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Uckermark-Landrat widerspricht Vorwürfen, die Altkennzeichen zu verhindern

Neuer Kennzeichen-Brief ans Ministerium

Michael Dietrich / 30.01.2014, 07:45 Uhr
Prenzlau (MOZ) Fans der alten Städtekürzel SDT oder ANG auf ihrem Autonummernschild können weiter hoffen. Im Streit um die Altkennzeichen hat Uckermark-Landrat Dietmar Schulze (SPD) erklärt, dass er die Wiedereinführung weder ablehne noch verhindere. Den Bedarf anmelden, worum das Land ihn bat, will er aber auch nicht. Trotzdem kommt Bewegung in die Sache, die in der Uckermark bereits als abgehakt galt.

Gegenüber dieser Zeitung kündigte der Landrat jetzt an, die Briefe der Städte, die sich nach seiner Umfrage für die Altkennzeichen ausgesprochen hatten, an das Verkehrsministerium zu schicken. Das Land, so Dietmar Schulze, könne dann selbst entscheiden. Der Brief aus Schwedt ist gut ein Jahr alt.

Dietmar Schulze fühlt sich in der Sache ungerecht behandelt. Er widerspricht den Darstellungen des Ministeriums, erklärt wiederholt, dass er nicht zuständig sei und erwarte, dass das Verkehrsministerium selbst entscheide. Er habe dem Land auch wahrheitsgemäß mitgeteilt, dass es in der Frage "kein einheitliches Bild" im Landkreis gebe.

Die Bürger der Städte, die sich für die alten Kennzeichen aussprachen, können diese Haltung nicht verstehen. "Warum hat er die Bürgermeister erst gefragt, wenn er sich danach nicht zuständig fühlt. Ich kenne viele Schwedter, die sich wie ich gern das Zeichen SDT holen würden", sagt Bäckermeister Frank Schäpe. Steffen Köhnke, Inhaber von TopClean Schwedt: "Viele unserer Kunden wollen das Schwedt-Kennzeichen. Ich auch. Wenn es gesetzlich wieder möglich ist, frage ich mich, wen es stört, dass neben UM auch SDT herumfährt." Henry Kohagen von Car Service Melzer: "Klar, das wünschen sich viele. Die meisten ärgert, dass es im Barnim geht, nur bei uns wieder nicht, die Uckermark muss immer eine Extrawurst spielen."

Derweil gibt es im Barnim mittlerweile wieder 6657 EW- und 7931 BER-Autokennzeichen für Eberswalde und Bernau, neben 133923-mal BAR. Im Nachbarkreis hatte der Landrat keine Berührungsängste mit dem Thema. "Die Willensbekundung zur Wiedereinführung obliegt ausschließlich der zuständigen Behörde, also dem Landrat des Landkreises Barnim", erklärte dessen Pressesprecherin. Barnim-Landrat Bodo Ihrke entschied im Sinn der Bürger und beantragte beim Land die Wiedereinführung. Seit 18. März 2013 sind die Altkennzeichen wieder wählbar.

Persönlich hält der Criewener Dietmar Schulze die alten Kennzeichen für überflüssig, gibt er offen zu. Dies sei aber nur seine private Meinung. In seiner Funktion als Landrat habe er gar keine Legitimation, über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden, erklärte Dietmar Schulze.

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