockstädt-Mies.

Dazu, welche Auswirkungen die Insolvenz von getgoods auf die Sponsorentätigkeit hat - das Unternehmen ist unter anderem Hauptsponsor des 1. FC Frankfurt - wollte sich Rockstädt-Mies nicht weiter äußern. "Das ist nicht meine Aufgabe, sondern die des Vereins-Schatzmeisters und des -Präsidenten. Ganz ehrlich gesagt ist das auch das kleinste Problem, was ich derzeit habe. Außerdem werde nicht ich darüber entscheiden. Das wird der neue Investor machen."

Was die Marktchancen von getgoods angeht, zeigt sich Rockstädt-Mies optimistisch. "Für das Unternehmen sehe ich die gleichen guten Perspektiven, wie noch vor einigen Wochen. Wir haben einen sensationellen Shop, der ein tolles Design hat. Die Mitarbeiter haben super Arbeit geleistet. Wenn wir das weiter fortführen und Gas geben, sind wir schnell wieder dort, wo wir waren." Aus einer Schwäche könne auch eine riesige Stärke entstehen.

Überrascht hätten ihn die verhältnismäßig positiven Reaktionen der Frankfurter Politik und einiger Bürger auf die Pleite. "Die hätten ja auch alle auf uns draufschlagen können. Das haben sie nicht getan. Wir haben eine unglaublich positive Resonanz aus der Stadt bekommen." Auch einige Menschen auf der Straße seien zu ihm gekommen und hätten gesagt, das Unternehmen packe es. "Das hat mich sehr gefreut", sagte Rockstädt Mies.

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Maxe 19.11.2013 - 18:13:47

@ Aktionär; in Frankfurt nicht mehr

Fast alles richtig, was Sie da so sagen. Es hat allerdings niemand Aktionäre mal grundsätzlich "verdammt". Es wurde schlicht darauf hingewiesen, dass dies nicht umsonst RISIKOkapital heisst. Es gibt eine entsprechend grosse Vergütung und dann muss ich in Kauf nehmen, dass auch mal ein fauler Apfel dabei sein kann oder eben nicht mitspielen. Jeder konnte über das Geschäftsmodel von GG Bescheid wissen und seine Schlüsse ziehen. Im Übrigen gehen auch junge, innovative Firmen pleite, wenn sie kaufmännisch nicht richtig geführt werden.

na hallo 19.11.2013 - 17:49:07

Na ja

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Oder war es anders rum? Na ja da tun ein nur die lieben Türklopfer leid. Die müßen sich nach einen neuen Geldgeber umschauen. Aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Die Anleger die auf den schnellen EURO hoften, tun mir nicht Leid. Weil leider immer zu Ihren gunsten Arbeitnehmer entlassen wurden. (Rendiete , oder sowas?) Na ja, man kann ja ne neue AG gründen. Vieleicht hat man ja aus den Fehlern gelernt. Aber es stellt sich immer wieder raus, dass nur das schnelle Geld zähl. Der Anfang war Gut, nur das Ergebnis war schlecht. MfG

hier geboren 19.11.2013 - 15:12:04

media markt

Jetzt kann ja der Media Markt ins Südringcenter ziehen. Denn Herr De...ng braucht ja nun nicht mehr bei seinem Vereinskumpel und Herrchen zu gehorchen und Männchen machen.

Aktionär; in Frankfurt nicht mehr 19.11.2013 - 09:54:20

@ Nicht Aktionär

Nennt man Risikokapital geben. Ohne Risikokapital haben junge,dynaschische, innovative Firmen fast keine Chance. Wachstum und Entwicklung, erst recht "Wohlstand" sind ohne dies nicht möglich. Nur, diese Firma war niemals innovativ. Sie spielte Trittbrettfahrer in einem scheinbaren Wachstumsmarkt(siehe Baumarktketten). Weshalb die MOZ und der Frankfurter OB einen anderen Eindruck in der Öffentlichkeit propagierten bleibt zu klären. Unterstützung zu Anlagebetrug, Unwissenheit, Gutgläubigkeit, .. Es bleibt der riesige Schaden für junge, innovative Firmen, welche nunmehr noch schwieriger an Risikokapital kommen. Ohne dieses Aktionäre und Investoren würde der Wirtschaftskreislauf nicht funktionieren. Daher sind Aktionäre nicht zu verdammen, aber OB,s , Kommunalpolitiker, Wirtschaftsredaktionen die den Vorgang bei GG verklären und die Bedeutung verkennen.

lupo 19.11.2013 - 07:36:52

Mehr als merkwürdig

Erst hieß es, die Nichtbedienung eines Kredites von 1,2 Mio sei Ursache des Insolvenzantrages und nun taucht eine bereits seit Mittwoch der Staatsanwaltschaft vorliegende Anzeige wegen Unterschlagung auf. Eine Anzeige, die also vor Insolvenzantragstellung bereits vor lag. Egal wie die Sache am Ende aus geht, sie ist ein gutes Lehrstück wie man schnell auf anderer Leute Kosten zu Geld kommt.

CEO 19.11.2013 - 05:44:34

Jetzt wissen wir, wozu Controlling gut ist ...

... und was mit Leuten passiert, die ein zu großes Rad drehen. Wann erlebt Frankfurt (Oder) endlich mal eine wirtschaftliche Erfolgsge-schichte? Was auffällt: zweitgrößter Aktionär der AG und Geschäftsführer der get- goods.de Vertriebs GmbH ist nun ausgerechnet ein Frankfurter Fachan- walt für Insolvenzrecht. Die Sachkunde für das Insolvenzrecht ist also gesichert, aber die kaufmännische und Controlling-Kompetenz eher in Frage gestellt. Welcher Investor soll nun einsteigen? Ich bin gespannt.

Greifvogel 18.11.2013 - 23:45:43

Antwort der redaktion

Vielleicht hätte mal im Interview gefragt werden sollen, wo das ganze Geld hingekommen ist. Auf jeden Fall nicht in Expansion. Und die 50 Mios dürften nur das kleine Sahnhäubchen auf dem Cappucino sein. Wozu dann eine Wirtschaftsredaktion?

Hajo Zenker 18.11.2013 - 23:03:03

Edel ist die MOZ

@H.C.F.B wir lesen Nachrichten aus der Finanzwelt, einfach mal das Video mit dem Interview schauen

nicht aktionär 18.11.2013 - 22:25:42

kein Mitleid mit den Aktionären

Wenn ich in aktien investiere, gehe ich ein riskio ein, das weiß jeder 10.klässler, man hat glück oder nicht. Aufregen bringt doch da nichts, selber schuld.

H.C.F.B. 18.11.2013 - 22:10:40

Edel sei die MOZ ...

... blauäugig und blond. Man, ich wusste gar nicht, dass Euch der Verlust Eures Wettersponsors dermaßen an die Nieren geht. Vielleicht sollten Eure Redakteure einfach mal die Meinung der Finanzwelt und der Analysten lesen bevor sie Herrn R.-M. befragen.. Es wird noch einiges hochkommen ... Wetten?

wussi 18.11.2013 - 21:37:30

Schulter Klopfen?

Und was ist mit den ganzen Aktionären und Anleihegläubigern deren Investment vernichtet wurden? Die Dreistigkeit ist kaum zu fassen. Wird wohl Zeit für einige Jahre hinter Gittern, damit der gute Mann zur Besinnung kommt. Anderer Leute Geld verjubeln und dann so tun als ginge ihn das alles nichts an.

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