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Eisenhüttenstadt regelt die Unterbringung neu

Notwohnungen statt Obdachlosenheim

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Stefan Lötsch / 16.01.2014, 19:53 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Stadt Eisenhüttenstadt verzichtet auf ein eigenes Obdachlosenwohnheim, wird künftig vielmehr Wohnungen anmieten, in denen Obdachlose übernachten können. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Obdachlosenwohnhilfeverein (OWH) in Eisenhüttenstadt wird demnächst unterzeichnet.

Die Neuordnung der Unterbringung von Obdachlosen, die schon länger geplant und angekündigt ist, steht kurz vor dem Abschluss. Mit dem Obdachlosenwohnhilfeverein (OWH) in Eisenhüttenstadt wird eine Kooperation vereinbart, sagte Martina Harz, Leiterin des Fachbereiches Ordnungsverwaltung und Bürgerservice auf Anfrage Ende des vergangenen Jahres. Demnach wird es in Eisenhüttenstadt keine eigene Obdachlosenunterkunft mehr geben. Vielmehr mietet die Stadt bei dem Verein in der Glashüttenstraße Wohnungen an. Allerdings sollen die nicht dazu dienen, um dort länger zu wohnen, sondern es wird nur ein Übernachtungsplatz vorgehalten. Das gilt zum Beispiel für Obdachlose auf der Durchfahrt, die nur eine Lagerstätte für eine Nacht benötigen.

Die zwölf Dauerbewohner, die bisher im Obdachlosenwohnheim in der Glashüttenstraße gelebt haben - zum Teil schon mehrere Jahre - , erhalten einen Mietvertrag und Wohnraum vom Verein. Aufgrund mehrerer Hemmnisse war und ist es kaum möglich, für sie auf dem freien Wohnungsmarkt eine Unterkunft zu finden.

Obdachlosigkeit spielt in Eisenhüttenstadt darüber hinaus kaum eine Rolle. Das liegt zum großen Teil an der Präventionsarbeit und an der guten Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Wohnungsunternehmen und der Stadt Eisenhüttenstadt. Eine Mitarbeiterin der Stadt kümmert sich um die Fälle, wo eine Zwangsräumung droht oder vollzogen werden soll. Meistens kann eine andere Lösung gefunden werden, so dass Mieter nicht auf der Straße stehen und somit in das Obdachlosenheim müssen. "Wir haben in der Vergangenheit nur wenige Fälle gehabt", so Martina Harz. In der Glashüttenstraße selbst leben derzeit zwei Obdachlose, hieß es dort auf Nachfrage.

Dass die Gefahr aber ständig gegeben ist, dass Mieter wegen Mietschulden ihre Wohnung verlassen müssen, zeigt eindrücklich eine Zahl. 2012, so sagte es Martina Harz im vergangenen Jahr, gab es 140 Fälle von drohender Obdachlosigkeit, die größtenteils durch die Arbeit der Stadt verhindert werden konnte.

In Fürstenwalde dagegen, der größten Stadt im Landkreis Oder-Spree, sind die Probleme akut. Dort sind die Belegungszahlen in der Obdachlosenunterkunft - die Stadt hatte ihre eigene ebenfalls aufgegeben und die Betreuung einem freien Träger übertragen - im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Im Sozialausschuss der Spreestadt war kürzlich davon die Rede, dass allein im Dezember 400 Übernachtungen gezählt wurden, im Schnitt hielten sich in diesem Monat dort 13 Menschen auf. Allein im Dezember hatte es sieben Zwangsräumungen gegeben. Ein Grund dafür, so sieht man es in Fürstenwalde, ist, dass in der Stadt kleine und preiswerte Wohnungen fehlen.

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