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Verein "junge wirtschaft" unterstützt mit Jugendentwicklungspreis eine ganz besondere Schulbibliothek

2000 Euro fördern das Lesen

Svenja Schröder zeigt Bürgermeister Jürgen Polzehl und den Vertretern des Vereins "junge wirtschaft", wie die Ausleihe funktioniert.
Svenja Schröder zeigt Bürgermeister Jürgen Polzehl und den Vertretern des Vereins "junge wirtschaft", wie die Ausleihe funktioniert. © Foto: Stefan Csévi
Michael Dietrich / 22.01.2014, 08:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Die Grundschule am Waldrand hat für ihre Schulbibliothek den Jugendentwicklungspreis JEP und ein Preisgeld von 2000 Euro erhalten. Der Verein "junge wirtschaft schwedt" fördert damit eine ganz besondere Bibliothek mit besonderen Bibliothekaren.

Die drei Fragezeichen, der Baumhexenclub und Gespensterbücher stehen gleich ganz vorn bei den Neuerwerbungen. Von wegen alt und verstaubt - die Schulbibliothek der Grundschule am Waldrand macht einen aufgeräumten, modernen Eindruck. Das Buch "Echt abgefahren" könne sie empfehlen, sagt Bibliothekarin Svenja Schröder. Sie hat es bereits gelesen und erzählt von Jan, dem Held des Buches, der sich auf eine große Reise begibt und dabei "toll viel erlebt, aber auch immer so krasse Sachen sagt", die sie lieber nicht wiederholen will. Nebenbei gibt Svenja Schröder den Buchtitel in ihr Suchprogramm auf dem Laptop ein, schaut auf das Ergebnis und erklärt dann mit hochoffiziell klingendem Ton in der Stimme: "Leider ist das Buch schon an einen anderen Schüler ausgeliehen."

Svenja ist Schülerin der 5. Klasse und betreut zusammen mit Laura Müller, Laura Witthuhn und Justin Dochow die Schulbibliothek. Jeden Dienstag von 10 bis 15 Uhr öffnet das frühere Klassenzimmer. Im Durchschnitt werden jedes Mal zehn Bücher ausgeliehen, auch schon mal 20. Zirka 100 der 250 Schüler sind angemeldet. Die "Biblo" ist aber auch für manchen (Noch-)Nichtleser ein Anlaufpunkt. Die beiden "Mentoren" Brigitte und Host Kanngießer sind so etwas wie Vertrauenspersonen für manchen Schüler, denen sie Geheimnisse, Sorgen oder den neuesten Schulklatsch erzählen.

Brigitte Kanngießer bekam Kontakt zur Schule, als sie im Stadtteilbüro in den Uckermark-Passagen arbeitete. "Ich wollte mich nützlich machen im Ruhestand und fragte in der Schule, ob ich mich um die Schulküche kümmern soll. Die Schulleiterin erzählte mir von ihren Sorgen mit der Bibliothek. Die hätte ich allein nie geschafft. Also habe ich gefragt, ob auch mein Mann mitkommen könne", erzählt die 66-Jährige. Das war zu Beginn des Schuljahres 2012/2013. Mittlerweile hat das Ehepaar den Bestand aufgeräumt, archiviert, in ein Computerprogramm eingepflegt und Schüler-Bibliothekare gewonnen, die ihre Lese-Begeisterung an ihre Mitschüler weitergeben.

"Dieses Projekt fördert die Leselust junger Menschen . Das und die Kombination mit ehrenamtlichen Helfern fanden wir toll und unterstützenswert", sagte "junge wirtschaft"-Vorsitzender Hagen Gohlke bei der Preisübergabe. Das Preisgeld floss schon im Vorfeld über den Schulverein in die Bibliothek. Laptop, Drucker, Knautschkissen für die Leseecke und jede Menge neuer Bücher konnten von den 2000 Euro gekauft werden. Schulleiter Ernest Hobohm freute sich: "Dieses Projekt kommt allen Schülern zu gute, auch denen, die zu Hause leider keine eigenen Bücher haben."

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