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Abgang und Pflastersohle in Biesenthals Burgruine auf dem Schlossberg entdeckt

Mauern geben Geheimnisse preis

Jahrhunderte altes Mauerwerk: Biesenthaler Stadtverordnete nehmen die Burgruine auf dem Schlossberg in Augenschein. Dort sind beim Entfernen des Bewuchses in der Burgruine eine Art Abgang und eine Pflastersohle entdeckt worden.
Jahrhunderte altes Mauerwerk: Biesenthaler Stadtverordnete nehmen die Burgruine auf dem Schlossberg in Augenschein. Dort sind beim Entfernen des Bewuchses in der Burgruine eine Art Abgang und eine Pflastersohle entdeckt worden. © Foto: Micha Winkler
Brigitte Horn / 03.12.2013, 19:57 Uhr
Biesenthal (MOZ) Zur Biesenthaler Burgruine neben dem Schlossbergturm können ganz neue Erkenntnisse erwartet werden. Was bisher lediglich als Fundamentüberbleibsel betrachtet wurde, könnte sich als Rest eines einst repräsentativen Raums der Burg aus der ganz frühen Zeit von Biesenthal herausstellen.

Wer bisher vom Schlossberg herunter blickt, sah in etwa nördlich davon ein relativ kleines Karree aus Natursteinmauerwerk, umwuchert von diversem Grün. Viel höher als einen Meter scheinen die alten Mauern nicht gewesen zu sein und sahen wenig aufregend aus. Das hat sich jetzt grundlegend geändert. Im Zuge der naturtouristischen Erschließung des Schlossbergs ist an diesen Mauern eine Art Abgang entdeckt worden. Damit flammen wieder die Gerüchte um einen Gang vom Schlossberg zur etwa 300 Meter entfernten Kirche wieder auf. Erinnert wurde auch an die Sage von der weißen Frau, die mittags und mitternachts dort erschienen sein soll.

Was aber ist jetzt real zu erwarten? Bei den Arbeiten im Rahmen des EU-Projektes zu ökologischen Sanierung von Einzugsbereichen beiderseits der Oder und der damit verbundenen Entwicklung des sanften Tourismus sind in der Burgruine auf dem Schlossberg die ersten Arbeiten erfolgt. Nach dem Entfernen des Bewuchses in der Ruine, zeigte sich das Mauerwerk der Burgruine viel höher als bisher angenommen. Dort sollen Flüsterwände installiert werden, die über die Geschichte dieses Ursprungsortes von Biesenthal Auskunft geben.

Entdeckt wurde außer dem Abgang auch eine Pflastersohle. Erkennbar ist, wie Jahrhunderte früher schichtweise die Feldsteine vermauert worden sind. Zu sehen sind abgesetzte Kanten, die auf einen repräsentativen Zugang zu dem Raum hindeuten. In der Erde und den Wurzeln sind Münzen aus dem 14. und 16. Jahrhundert sowie alte Scherben entdeckt worden. Man kann jetzt annehmen, dass in 1,20 Metern Tiefe auch ein Boden dieses Raumes zu finden ist, erläutert Biesenthals Bürgermeister André Stahl (Linke) die Situation. Dann hätte man dort einen etwa vier Meter hohen Raum mit einer Ausdehnung von sechs mal zehn Metern.

Will man der Sache im wahrsten Sinne des Worten auf den Grund gehen, würde das aber bedeuten, dass unter archäologischer Begleitung mehrere Kubikmeter Erde herausgeholt werden müssten. Weil das per Hand zu schippen ist, kann das teuer werden. Etwa 15 000 bis 18 000 Euro, sagte Stahl. Um zu einer sachlichen Entscheidung zu kommen, hatte er am Wochenende die Stadtverordneten an den geschichtlichen Ort geladen. Die zeigten sich sichtlich beeindruckt. "Wenn wir das jetzt nicht anfassen, wird es vielleicht nie etwas. Es wäre ein Frevel, es nicht zu tun", befürwortete der Vorsitzende des Bauausschusses Andreas Jahn aus der Fraktion CDU/BfB/FDP/ProDanewitz das Vorhaben. Auch René Hackl (Linke) sah das positiv. "Wir müssen das unbedingt machen", war er sich mit den anderen Stadtverordneten einig. Etwa zehn Vertreter der Stadt waren zu dem Vor-Ort-Termin gekommen. Nun soll in der nächsten Stadtverordnetenversammlung darüber entschieden werden.

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