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Lebenskraft und Hoffnung

Kaori Suzuki malt nach Musik und lässt sich von ihr leiten.
Kaori Suzuki malt nach Musik und lässt sich von ihr leiten. © Foto: MOZ/Kühne
Lisa Kühne / 20.12.2013, 11:38 Uhr - Aktualisiert 20.12.2013, 17:55
Rathenow (lik) Pinselstriche, Kästchen und amöbenartige Formen in bunten Farben, die wie Mosaike die Oberfläche verzieren. Gelb und Gold - was ein wenig Sonne in die Tristesse des Herbstes bringt. Mit ihren Bildern erhellt die Japanerin Kaori Suzuki die Stimmung der Reisenden, wenn sie im Laden auf dem Rathenower Bahnhof ein Ticket kaufen wollen oder sogar noch Zeit haben, in Ruhe einen Cappuccino im gemütlichen Cafébereich zu trinken. Oder weil sie gar nichts weiter wollen, als Kaori Suzukis Malereien zu sehen. Es ist die erste Einzelausstellung der zierlichen 32-Jährigen, die in Tokio zu Hause ist, sich aber sehr mit Deutschland verbunden fühlt. Ihr Förderer ist der in Rathenow lebende Künstler Rin Terada, der in wechselnden Ausstellungen jungen Landsleuten eine Plattform in der kleinen Bahnhofs-Lounge bietet.

Die studierte Kunsthistorikerin hat sich lange den Schriften der klassischen Moderne gewidmet. Sie fühlt sich stark mit Malern wie der Künstlergruppe "Blaue Reiter", Paul Klee (1879-1940) oder Wassily Kandinsky (1866-1944) verbunden, die in einer Zeit des Umbruchs vor dem Ersten Weltkrieg den Weg für die abstrakte Kunst ebneten. Wassily Kandinsky, der fernöstliche Kunst sammelte und "Über das Geistige in der Kunst" schrieb, malte nach Musik. Auch Kaori Suzuki lässt sich von Richard Wagner, Johann Sebastian Bach oder Beethoven leiten und gibt ihren Empfindungen Farben und Formen, die die Seele des Betrachters berühren sollen. "Meine Werke sind wie Kompositionen", so Kaori Suzuiki. "Ich will, dass sich die Menschen an ihre innere Kraft und geistigen Werte erinnern. Die Bilder sollen Lebenskraft und Hoffnung geben", erklärt sie in gutem Deutsch. Nach der Tsunamikatastrophe in Japan hatte auch ihr die Malerei Zuversicht gegeben. Während ihres Aufenthalt sin Deutschland diese Woche besuchte Kaori Suzuki Dresden, um dort Werke Caspar David Friedrichs zu sehen. Der große Romantiker, der traditionell malte, hat ebenso seine Empfindungen in seinen Landschaften ausgedrückt. Interessierte können bis Ende Januar im Bahnhofsgebäude die Bilder von Kaori Suzuki sehen, den Tiefgang spüren und die Musik hören, die aus ihnen strömt. Für einen kleinen Preis sind die dekorativen "Hoffnungsträger" zu haben.

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