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Behindertenbeauftragte berichtet / Tatra-Zug soll umgerüstet werden / Rathaus nutzt andere Schrift

Straßenbahn nun fast barrierefrei

Uwe Spranger / 02.12.2013, 19:24 Uhr
Strausberg (MOZ) Strausberg ist auf dem Weg zur behindertenfreundlichen Stadt im zurückliegenden Jahr ein Stück vorangekommen. Die Behindertenbeauftragte Kerstin Wendt berichtete jetzt den Stadtverordneten über die Fortschritte.

Im April hatte die Stadtverordnetenversammlung ein Konzept "barrierefreies Strausberg" und den Beitritt zur Erklärung von Barcelona beschlossen, die inhaltlich in diese Richtung geht. Erster selbst gesetzter Schwerpunkt in dem dazugehörigen Katalog war der öffentliche Personennahverkehr. Der sei so zu gestalten, dass er von allen Bürgern genutzt werden kann, hieß es damals. Die in dem Papier genannte kurzfristigen Maßnahmen seien inzwischen schon "ganz gut erfüllt", bilanzierte Kerstin Wendt. Sie zählte die neuen Flexity-Niederflur-Straßenbahnen auf und die barrierefreie Gestaltung der Haltestellen. Der als drittes Fahrzeug in Strausberg verbleibende Tatra-Zug soll, so eine Ergänzung der Stadtverordneten Christel Kneppenberg (SPD), ebenfalls mit einem tiefen Einstieg ausgerüstet werden, so dass dann nur noch barrierefreie Fahrzeuge unterwegs sein würden. Wie die MOZ auf Nachfrage bei der Strausberger Eisenbahn erfuhr, haben die Vertragsverhandlungen für den Umbau bereits begonnen.

Darüber hinaus zählte die Behindertenbeauftragte aus der Verwaltung "kleinere Sachen" an Rad- und Gehwegen auf. So hat der Kommunalservice Strausberg in den vergangenen Monaten an mehr als ein Dutzend Stellen Borde abgesenkt, die vorher bei Wohngebietsbegehungen aufgefallen waren. Bei Neubauten von Wegen werde zudem darauf geachtet, Blindenleitsysteme einzuarbeiten, erklärte sie. Passiert ist das zum Beispiel im Buchhorst und an der Weinbergstraße.

Weiter führte sie an, dass zur Bundestagswahl im Septemberbei den Wahllokalen auf Barrierefreiheit geachtet wurde. Und in der Stadtverwaltung habe es nach der Bekanntmachung des Beschlusses vom April Vorschläge zur Umgestaltung von Büroräumen gegeben, so dass diese für alle Bürger besser nutzbar werden. Schreiben der Verwaltung werden laut einer Geschäftsanweisung nun in einer besser lesbaren Schrift verfasst. Außerdem soll eine Überarbeitung der Internetseite erfolgen, die um Informationen für Menschen mit Behinderungen ergänzt wird.

Beim Thema Öffentlichkeitsarbeit habe die Arbeitsgruppe Barcelona zudem angeregt, dass die Touristinformation einen speziellen Stadtplan entwirft, der auch Informationen für Menschen mit Handicap enthält. Die Erstauflage mit dem Titel "Stadtplan Strausberg - Eine Stadt für alle" soll voraussichtlich Ende Dezember in der Touristinformation erhältlich sein. Spätere Ergänzungen seien angedacht.

Im kommenden Jahr will die Arbeitsgruppe laut Kerstin Wendt öffentliche Einrichtungen und Gebäude unter die Lupe nehmen. Später werden dann die Themenfelder öffentlicher Verkehrsraum, barrierefreier Wohnraum und zum Schluss soziale und gesellschaftliche Teilhabe sowie Öffentlichkeitsarbeit angepackt.

In der Stadt leben derzeit mehr als 5000 Personen mit einem Behinderungsgrad von über 30 Prozent. Zudem nützt Barrierefreiheit nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern allen Bürgern - insbesondere älteren.Rund ein Viertel der 26 000 Einwohner Strausbergs sind älter als 65 Jahre, und in 20 bis 30 Jahren rechnet man damit, dass es mehr Bürger im Alter zwischen 60 und 80 gibt als in der Altersgruppe zwischen 20 und 40.

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