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Kassenärztliche Vereinigung versagt Zulassung: Einheit vor Umstrukturierung / Geräte auf einzelne Kliniken verteilt

Bettenwechsel im Eberswalder Schlaflabor

Mittels spezieller Untersuchungen gehen Ärzte im Schlaflabor Schlafstörungen auf den Grund.
Mittels spezieller Untersuchungen gehen Ärzte im Schlaflabor Schlafstörungen auf den Grund. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 25.01.2014, 07:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Das Schlaflabor als separate, in sich geschlossene Einheit am Martin-Gropius-Krankenhaus wird es in dieser Form nicht mehr geben. Zumindest vorerst. Wie Dr. Steffi Miroslau, medizinische Geschäftsführerin des regionalen Klinikkonzerns GLG, auf Anfrage bestätigte, sei man zu strukturellen Veränderungen gezwungen. Von einer Auflösung des Labors will sie aber keinesfalls sprechen. Denn: "Das schlafmedizinische Know-how bleibt in der GLG erhalten." Ebenso wie die Technik, die Geräte.

Diese werden in andere Kliniken integriert. Ein Gerät stehe künftig der Klinik für Neurologie am "Gropius" zur Verfügung. Ein weiteres wechsele ans Forßmann-Krankenhaus in die Klinik für Innere Medizin, wo ein Hypertonie-Zentrum aufgebaut werden soll. Ein Platz sei speziell Kindern vorbehalten.

Die Ursache der Veränderungen liege letztlich in einem Genehmigungsverfahren mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Brandenburg. Bislang war das Schlaflabor auf der Grundlage einer "Ermächtigung" des Chefarztes Dr. Jürgen Kummer betrieben worden. Mit seinem Ausscheiden Ende 2013 erlosch diese. Oberärztin Dr. Ulrike Meier-Lieberoth, ebenfalls anerkannte Schlafmedizinerin, beantragte daraufhin eine Zulassung. Allein: Die KV versagte ihr das Okay. Als Fachärztin für Kinderheilkunde dürfe sie nur Kinder schlafmedizinisch betreuen, begründete die KV die Ablehnung.

Die GLG legte gegen die Entscheidung der KV Widerspruch ein. Ohne Erfolg. "Wir haben alle juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft", stellt Dr. Miroslau nüchtern fest. Aufgrund des negativen Votums musste die Klinik handeln. Mitarbeiter werden zum Teil umgesetzt.

Konkret bedeutet der KV-Beschluss: "Wir können Kinder sowie Patienten im stationären Bereich schlafmedizinisch untersuchen. Ebenso wie Privatpatienten." Für ambulante erwachsene Patienten habe man indes keine Genehmigung. "Wir haben mit Chefarzt Dr. Arntzen in Angermünde aber Absprachen getroffen, um die Situation vielleicht etwas zu entschärfen." Bekanntlich hatten Patienten oft wochenlang auf einen Termin im Schlaflabor Eberswalde warten müssen.

Sollte sich in den kommenden Monaten herausstellen, dass es weiterhin einen Bedarf gibt, werde man einen neuen Versuch bei der KV auf Genehmigung starten, stellt Miroslau in Aussicht. Die wichtigste Untersuchung im Schlaflabor ist die sogenannte Polysomnographie.

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