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Musikalischer Saisonabschluss

Christina Schmidt / 16.12.2013, 19:17 Uhr
Wollenberg (MOZ) Viele Kinder öffnen jetzt Tag für Tag ein Türchen ihres Adventskalenders in froher Erwartung, was sich dahinter verbirgt. Die MOZ greift diese Tradition auf, öffnet Türen und erzählt von dem, was dahinter geschieht. Heute: die Feldsteinkirche Wollenberg.

In diesem Jahr haben sich die Türen der Wollenberger Kirche häufig geöffnet. Regelmäßig finden Veranstaltungen statt, die der erst im Frühjahr gegründete Förderverein organisiert. Am Sonnabend feierten die Vereinsmitglieder mit zahlreichen Gästen den Abschluss ihrer erster Saison. Gemeinsam mit der Chorgemeinschaft aus Wriezen, die bereits bei der ersten Veranstaltung Anfang des Jahres für voll besetzte Kirchenbänke gesorgt hatte. "Es schließt sich also ein bisschen ein Kreis", befand Fördervereinsvorsitzender Siegfried Zschärlich. Er freut sich über das rege Interesse der Besucher, da sie die intakte Dorfgemeinschaft repräsentieren - und weil der Verein damit die Notwendigkeit einer Sanierung der Kirche dokumentieren kann. Denn nur wenn die Kirche auch kulturell als Dorfmittelpunkt akzeptiert ist, könnten Mittel für eine Instandsetzung bereitgestellt werden.

Bei vielen Gästen bleibt der Blick nämlich nicht an der Kirchentür oder dem Inneren stehen. Sie blicken auch von außen auf die Kirche. Und in die Höhe. Die meisten mit skeptischer Miene. Denn der Kirchturm sitzt schief. Weil die Balkenköpfe marode sind, drückt der Dachstuhl auf das Kirchenschiff, sodass das Mauerwerk reißt. Inzwischen wissen die Fördervereinsmitglieder, was die Sanierung insgesamt kosten würde. "Unser Architekt hat sich einen Überblick verschafft und die Kosten mit rund 320 000 Euro beziffert", informiert Siegfried Zschärlich. Bangemachen lässt er sich angesichts dieser Summe nicht. Ganz im Gegenteil, er blickt zuversichtlich ins neue Jahr. "Wir arbeiten eng mit dem Kirchenbauamt und mit der Denkmalschutzbehörde zusammen. Im April haben wir einen wichtigen Termin, bei dem wir versuchen werden, dass wir unsere Kirche auf den Investitionsplan der Kirche bringen", erzählt er. Klappt das, sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer Instandsetzung geschafft. Denn wenn der Wollenberger Kirchenbau berücksichtigt wird, könnte wenigstens die Hälfte der Kosten gestemmt werden. Ob dann eher der schief sitzende Turm oder der marode Dachstuhl als Erstes angepackt wird, das sei eigentlich einerlei. "Die Kosten für beide Maßnahmen sind mit rund 160 000 Euro fast identisch", führt Zschärlich an.

Erster Schritt aber ist die Aufnahme der Feldsteinkirche in den Investitionsplan der Kirche, eine Art Dringlichkeitsliste des Kirchenbauamtes. Das würde nämlich laut Fördervereinsvorsitzendem ein Bekenntnis zum dauerhaften Bestand des Gotteshauses, das der Evangelischen Kirchengemeinde Hoher Barnim gehört, darstellen. Und dann könnte der Förderverein an Stiftungen und Organisatoren herantreten, um weitere Fördertöpfe aufzutun und Spenden zu sammeln.

Obwohl der Förderverein sich intensiv um die Sanierung der Kirche bemüht, war der Name des Gotteshauses eigentlich nicht erste Wahl als Vereinsbezeichnung. "Wir wollen die Dorfgemeinschaft stärken, aber das war bei der Beantragung der Gemeinnützigkeit nicht auf großes Wohlwollen gestoßen", erzählt Zschärlich. Dann eben doch Förderverein, schließlich liegt den mittlerweile 45 Vereinsmitgliedern die Kirche als kulturelles Zentrum auch besonders am Herzen. "Aber eben nicht nur, die Dorfgemeinschaft steht an erster Stelle", wiederholt Zschärlich. Dafür wollen er und seine Mitstreiter auch im kommenden Jahr wieder werben.

Ohnehin zieht Zschärlich eine positive erste Jahresbilanz. "Wir haben das Jahr zum Lernen genutzt", sagt er. Viele Veranstaltungen - fast jeden Monat wird eine angeboten - seien gut angenommen worden. Nur die Resonanz aus des Nachbardörfern könnte noch etwas besser werden. Welche Feste, Konzerte oder Lesungen 2014 organisiert werden, das steht noch nicht genau fest. "Das ist immer auch eine Gratwanderung, schließlich wollen wir die Besucher nicht überfordern, sondern immer einen besonderen Anreiz für einen Besuch liefern", gibt der Vorsitzende seine Devise aus.

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