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Lärchenholz für die Marienkirche

Spezialholz für die Glockenstuben: Am Dienstag wurde eine neue Bauphase für die St.-Marien-Kirche eingeläutet
Spezialholz für die Glockenstuben: Am Dienstag wurde eine neue Bauphase für die St.-Marien-Kirche eingeläutet © Foto: Dietrich Stulpe
Dietrich Stulpe / 10.12.2013, 18:54 Uhr
Frankfurt (MOZ) Am Dienstag wurde in der Frankfurter St.-Marien-Kirche ein neuer Bauabschnitt eingeläutet. Mit der Anlieferung des Spezialholzes beginnen die Arbeiten in den Glockenstuben, bevor am 7. Februar in Innsbruck der Guss der Glocken erfolgen soll.

Pünktlich mit dem Glockenschlag 12 Uhr - allerdings noch in der elektronischen Version - wurde am Dienstag die neue Bauphase der Restaurierung der St.-Marien-Kirche eingeläutet. Projektbegleiter Ulrich-Christian Dinse, Leiter der Unteren Denkmalbehörde, hatte alles bestens vorbereitet, so dass das Spezialholz für die Glockenstühle über einen 40 Meter hohen Mobildrehkran in den Turm von St. Marien gebracht werden konnte. Ein spektakulärer Anblick, der sofort neugierige Passanten anzog, schließlich wiegen die schwersten Holzbalken zirka eine halbe Tonne.

Mit der Vorfertigung der zirka 11,3 Kubikmeter des speziellen Brettschicht-Holzes aus Lärche wurde die Firma Holzbau Weise aus Leubsdorf/Sachsen betraut. Das Holz sei so massiv, dass es das Geläut zirka 300 Jahre tragen kann, informierte Arndt Weise, dessen Firma sich auf Glockenstuhlbau spezialisiert hat.

Im Jahre 1966 wurden nach den starken Brandschäden zu Sicherungszwecken fünf Stahlbetondecken in den Turm eingebaut, die sich als stark sanierungsbedürftig erwiesen. Eine wurde inzwischen ausgebaut. "Als erstes werden jetzt dafür die Deckenbalken eingebaut und darauf die beiden Doppelglockenstühle mit jeweils zwei Glocken errichtet, die sich auf zwei Etagen befinden", erklärt Dinse.

Insgesamt vier Glocken werden den unteren und den etwa zehn Meter darüber befindlichen oberen Holzturm zieren. Am 7. Februar soll dann in Innsbruck der Guss der größten, zirka 5,4 Tonnen schweren Glocke, sowie der mit zirka 2,4 und 1,6 Tonnen beiden leichteren erfolgen. Vervollständigt wird das Glocken-Quartett durch die 4,1 Tonnen schwere historische Glocke aus dem Jahre 1426.

"Am 3. Mai sollen die Glocken eintreffen und in den Turm gehievt werden. Danach werden um sie herum die beiden Glockenstühle gebaut, ehe die Glocken am Pfingstsonnabend in einer feierlichen Zeremonie eingeläutet werden", informiert Dinse.

Die Stadt steuert für die Sanierung im 68 Meter hohen Turm 150 000 Euro bei, während weitere 360 000 Euro aus der erfolgreichen gemeinsamen Spendenaktion mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung "Aus 1 mach 3 - Eine Stimme für St. Marien" für das Geläut hinzukommen.

Zufrieden mit dem Baufortschritt zeigte sich auch Baudezernent Markus Derling, der zugleich versprach, die vielen Frankfurter Spender über den aktuellen Stand der Arbeiten regelmäßig zu informieren. Währenddessen fiebert Pfarrer i. R. Helmuth Labitzke, Vorsitzender des Fördervereins von St. Marien, schon der Einweihung des landesweit größten Geläuts mit der zugleich größten Glocke Brandenburgs entgegen.

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läuten 11.12.2013 - 16:08:13

gloriosa

Zu welchen Anlässen werden diese Glocken läuten? Regemäßige Gottesdienste gibt es in der Marienkirche nicht.

Franziska Hoffmann 11.12.2013 - 11:08:08

Wieso Innsbruck?

Welche Gründe gibt es, außerhalb von Deutschland, weit weg in den Alpen, unsere Frankfurter Grlocken gießen zu lassen? Es gibt doch hier in Deutschland auch einige Glockengießereien, z.B. im nahen Sachsen. Durch die Entfernung zwischen Innsbruck und Frankfurt entstehen sehr hohe Transportkosten. Das Geld könnte man für andere wichtige Projekte in der Marienkirche einsetzen. Ich erwarte öffentliche Aufklärung zu diesen Fragen!

f. stier 11.12.2013 - 06:59:05

Einweihung des landesweit größten Geläuts mit der zugleich größten Glocke Brandenburgs entgegen.

Erstaunlich, dass die sich Potsdam noch nicht unter den Nagel gerissen hat. Ansonsten schön, dass ein Wahrzeichen des alten Frankfurt Stück für Stück wiederersteht.

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