Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mehr Komfort für Fahrgäste

Annette Herold / 10.12.2013, 05:12 Uhr
Frankfurt (MOZ) Rollstuhlfahrer können künftig einfacher Bus und Bahn nutzen. In Frankfurts Niederflurstraßenbahnen gelangen sie jetzt über Rampen. Mit der Erneuerung der Busflotte stellt sich die SVF außerdem verstärkt auf diese Fahrgast-Gruppe ein. Allen zugute kommen sollen neue elektronische Tickets.

Seit zwei Jahren ist Peter Wilhelm wegen einer Krankheit auf den Rollstuhl angewiesen. Bei gutem Wetter legt der in Nord lebende Mann seine Wege ganz gern damit zurück, doch wenn es kalt oder regnerisch ist, fährt er gern mit Bus oder Straßenbahn. Doch diese Touren sind mit Hindernissen verbunden: Um überhaupt in die Bahn hineinzukommen, war er immer auf Hilfe angewiesen, wie er erzählt.

Die Bedürfnisse von Fahrgästen wie Peter Wilhelm haben die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) veranlasst, für die acht Niederflurstraßenbahnen im Fuhrpark jeweils eine rund 1000 Euro teure Klapprampe anzuschaffen. In Fahrernähe positioniert, ist sie schnell einsatzbereit, wenn ein Fahrgast mit Rollstuhl oder auch Rollator zusteigen will. Wenn auch nicht an jeder Haltestelle nutzbar, wie SVF-Technikchef Hartmut Huwe einschränkend sagt. Wo sich die Haltestelle ohne Bahnsteige in der Fahrbahnmitte befindet, können die Rampen nicht zum Einsatz kommen.

Darauf stellt sich Peter Wilhelm ein, wenn er seine Touren plant. Das muss er ohnehin, die Tatra-Bahnen mit Treppen kann er gar nicht nutzen. Umso mehr kommt ihm entgegen, dass die beiden neuen Busse der SVF über zwei statt wie bisher einen Platz für Rollstühle oder Kinderwagen verfügen.

Die technischen Neuerungen sind Teil der Vorbereitungen der Stadtverkehrsgesellschaft auf die Novelle des Personenbeförderungsgesetzes 2022, mit der Menschen mit Behinderung barrierefreies Reisen ermöglicht werden soll. "Wir gehen das Thema systematisch an", sagt SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann und verweist darauf, dass es mit Rampen nicht getan sein wird. Gebraucht würden auch unter anderem Fahrplanansagen für Fahrgäste, die nicht so gut hören und andere Anzeigesysteme für die mit eingeschränkten Sehfähigkeiten.

Dass sich die Stadt all das kaum ohne finanzielle Hilfe leisten kann, hat der zuständige Beigeordnete Markus Derling (CDU) gerade in der Stadtverordnetenversammlung deutlich gemacht. Auch Michael Ebermann spricht von "der spannenden Frage der Ausfinanzierung".

Einen Schritt weiter ist die SVF bei elektronischen Tickets. Am Montag wurde mit dem Brunnenplatz die letzte Haltestelle mit einer Touch&Travel-Station ausgerüstet, über die Fahrgäste mit Hilfe der gleichnamigen App auf dem Smartphone ihre Fahrt bezahlen können. Dazu loggen sie sich an der Einstiegshaltestelle ein und beim letzten Aussteigen wieder aus.

Schon nutzen können Fahrgäste im Bereich des Verkehrsverbunds die VBB-Fahrcard, die für Stamm-Fahrgäste etwa mit Jahreskarten interessant ist. Vom nächsten Frühjahr an soll zudem das Handy-Ticket Deutschland in Frankfurt verfügbar sein. Kaufen kann es der Fahrgast über die VBB-Fahrinfo im Internet.

Informationen im Internet unter www.vbb-online.de; www.svf-ffo.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG