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Quantensprung am Gymnasium

Zwischen Molekülen und Rechenaufgaben: Professor Joachim Sauer versuchte in seinem akademischen Vortrag am Einstein-Gymnasium, den Schülern das schwierige Thema der Quantenmechanik näher zu bringen.
Zwischen Molekülen und Rechenaufgaben: Professor Joachim Sauer versuchte in seinem akademischen Vortrag am Einstein-Gymnasium, den Schülern das schwierige Thema der Quantenmechanik näher zu bringen. © Foto: Stefan Csevi
Kerstin Unger / 16.12.2013, 19:23 Uhr
Angermünde (MOZ) Ein sehr kluger Gast wurde am Montag am Angermünder Einstein-Gymnasium empfangen. Professor Joachim Sauer, Chemie-Professor an der Berliner Humboldt-Universität und Ehemann der Bundeskanzlerin, sprach mit Elf- und Zwölftklässlern über Quantenchemie.

Eigentlich wollte der Professor mit dem Zug anreisen, nahm dann aber das Auto und kam dennoch einige Minuten später an, als geplant. In der Aula des Gymnasiums sprach er am Nachmittag vor rund 180 Schülern zum Thema Quantenmechanik - harter Tobak für die Jugendlichen, die ihm dennoch gespannt folgten. Der Redner versuchte immer wieder, das Thema durch Bilder aus dem Alltag zu veranschaulichen. Der Professor für physikalische und theoretische Chemie erklärte zum Beispiel, wie man Atome sichtbar machen kann und was eine mechanische Feder mit einem Molekül zu tun hat. Er stellte Nobelpreisträger dieses Fachbereiches vor und verdeutlichte, was die Entwicklung der Quantenchemie mit dem Fortschritt der Computertechnik zu tun hat.

Schulleiterin Kerstin Hainich-Doepner, die auch Chemie unterrichtet, hatte es in ihrer Begrüßung vorausgesagt: "Es geht noch einen Zahn schärfer, als mein Unterricht je sein kann. Ihr werdet viel über die Entwicklung von Dingen hören, über die ihr euch noch gar keine Gedanken gemacht habt."

Um Angela Merkel und ihr politisches Amt ging es an diesem Nachmittag nicht. Nur als der Professor über federartige Verbindungen in Molekülen sprach, die vorteilhaft sind, um die stabilste Lösung zu finden, zog der den Vergleich zu Koalitionsverhandlungen und erntete Schmunzeln im Publikum.

Es sei Zufall gewesen, dass der Ehemann der Kanzlerin als Referent an die Angermünder Einstein-Schule kam. "Aber für uns sehr schön, zumal er aus der Uckermark kommt", meinte Kerstin Hainich Doepner. Jedes Jahr haben Schulen die Möglichkeit, sich bei der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften um Vorträge von Professoren, Doktoren oder Hochschuldozenten zu bewerben. "Wir hatten uns diesmal für zwei Vorträge beworben und das Glück, auch für beide den Zuschlag zu bekommen", sagte die Schulleiterin. Der zweite Vortrag zum Thema magnetische Bakterien, folgt Ende Januar.

Professor Sauer dankte zunächst für die Einladung und und das Interesse. "Es ist mir eine Ehre, beim MINT-Start in Angermünde zu sprechen", sagte er. Mit akademischen Vorträgen wie diesem könne auch die Arbeit der Akademie der Wissenschaften in Brandenburg sichtbarer gemacht werden.

Seit zwei Monaten trägt das Einstein-Gymnasium den Titel "MINT-freundliche Schule", der besagt, dass die Unterrichtsfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik Priorität haben. "Das wollten wir auch mit diesem Akademie-Vortrag feiern", erklärte Kerstin Hainich-Doepner. Dazu waren auch Elternvertreter und Kooperationspartner eingeladen "Hinter uns liegen zwei arbeitsreiche Jahre für die MINT-Zertifizierung, die wir mit Unterstützung der PCK-Raffinerie gegangen sind. Jetzt fragt keiner mehr, was MINT ist, sondern was wir daran machen. Für die Kinder der Region ist es wichtig, die nötige Bildung mitzubringen. Sie brauchen logisches und strukturiertes Denken."

Durch die akademischen Vorträge sollen die künftigen Abiturienten auch an die höheren Anforderungen, die ein Studium stellt, herangeführt werden. "Es sei etwas anderes, einen anderthalbstündigen Vortrag zu hören, als eine Unterrichtsstunde in der Schule mit verschiedenen Methodiken zu erleben", sagte die Pädagogin.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Schüler die Möglichkeit, ihre fachlichen Fragen bei Professor Joachim Sauer loszuwerden.

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