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Wer nicht schießt, muss zahlen

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Ulrich Thiessen / 09.01.2014, 13:36 Uhr
Potsdam (MOZ) In Brandenburgs Wäldern gibt es so viel Wild wie nie zuvor. Gleichzeitig gibt es kein Geld mehr, um Baumpflanzungen durch Zäune vor Verbiss zu schützen. Mit klareren Schadensersatzregelungen soll der Druck auf Jäger erhöht werden, mehr Wild zu schießen.

Im Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde (Barnim) wird zurzeit an einer Schadenersatzrichtlinie für Verbissschäden durch Schalenwild im Wald gearbeitet. Richten Rehe, Hirsche und Wildschweine auf den Feldern Schaden an, so ist die Ersatzleistung seit Jahren klar geregelt. Im Wald war dies bislang noch nicht der Fall.

Nun soll für Brandenburg eine Schadenstabelle erarbeitet werden, die regelt, wie viel für einen verbissenen jungen Baum gezahlt werden muss. Die Summe wird genau nach Alter und Art des Baumes festgelegt und hängt davon ab, ob das Bäumchen überhaupt noch zum Holzertrag geeignet ist oder um wie viele Jahre sich sein Wachstum verzögert. Besonders berücksichtigt wird außerdem, ob durch den Verbiss ein geplanter Mischwald zu einer Monokultur wird. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat hatte vor einem Jahr schon Vorschläge zur Schadensermittlung unterbreitet. Demnach würde ein Laubbaum mit 1,20 Euro plus 30 Cent je Lebensjahr entschädigt, eine Kiefer mit 55 Cent.

Wer für die Schäden zu zahlen hat, hängt von der Ausgestaltung der Jagdpachtverträge ab, erklärt Ulrich Hardt von der Obersten Jagdbehörde des Landes. Das Landwirtschaftsministerium rät den Jagdgenossenschaften, dem Zusammenschluss aller Landbesitzer eines Jagdbezirkes, in den Pachtverträgen die Jäger zum kompletten Wildschadensersatz zu verpflichten, auch wenn die Pacht dann etwas niedriger ausfallen wird. So steige das Interesse der Jäger, den Wildbestand gering zu halten.

Bislang existieren in den Pachtverträgen noch vielerorts Obergrenzen, bis zu denen die Jagdausübenden in die Tasche greifen müssen. Den Rest zahlt die Jagdgenossenschaft, also die Landbesitzer quasi untereinander. Noch sind Waldbesitzer mit Schadensanzeigen sehr zurückhaltend, schätzt Matthias Fochtmann von der Kreisverwaltung Oder-Spree ein. Das könnte sich jedoch ändern, wenn ab dem kommenden Jahr keine Zuschüsse mehr für Einzäunungen von Neuanpflanzungen gezahlt werden.

Schon jetzt klagt der Waldbesitzerverband Brandenburg, dass in weiten Teilen des Landes keine natürliche Verjüngung der Wälder mehr stattfindet, da alle Bäumchen sofort abgefressen würden. Hardt verweist auf Probeeinzäunungen, sogenannte Weisergatter, im Landeswald. Diese hätten immer wieder gezeigt, dass dort, wo das Wild nicht hinkommt, bald junge Bäume sprießen. Jenseits des Maschendrahtes ist dagegen kaum frisches Grün zu sehen.

Martin Hasselbach, Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes, verweist auf Fälle, in denen 80 Prozent der neu gepflanzten Bäume durch Wild so geschädigt wurden, dass sie nie den erhofften Holzertrag erbringen können. Das entspricht seiner Meinung nach einem Enteignungstatbestand. Mit den neuen Entschädigungstabellen könnte laut Hasselbach auf teure Gutachten verzichtet werden. Und es könnten vernünftige Kompromisse mit den Jägern erzielt werden. Andernfalls müsse vor Gericht gezogen werden.

