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Stadtverordnete zeichnen Projekt der Spree-Oberschule aus / Debatte um Betreuung der Asylbewerber

Ehrung für buntes Leben

Sozialarbeiter Sebastian Teichmann, die Schulsprecher Jonas Daun und Dominik Arndt sowie Schulleiterin Ute Schädlich erhalten von Elke Wagner vom Sozialausschuss, Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Teichman und Bürgermeister Ulrich Hengst (v.l.) die Urkunde
Sozialarbeiter Sebastian Teichmann, die Schulsprecher Jonas Daun und Dominik Arndt sowie Schulleiterin Ute Schädlich erhalten von Elke Wagner vom Sozialausschuss, Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Teichman und Bürgermeister Ulrich Hengst (v.l.) die Urkunde © Foto: moz
Uwe Stemmler / 25.01.2014, 07:10 Uhr - Aktualisiert 25.01.2014, 18:06
Fürstenwalde (MOZ) Für Schüler der Fürstenwalder Spree-Oberschule war die Stadtverordnetensitzung am Donnertagabend ein echter Höhepunkt. Ihnen wurde für ihr Projekt "Das Leben ist bunt" der Preis für soziales Engagement gegen Rassismus 2013 verliehen.

Seit fünf Jahren wird der Preis von den Stadtverordneten vergeben, zwei Jahre länger gibt es das Projekt an der Schule, berichtete deren Leiterin, Ute Schädlich. Ziel sei es, Toleranz gegenüber anderen Ländern und Menschen sowie deren Sitten und Gebräuche zu üben. An der Einrichtung sind 15 Nationalitäten vertreten, dennoch laufe das Zusammenleben relativ gewaltfrei ab, erzählte sie den Abgeordneten. Dazu habe auch das Projekt beigetragen, das von der Initiative Oberschulen (IOS) mit EU-Mitteln gefördert werde.

Die Schüler organisieren Workshops zu verschiedenen Themen wie Filmen, Tanz, Sport. Dabei werden sie von Lehrern oder Fachleuten angeleitet, zum Beispiel Artisten, Trainern aus Sportvereinen und Tanzlehrern. In einem selbst hergestellten Film stellten die Schulsprecher Jonas Daun und Dominik Arndt den Abgeordneten einige der Aktionen vor.

Damit werde den ausländischen Mitschülern ein Forum geboten, auf dem sie die Vielfalt ihrer heimatlichen Kultur vorstellen können, lobte Elke Wagner (SPD). Sie ist Vorsitzende des Sozialausschusses, der alljährlich den Preisträger auswählt. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert.

Die Auszeichnung war eine gute Einleitung für die Sitzung, denn als erster Tagesordnungspunkt wurde ein Antrag der Linken behandelt. Die Fraktion forderte einen "Runden Tisch Integration". Zuvor, in der Einwohnerfragestunde, hatte ein besorgter Bürger nachgefragt, ob es stimme, dass der Kreis eine Konzentration der Asylbewerber in Fürstenwalde plane. Nach seiner Ansicht kämen dann zu den bisher hier untergebracht 250 nochmal 750 dazu.

Die Linke wolle keine Ängste schüren, wie deren Fraktionschef Stephan Wende sagte, sondern dass sich in der Stadt eine "Willkommenskultur" entwickle. Und die Stadt sollte darauf vorbereitet sein, um dann auftretende Probleme zu lösen. Dabei gehe es auch um ganz praktische Dinge wie Schulunterricht und ärztliche Betreuung. Das wäre die Aufgabe des Runden Tischs, bei dem die Stadtverwaltung die Moderation übernehmen sollte.

Elke Wagner (SPD) lobte das Ansinnen, lehnte aber einen Runden Tisch ab. Es gebe den Integrationsbeirat, man brauche kein neues Gremium. Zudem sei der Landkreis für die Flüchtlinge zuständig. Rolf Hilke (CDU) pflichte ihr bei und sagte, die Stadt sei hier nicht in der Pflicht. Ähnlich äußerte sich auch Lothar Hoffrichter (FDP) und fügte hinzu. "Wenn der Kreis um Mitarbeit bittet, würde die nicht verwehrt werden." Auch Bürgermeister Ulrich Hengst verwies darauf, dass der Kreis verantwortlich sei, und die Stadtverwaltung wolle ihm da auch nicht hineinreden. "Aber wenn Sie jetzt entscheiden, dass es einen Runden Tisch gibt, sind wir dabei."

Er würde dem Beirat viel zutrauen, wolle ihn aber des ehrenamtliche Gremium nicht überfordern, entgegnete Wende. Auch Peter Apitz (B90/Grüne) meinte, dass der Beirat nur bedingt belastbar sei. "Aber wenn wir jetzt bekunden, dass wir ihn unterstützen, haben wir viel gekonnt." Sein Fraktionskollege Jens-Olaf Zänker betonte: "Die Probleme werden kommen. Man muss sie gemeinsam lautstark formulieren, um Kommunikationslücken zum Kreis zu verkürzen." Gerold Sachse (Linke) sagte dann, man wollte den Beirat nicht übergehen. Er könne ja federführend sein und zu einem Runden Tisch einladen.

Elke Wagner schlug schließlich vor, dass der Integrationsbeirat zu seiner nächsten Sitzung am 11. Februar das Thema auf die Tagesordnung setzt und dazu Vertreter der Parteien und der Verwaltung einlädt. Dem stimmte auch Natalia Kerle, die Vorsitzende des Integrationsbeirats zu. Und Stephan Wende zog den Antrag der Linken zurück.

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