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Ahornbäume in der Danewitzer Straße von aggressiven Pilzen schwer geschädigt / Ersatzpflanzungen erst in zehn bis 50 Jahren

Winzlinge zerstören Baumriesen

Gefällt: Stammabschnitte eines Ahornbaums an der Danewitzer Straße/Ecke Kirschweg. Aus Sicherheitsgründen für die Verkehrsteilnehmer waren insgesamt neun Bäume zur Fällung freigegeben worden.
Gefällt: Stammabschnitte eines Ahornbaums an der Danewitzer Straße/Ecke Kirschweg. Aus Sicherheitsgründen für die Verkehrsteilnehmer waren insgesamt neun Bäume zur Fällung freigegeben worden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 10.01.2014, 06:55 Uhr
Rüdnitz/Biesenthal (MOZ) Gefällte Baumriesen liegen seit einiger Zeit an der Kreisstraße vom Rüdnitz in den Biesenthaler Ortsteil Danewitz. Zu den einzelnen Fällungen in den Vorjahren sind jetzt weitere neun gekommen. Ursache ist Schädlingsbefall. An Neupflanzungen ist aber nicht zu denken.

Nach der Aufregung in den Jahren 2006/07 ist es ruhig um die Danewitzer Chaussee geworden. Damals sollten im Zuge einer geplanten Straßenerneuerung alle Alleebäume abgeholzt und neue gepflanzt werden. Dagegen regte sich erheblicher Protest bis hin zur Baumbesetzung. Naturschützer wollten die Allee nicht vor der Zeit verlieren. Das Landesumwelt stoppte schließlich das Projekt.

In den Folgejahren sind vereinzelt Bäume gefällt worden. Vor wenigen Wochen musste eine Firma erneut zur Säge greifen. Wie Jana Zelle von der Barnimer Kreisverwaltung informierte, sind im Ergebnis der Baumschau im belaubten Zustand insgesamt neun Bäume als so schwer geschädigt eingeschätzt worden, dass sie aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden mussten. Die Bäume waren teils abgestorben, teils von aggressiven Pilzen befallen. Ob noch mehr Bäume weichen müssen, wird sich nach Auskunft der Kreisverwaltung bei der noch laufenden Baumschau im unbelaubten Zustand zeigen.

Zu den aggressiven Pilzen, die die Bäume geschädigt haben, gehören der Lackporling und der Brandkrustenpilz. "Beide Pilze sind Holzzerstörer und besonders für Allee- und Parkbäume gefährlich", erklärt Dr. Paul Heydeck vom Bereich Forstliche Phytopathologie des Landeskompetenzzentrums Forst. Durch sie könne es zum unvermittelten Bruch der Bäume kommen. Die Sporen dieser Pilze seien in der Luft überall vorhanden. Daher sei ein direkter Schutz von Bäumen auf benachbarten Siedlungsgrundstücken nicht möglich. Indirekt sei ein Schutz dadurch zu erreichen, dass man Verletzungen der Bäume vermeidet, weiß der Fachmann.

Die Art der Schädlinge führt jetzt dazu, dass es lange Zeit keine Ersatzpflanzungen in der Allee geben wird. Nach Auskunft von Jana Zelle sei man in der Unteren Naturschutzbehörde der Auffassung, dass man von einem Zeitraum von zehn bis 50 Jahren ausgehen müsse, bevor wieder Nachpflanzungen möglich sind und die jungen Bäume nicht sofort von den Pilzen befallen werden.

Das kann jedoch neue Probleme bringen, weil bei großer Hitze die unbeschatteten Bereiche der Asphaltdecke beginnen, sich zu verflüssigen. Wolle man aber vor dem avisierten Zeitraum Bäume pflanzen, werde es sehr teuer, weil dann ein Bodenaustausch vorgenommen werden müsse, so die Mitteilung der Kreisverwaltung. Jetzt sind gemäß des Baumschauprotokolls der Unteren Naturschutzbehörde als Ausgleich neun Bäume im Verhältnis 1:1 vorgesehen, wofür eine Einzahlung in den Ersatzpflanzungsfonds des Landkreises Barnim erfolgen soll.

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