Im Landeswald ist schon ab diesem Jahr das Geld für neue Einzäunungen gestrichen worden. Im vergangenen Jahr wurden noch 365 000 laufende Meter Zaun verbaut. Die Kosten beliefen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Damit ist nun Schluss. Den Förstern, die im Landeswald auch meist für die Jagd zuständig sind, wurde geraten, künftig mehr Wild zu schießen. Da eine Verlängerung der Jagdzeit in Bezug auf Rehböcke durch eine neue Verordnung vor zwei Jahren gescheitert war, wird den Förstern und Jägern nun offiziell vom Dienstherren empfohlen, Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss vorwiegend von Rehböcken auch außerhalb der Jagdsaison zu beantragen. Von Klagen des Landes als Waldbesitzer gegen die eigenen Förster und Jäger auf Schadensersatz ist zurzeit nicht die Rede.

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wolfgang2 19.01.2014 - 13:01:39

Wer nicht schießt, muss zahlen

@HEIMLICH Deswegen heißt es ja auch" Schalenwild".

heimlich 19.01.2014 - 12:35:36

Danke Fremder

Hallo, ich finde diese Diskusion klasse, da sie schon oft zuhören war. Einer in dieser Runde klagt die Jungjägerausbildung an, obwohl er selber Jungjäger Wochenenden angeboten hatte, wo man sein erstes Stück Wild erlegen konnte, da man im Crashkurs keine jagdlichen Kontakte knüpfen konnte. Da ich in Brandenburg meinen Jagdschein gemacht habe, musste ich zur Prüfung ein Praktisches Jahr nachweisen, in diesem Jahr habe ich viel gelernt und gesehen, viele Eindrücke sammeln und Kontakte knüpfen konnte. Darüber hinaus hat jemand gesagt, so wie es in den Wald schalt, so schalt es wieder hinaus. Will heißen, das ich durch ein angepasstes Auftreten und Verhalten, auch bei den Greisen Jägern jagen darf und nicht im Dorf schief angeschaut werde und nie mihr gesehen, wenn es nicht klappt. Und anständige Jäger, grade Jungjäger sind gerne gesehen. Mein erstes Stück Wild hat mir ein 78 jähriger netter, keineswegs greiser Waidmann vergönnt. Schönen Sonntag

Stefan Fügner 12.01.2014 - 11:37:15

Das Problem wird ich in den nächsten Jahren biologisch von ganz alleine lösen

Lieber Brandenburger Jäger, das Problem wird sich in den nächsten Jahren biologisch lösen. Diese immensen Löcher in der Altersstruktur der Jägerschaft sind nicht revidierbar, im Gegenteil: Immer noch wird der Kopf in den Sand gesteckt, bzw. es herrscht das 3-Affen-Prinzip. Verschärfend kommt hinzu, dass heutige Jungjäger und junge Jagdpächter über keinerlei praktische Ausbildung verfügen, der seit Kindesbeinen an jagende Jäger stirbt aus und somit wird das Wissen nicht mehr weitergegeben. Stattdessen schimpfen die Jäger auf Jägerstammtischen über Förster, Natur- und Tierschützer und verschließen sich völig den Problemen. Aber den Jägerkurs als 10-Tage-Crashkurs mit Bestehergarantie bezeichnet man "grünes Abitur", welch Größenwahn!!! Ich erkenne seitens der lokalen Jägerschaft keine Einsicht, die immensen Probleme anzugehen. stefan fügner

Dennis 11.01.2014 - 21:00:47

Wird wieder natuerlich geregelt

Gut, dass der Wolf zurueck kommt.

Brandenburger Jäger 10.01.2014 - 19:19:18

Hallo Stefan,

wer deinen Blog kennt, weiß das du viel für den Nchwuchs machst, Anerkennung dafür. Sag mir aber bitte, wer verpachtet denn an "über 80zig Jährige"? Wer zwingt denn unsere Jagdgenossen zu solchem Schwachsinn, außer dir Gier? Selbst die Kommunen verpachten ihere Eigenjagdten an Scheintote, hauptsache Kohle? Bist du beim neuen jv-mol dabei, oder reicht dir dein eigenes Reich in Falkenberg? Du hast prima Ideen und Aktionen, aber wo und wie wirst du bei uns aktiv? Wenn nach deiner Kenntnis bertrogen wird, dann tue etwas dagegen, allgemeine "Statements" helfen nicht viel!

