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Wolfgang Wüstefeld mit 91 Jahren gestorben

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Jörg Kotterba / 29.01.2014, 19:55 Uhr
Frankfurt (MOZ) Wolfgang Wüstefeld ist tot. Der studierte Bauingenieur, den vor allem ältere Oderstädter als den Brückenbauer kennen, starb am Sonnabend 21 Tage nach seinem 91. Geburtstag.

Im Haus Spremberger Straße 7 ist der Ur-Frankfurter geboren. "Früher gab's hier jede Menge Gärten", erzählte der bekennende Christ bei unserem Besuch vor wenigen Jahren. Er war heilfroh, als das graue Würfelhochhaus an der Großen Müllroser Straße abgerissen wurde. Jetzt hatte er wieder mehr Sonne - die er so liebte.

Wenn er von früher sprach, erzählte er nicht nur von den drei Schulen, in die er ging ("eine davon war die Katholische Volksschule in der Forststraße"). Oder vom Ziegenwerder mit seinen fünf Badeanstalten ("es gab ein Herren-, ein Damen- und ein Familienbad. Eins fürs Militär. Und ein Privates der Familie Weingärtner"). Nein, Wolfgang Wüstefeld hat auch noch die Szenen vor Augen, als sich in den 30er-Jahren keine 50 Meter von seinem Elternhaus entfernt die Kommunisten und die Nazis die Köpfe einschlugen. "Dort, wo heute die Huttenschule steht, war eine Kneipe der Roten. Und Richtung Eisenbahntunnel eine der Braunen."

Als Wüstefeld im Herbst 1945 aus der Kriegsgefangenschaft nach Frankfurt zurückkam, war er den Russen als Fachmann willkommen. Er brachte das Wasserversorgungsnetz der Stadt in Schuss. Später baute er Brücken. Hundert dieser Bauwerke tragen die Handschrift von Wüstefeld, der Leiter Verkehrsbau des Rates des Bezirkes war. Oft muss er zaubern und mit Tricks arbeiten, weil auch Partei und Staat ihm nicht das notwendige Baumaterial herbeischafften. "Aber Not macht ja erfinderisch."

Das Requiem für Wolfgang Wüstefeld findet am kommenden Sonnabend, 11 Uhr, in der katholischen Pfarrkirche statt.

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xxx 30.01.2014 - 21:01:27

zu früh?

Hallo, im Alter von 91 Jahren. ...R.I.P.

Daxchecker 30.01.2014 - 17:37:33

Trauer

Die Besten sterben zu früh. Er hat für FFO wirklich viel geleistet. Man sollte eine Strasse nach ihm benennen.

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