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Facettenreiches Suchen

Gespräch nach dem Film: Regisseur Daniel G. Schwarz, Mario Paolini und Olivia Nicolai als Darsteller in der Buckower Episode und der Schauspieler Peter Pistivsek (v. l.
Gespräch nach dem Film: Regisseur Daniel G. Schwarz, Mario Paolini und Olivia Nicolai als Darsteller in der Buckower Episode und der Schauspieler Peter Pistivsek (v. l. © Foto: MOZ
Gabriele Rataj / 19.01.2014, 20:33 Uhr - Aktualisiert 20.01.2014, 15:31
Buckow (MOZ) Eine "Welt"-Premiere war für Freitagabend in den Parklichtspielen angekündigt worden. Die Einladung in das kleine Kino haben zahlreiche Besucher, auch aus der näheren Region, angenommen. Regisseur Daniel G. Schwarz hatte zudem Darsteller mit nach Buckow gebracht.

Schlangestehen war angesagt, bevor es sich die neugierige Zuschauermenge auf den roten Sitzen der Buckower Parklichtspiele bequem machen konnte. Viele hatten sogar Karten vorab reservieren lassen, um den angekündigten Episodenfilm "777 - vom Suchen", der in sieben ostdeutschen Städten mit siebenmal Livemusik von jenen Orten und mit sieben Personen aus diesen Geschichten erzählen wollte, sehen zu können.

Doch das konnte für einen Arthouse-Film, wie ihn der junge Regisseur Daniel Günter Schwarz vor dem Dunkelwerden ankündigte, nur gut sein. Dass in Buckow solche Filme deutlicheres Interesse erweckten als in Großstadt-Kinos, sei mehr als erfreulich. Das schickte der bei Wim Wenders und anderen namhaften Filmprofessoren ausgebildete gebürtige Bayer ebenfalls voraus.

Dass es sich dabei um einen experimentell angelegten Film handelt, machte auch die aus Leipzig mitgebrachte Band "Unloved" hörbar, die die Film-Premiere konzertant in Ausschnitte ihres taufrisch gepressten Akustik-Albums "you can leave your head on" bettete. Auf einem Pfad zwischen Gothik, Metal, Jazz und Swing wandelnd, lieferten die junge Leute um Sängerin Shya eine spannende Kostprobe ihrer Musik, unter die sie sogar als Tribut an ihre Heimatstadt eine gelungene Version des Renft-Titels "Als ich wie ein Vogel war" mixten.

Ihre Suche nach dem eigenen Stil setzte sich in der facettenreichen Suche der Protagonisten des Episodenfilms fort. Ob es der junge Leipziger ist, der als Single auf der Suche nach einer Freundin ist, das riesige Eros-Center aber nie besuchen würde. Ob es die in einem Eisenhüttenstädter Plattenbau auf Zeit zusammengewürfelten Jugendlichen sind, die im Fahrstuhl steckenbleiben und Lisa aus Bayern Bekanntschaft mit deren Fäusten macht. Ob es der junge Unternehmer auf dem Dach der leeren Veritas-Fabrik in Wittenberge ist, der Visionen von einer wirtschaftlich besseren Zukunft ausbreitet. Sie alle Suchen etwas, was einem Leben Sinn gibt.

Die Suche eint die Laien- und die beiden Identifikations-Figuren Lisa und Bruno, die in allen Episoden auftreten. Das spot-artige Aufblitzen der Situationen, der Menschen, der Musik, die winzigen Fragmente, aus denen ein Ganzes entstehen soll, machen es jedoch dem Zuschauer nicht leicht, "777 - vom Suchen" zu verstehen.

Viele hatte zudem gerade in der Buckower Episode einen größeren Wiedererkennungswert erwartet. Der Naturpark, der Schermützelsee, eine zum Singen anhebende Käthe Reichel, ein hier bekanntes Schauspielerpaar waren den meisten zu wenig. Vielleicht sollte dem Rat des Regisseurs gefolgt werden, beim zweiten Ansehen.

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