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Bus pendelt seit einem Jahr über die Grenze

© Foto: Michael Benk
dpa / 07.12.2013, 15:24 Uhr
Frankfurt (Oder) (dpa) Der Linienbus 893 zwischen Frankfurt (Oder) und der Schwesterstadt Slubice ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Seit einem Jahr beförderte er Einwohner beider Orte auf die jeweils andere Seite zum Einkaufen oder Arbeiten, zum Studieren oder Spazierengehen. Schon in den Anfangsmonaten ließen sich täglich zwischen 700 und 800 Fahrgäste ins jeweilige Nachbarland bringen. Über die genauen Zahlen will die Stadt Frankfurt (Oder) in der nächsten Woche informieren. Einen genauen Termin gibt es noch nicht.

Die Busverbindung gilt als Kompromiss, geplant war eine Straßenbahn. Doch gegen diese sprachen sich die Frankfurter in einem Bürgervotum aus. Die Buslinie wird von der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt betrieben. Jährlich kommen auf Frankfurt (Oder) rund 130 000 Euro Kosten zu, auf Slubice 30 000 Euro.

Vor dem Zweiten Weltkrieg fuhr in Frankfurt (Oder) seit 1889 eine Straßenbahn über die Oder in die damalige Dammvorstadt, das heutige Slubice. Nach dem Krieg wurde die Stadt geteilt und auch diese Verbindung gekappt. Der Fluss bildete die Staatsgrenze.

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Froonk22 09.12.2013 - 12:29:06

Nur Bares ist Wahres

Zitat: "Über die genauen Zahlen will die Stadt Frankfurt (Oder) in der nächsten Woche informieren." Ob wir erfahren wieviel Fahrscheine zusätzlich verkauft wurden? Die Angabe der Fahrgastzahlen befriedigt sicherlich einige Stastiker und erfreut die Slubfurtzer, aber gibt es einen ECHTEN Zuwachs? Für die, mit dem Zug ankommenden, PolenMarkt-Besucher ist der Bus bequem, bringt keine zusätzlichen Einnahmen (VBB-Ticket). Die Frankfurter Senioren brauchen nicht über die Brücke laufen und werden der Möglichkeit beraubt etwas für die Gesundheit zutun (Frankfurter Tarifbereich). Der Betrag, der für die Damen und Herren von der Uni gezaht wird, ist nicht der Rede wert. Noch einmal konkret gefragt: Was kostet uns der Bus monatlich/Jahr und welche zusätzlichen Einnahmen gibt es.

Paul 08.12.2013 - 17:01:35

Dieses Affentheater brauchte nicht

zu sein. 1990 hat Gorbatschow nachweislich angeboten, das Gebiet östlich der Oder zu räumen. Kohl und Genscher haben ihn angebettelt , dies nicht zu tun!!!

Kasia Warzsawa 08.12.2013 - 15:43:36

@der zweite

Der Satzanfang lautet korrekt: "Auch der Massenmörder Hitler trägt die Verantwortung ...", wobei das Wort "AUCH" impliziert, dass Hitler mitverantwortlich ist neben anderen Mitverantwortlichen! Mit dem "AUCH" hat Slawomir Renatus deutlich zum Ausdruck gebracht, dass neben dem Deutsch-Österreicher Hitler auch andere Deutsche für die Folgen der Politik seit 1933 verantwortlich sind und damit für die Teilung Deutschlands und für die Errichtung der Oder-Neiße-Grenze und für die Spaltung Frankfurts. Die deutsche Spaltung wurde 1990 überwunden. Die Spaltung Frankfurts nicht. Daraus resultiert, dass auf dem östlichen Oderufer Frankfurter Politiker & Tram-Befürworter heute nichts mehr zu sagen haben! Dies ist ihnen wohl erst durch das NEIN der Slubicer zum Tram-Projekt richtig bewußt geworden. Eine tragische deutsche & Frankfurter Geschichte ...

der zweite 08.12.2013 - 13:00:14

"der Massenmörder trägt die Verantwortung"

...So ein Humbuck! Wusste gar nicht das das 3. Reich und der 2. Weltkrieg eine Einmann-Aktion waren...

Pawel Lebuda 08.12.2013 - 12:19:38

Lobbyistisches Geschwaffel um Europa

Polen ist aus Berechnung noch nicht einmal bereit den Euro einzuführen. Was soll da diese ständige Platitüde von der grenzüberschreitenden/völkerverbindenden Straßenbahn. Zusammenwachsen wollen weder Polen noch Deutschland. Genau diese Drohungen blockieren den europäischen Gedanken. Fördermittelabschöpfer und subventionierte Aktionskünstler fügen großen Schaden dem europäischen Harmonisierungsprozess, welcher die Beibehaltung nationaler Identifikation beinhaltet zu.

