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Vor zehn Jahren baute der Elternverein ein neues Kita-Haus in Reichenwalde / Kinderzahlen steigen

Bürgen aus der Pflicht entlassen

Zufrieden mit der Entwicklung der Kita: Ulrike Schüler, Konstanze Freudenberg und Mike Hemm vor dem Neubau. 63 Kinder werden derzeit in Reichenwalde betreut.
Zufrieden mit der Entwicklung der Kita: Ulrike Schüler, Konstanze Freudenberg und Mike Hemm vor dem Neubau. 63 Kinder werden derzeit in Reichenwalde betreut. © Foto: MOZ
Manja Wilde / 07.01.2014, 07:53 Uhr
Reichenwalde (MOZ) Ganz unerwartet flatterte einigen Menschen in Reichenwalde zu Weihnachten erfreuliche Post ins Haus. Der Vorstand der Kita Spatzennest teilte den 19 Bürgen, die vor zehn Jahren mit insgesamt 30 000 Euro dafür sorgten, dass ein neues Gebäude errichtet werden kann, mit, dass er ihnen nun ihre Bürgschaften zurückgeben kann. "Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht", gesteht Ortsvorsteher Mike Hemm, der selbst im Kita-Vorstand mitarbeitet. Auch er gehört zu den Bürgen.

Vor zehn Jahren ließ der Elternverein als Träger der Kita einen 350 Quadratmeter großen Neubau errichten. 160 000 Euro Kredit nahm er dafür auf, sammelte 95 000 Euro Spenden und erbrachte viele Eigenleistungen. Im Dezember 2004 eröffnete das Haus. Jetzt wurde der Kredit neu verhandelt. Das Gebäude reicht als Sicherheit, und so konnten die Bürgen aus ihrer Pflicht entlassen werden, erklärt Ulrike Schüler, die Schatzmeisterin des Vereins.

Zusammen mit Mike Hemm und Konstanze Freudenberg, die einst selbst Schatzmeiserin war und heute als Erzieherin arbeitet, steht sie vor dem achteckigen Gebäude. Nicht nur dort können heute Kinder betreut werden, sondern auch im Altbau, der 2012 saniert wurde. 116 000 Euro, davon etwa die Hälfte Fördermittel, flossen in diese Maßnahme.

Seit der Elternverein die Kindertagesstätte betreibt, stieg die Kinderzahl stetig. Betreuten die Erzieher Anfang 1999 lediglich fünf Mädchen und Jungen, waren es beim Bezug des Neubaus schon 45. Heute gehen 63 Kinder in die Einrichtung. "Wir dürfen maximal 72 Kinder in Kita und Hort betreuen", sagt Ulrike Schüler. Für den Januar gebe es bereits fünf oder sechs neue Anmeldungen. Zwölf Mitarbeiter beschäftigt der Verein derzeit - nicht alle Vollzeit, aber immerhin", sagt die Schatzmeisterin.

Die meisten Kinder kommen aus Reichenwalde. Aber auch aus Dahmsdorf, Kolpin, Saarow und Storkow gibt es Anmeldungen. Ortsvorsteher Hemm ist selbst erstaunt, wie viele Kinder es in Reichenwalde, mit seinen lediglich 720 Einwohnern, gibt. "Im Hort nehmen wir nur Reichenwalder Kinder auf", sagt Konstanze Freudenberg. Denn die Schulkinder hätten ein Bus-Problem, wenn sie sich in Saarow einen Hort suchen müssten.

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