Stefan Fügner 10.01.2014 - 16:46:22

Eine vergreiste brandenburger Jägerschaft ist den Anforderungen nicht mehr gewachsen

Seit 5 Jahren lebe ich nun als Jäger hier in Brandenburg und habe mir ein sehr genaues Bild der Brandenburger Jäger gemacht. Ich glaube kaum, dass es in Deutschland eine Jägerschaft gibt, die derart veraltet und vergreist ist, wie die in Brandenburg. Jagdpächter jenseits der 80 Jahre pachten Jagden von 800 ha auf 10 Jahre, obwohl sie schon nachweislich seit Jahren nichts mehr erlegt haben. Wie krank ist das denn? Doch sobald man die Erfüllung des Abschusses anmahnt, heißt es :"Ich will keine Jagdgäste". Am Jagdjahresende wird dann ein Abschussplan zusammengelogen, dass sich die Balken biegen. Wie sagte ein Jagdvorsteher richtig: "Der Abschussplan in Brandenburg hat den Wahrheitsgehalt eines arabischen Frontberichtes". Das Schlimme an der Sache ist, dass die Behörden und Politiker dem Treiben deser hoffnungslos senilen ewiggestrigen Jagdpächter tatenlos zusieht. Aber jetzt scheint ja endlich Schwung in die Sache zu kommen, hoffentlich!!! Stefan fügner Herausgeber des Jagdblog

läufer 10.01.2014 - 10:26:44

ÖKO?

Ökologischer Jäger? Suchste ne Plattform ???

läufer 10.01.2014 - 10:24:08

Blödsinn

Selten soviel Blödsinn seitens der Förster gehört... Vieler Orts werden die Abschusspläne schon seit Jahren nicht mehr erfüllt, weil kein Wild mehr da ist. Dann werden hochgezüchtete Baumschulpflanzen gepflanzt, die wegen der Düngung besonders süss fürs verbleibende Wild sind und angeknabbert werden. und der Forstfuzzi der dann vom Biber umgelegte Wertholzbestände übersieht schreit Mord und Totschlag wenn ein Reh mal ne Pflanze anknabbert. Leute ihr rennt in der Heimat unseres Wildes rum... respektiert und achtet das

Waldnutzer 10.01.2014 - 10:11:48

Forstterroristen

Die Glaubwürdigkeit der heutigen Forstgeneration ist auf der Strecke geblieben. Wild ohne Lobby wird für die katastrophalen Fehler der letzten Jahrzehnte verantwortlich gemacht. Der Brandenburger Weg " Wald und Wild " wird heute als Wald ohne Wild interpretiert. Kurzfristige Erträge erlauben es den Wald der kommenden Generationen zu einer wildlosen Einheitsbaumwüste umzubauen. Zäune über alles.... Wer es nicht glaubt: http://www.ardmediathek.de/das-erste/plusminus/kahlschlag-im-naturschutzgebiet?documentId=18984828 Dies wurde medial in NRW aufgenommen, was hier in Brandenburg´passiert ist ähnlich oder ökologisch gesehen noch verwerflicher. Hoffen wir die kommende Landtagsregierung setzt diesen Herren ein Ende und verknüpft die auszusetztende Polizeireform auch mit einer Forstreform die eine Forstverwaltung hervorbringt die nicht nur dem kurzfristigen Profit sondern ihrer generationenübergreifender Verantwortung gerecht wird.

Querkopf 09.01.2014 - 22:51:03

is ja super,

Jetzt knallen wir alle Rehe weg, damit die sich nicht an den Jungbaeumen sattknabbern. Wenn ich nen Wald haette, kaeme ich nie auf die Idee dem Jaeger mal zu sagen :" Hey Jaeger, baller mal hier alles weg, die Baueme wachsen dann schneller" Ich mus einfach mal damit leben, dass es Tiere im Wald gibt und das die auch mal was anfressen. Verdammte Egomanen, erkennt doch mal das es noch was anderes gibt, ausser dem Schei..geld. @Brandenburger Jaeger, Du hast noch Angler und Spaziergaenger vergessen in Deiner Aufzaehlung

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