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Land trickst bei Vergleichsarbeiten

03.12.2013, 10:26 Uhr
Potsdam (hek) Nach verheerenden Resultaten einer landesweiten Vergleichsarbeit im Fach Deutsch hat das Bildungsministerium die Bewertungsmaßstäbe im Nachhinein geändert. Somit fielen die Ergebnisse deutlich besser aus. Der Test wird schon seit längerem kritisiert.

Die Vergleichsarbeit für 19 000 Schüler in den sechsten Klassen sei im November katastrophal ausgefallen, berichten Elternvertreter. Dies hatte zu großem Unmut geführt, denn die Noten gehen zu 20 Prozent in das Halbjahreszeugnis ein, das entscheidend für die Aufnahme an weiterführenden Schulen ist. Auffällig viele hätten beim schriftlichen Test die Noten 5 oder 6 erzielt, sagt Wolfgang Seelbach, Sprecher des Landeselternrats. Dabei stünden die Bewertungskriterien in der Kritik. "Sie sind nicht differenziert genug", meint er.

In der Vorwoche wurden Schulen und Schulämter vom Ministerium über Korrekturen informiert. "Es ist einiges schief gelaufen, die Aufgaben waren zu schwer", räumt Behördensprecherin Antje Grabley ein. Die Vergleichsarbeit, die vom Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) erarbeitet wurde, habe nicht dem Stand der Schüler entsprochen, viele seien in der Halbjahreszensur im Fach deutlich abgerutscht.

Die Landesregierung plant eine Änderung des Schulgesetzes, mit dem die Vergleichsarbeiten für sechste Klassen in Deutsch und Mathematik wegfallen sollen. Wie Sprecherin Grabley berichtet, reichte es nach den neuen Kriterien beispielsweise in einer Aufgabe aus, sechs von acht Wörter korrekt in einen Lückentext einzufügen, um einen Punkt zu erhalten. Im vergangenen Jahr mussten dafür sämtliche acht Wörter richtig genannt werden. Die Lehrer in den Grundschulen seien aufgefordert worden, die neuen Bewertungsmaßstäbe anzuwenden.

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft beklagt, dass Vergleichsarbeiten zwar Stress für Schüler und Mehrarbeit für Lehrer bedeuteten, aber keine Konsequenzen aus schlechten Ergebnissen gezogen werden.

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