Slawomir Renatus 08.12.2013 - 11:05:08

@jan

Auch der Massenmörder Hitler trägt die Verantwortung dafür, dass heute die Odermitte die gültige Staatsgrenze im Osten Deutschlands ist. Wahrscheinlich wollen Sie diese Wahrheit auch gern verdrängen. Daß bis 1945 eine Straßenbahn über die Oder fuhr, geschah unter ganz anderen Voraussetzungen als es heute der grenzüberschreitende Bus tut. Mich stört ebenfalls diese Art und Weise, wie der Artikelschreiber von "dpa" die Geschichte im Zusammenhang mit der heutigen Buslinie darstellt. Man kommt bei diesem Artikeltext sehr rasch zum Eindruck, dass der Schreiber ein großes Problem hat mit der heutigen Grenze und die Art und Weise, wie öffentlicher Verkehr über der Oder stattfindet! Vor 1945 bedurfte es nur eines Beschlußes in der Stadt Frankfurt für eine Tramlinie, die über die Oder fuhr. Heute bedarf es dazu der Beschlüsse zweier Städte. Eine davon (Slubice) hat sich gegen die Tram entschieden. Die andere Stadt (Frankfurt) hat sich bis auf die Knochen blamiert mit seiner aggresiven Tram-Initiative, bevor die Slubicer NEIN sagten. Über diese Blamage liegt leider immer noch der Mantel des Schweigens und eine offene Rechnung (60.000).

bussi 07.12.2013 - 23:20:29

@jan

"Wenn also, wie Pani Kasia schreibt, das Interesse an einer Tram in Słubice so gering ist - wieso sollte die Stadt dann so viel Geld für ein Gutachten ausgeben?" Das ist Logik ala Viadrina.

jan z prowincji 07.12.2013 - 22:45:08

Bussi für Bussi ...

wir sind uns in dem Punkt doch alle einig: Ich habe den Bus gelobt und geschrieben, dass es mir einerlei ist, womit ich in "Słubfurt" von A nach B komme, Hauptsache schnell und bequem. Mit anderen Worten: "Bus ist doch ok." Wenn also, wie Pani Kasia schreibt, das Interesse an einer Tram in Słubice so gering ist - wieso sollte die Stadt dann so viel Geld für ein Gutachten ausgeben? Außerdem fragen Sie den Falschen. Woher soll ich als Gast aus der Provinz das wissen? Zu Fragen der Lokalpolitik gibt es doch sicher Ansprechpartner in den Kommunalverwaltungen und -parlamenten?! Da ich viel mit deutsch-polnischer Zusammenarbeit in verschiedenen Regionen entlang der Grenze zu tun habe, wundere ich mich jedoch, dass die Vorredner so bemüht versuchen, die Sau Stalin durchs Dorf zu treiben und die allgemein bekannte Existenz der Grenze so krampfhaft hervorheben. Meine Erfahrungen mit den Menschen in Ostbrandenburg und im Lebuser Land, die die Zukunft gemeinsam konstruktiv gestalten wollen, gehen eher in die andere Richtung - hier wird voraus geschaut und gesehen, wie die Herausforderungen der Zukunft am besten gemeinsam bewältigt werden können und die Nachteile der Grenzlage überwunden. Klar, Protektionisten und Erbsenzähler gibt es immer und überall - bloß haben die noch kein Land und keine Region wirklich vorangebracht. Wenn es nach denen ginge, gäbe es auch den Bus über die Oder nicht, zum Leidwesen vieler Frankfurter, Słubicer und ihrer Gäste.

bussi 07.12.2013 - 21:53:34

Bus ist doch ok

Ach Jan, am Lauf der Vergangenheit kann keiner rütteln, auch Sie nicht. Stalin saß damals mit am Tisch, als über Deutschland entschieden wurde. Ob Massenmörder oder nicht. Die damals beschlossenen Grenzen sind Gesetz. Ach Jan, wo bleibt eigentlich der Anteil der Stadt Slubice für das Straßenbahngutachten in Höhe von 60.000 EURO. Ich finde, der Bus ist völlig ok.

jan z prowincji 07.12.2013 - 20:20:45

Ach Kasiu ...

der Massenmörder Stalin hätte in einem Kommentar zur Buslinie doch wirklich nicht auftauchen müssen. Nicht immer auf das Schlimme ... Es wird auf allen Veranstaltungen zur grenzübergreifenden Kooperation immer wieder bekräftigt, dass die Grenze praktisch immer weniger Bedeutung hat, was so von beiden Seiten gewollt ist. Dass sie als administrative Grenze fortbesteht, ist doch eine Selbstverständlichkeit. Statt immer wieder die dunkelsten Kapitel der Vergangenheit zu bemühen, schauen wir besser gemeinsam in die Zukunft und freuen uns in diesem Fall, dass es diese Linie gibt. Ich habe als Besucher von Słubice den Bus vom Bahnhof Frankfurt aus benutzt und empfinde ihn als eine gewaltige Verbesserung gegenüber dem vorherigen Zustand. Ob es nun eine Tram oder einen Bus gibt, ist für mich als Besucher übrigens einerlei, wichtig ist, dass ich in "Słubfurt" schnell und bequem von A nach B komme. Deshalb: Weiterhin viel Erfolg - powodzenia - Frankfurt & Słubice!

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