Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bahn prüft Schallschutz an Gleisen

Wird modernisiert: Im Zuge des Streckenausbaus wird auch der Bahnhof Sachsenhausen nicht vergessen. Er bekommt unter anderem zwei neue Bahnsteige und Wartehäuschen sowie barrierefreie Zugänge.
Wird modernisiert: Im Zuge des Streckenausbaus wird auch der Bahnhof Sachsenhausen nicht vergessen. Er bekommt unter anderem zwei neue Bahnsteige und Wartehäuschen sowie barrierefreie Zugänge. © Foto: MZV
Tilman Trebs / 01.02.2014, 07:00 Uhr
Oranienburg (MZV) In weniger als zwei Stunden sollen ICE-Züge künftig zwischen Berlin und Rostock pendeln. Deshalb wird die Bahnstrecke zurzeit sukzessive ausgebaut. In drei Jahren ist der Abschnitt zwischen Oranienburg und Nassenheide an der Reihe. Sachsenhausen bekommt dann auch einen neuen Bahnhof.

Mitarbeiter der Bahn-Töchter DB Netz und DB Projektbau stellten am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung in der Sachsenhausener Jean-Clermont-Schule die Planungen vor. Demnach ist vorgesehen, im Jahr 2017 zwischen Oranienburg und Nassenheide ein neues Gleisbett zu bauen und neue Schienen zu verlegen. Ausgetauscht werden auch die oberirdischen Stromleitungen. In Fichtengrund werden zudem die ungenutzten Bahngebäude sowie die Brücke am Oranienburger Weg abgerissen. Letztere wird durch eine neue ersetzt, die Havelbrücke lediglich saniert. Der Fußgängertunnel in Fichtengrund wird nach den Bauarbeiten Geschichte sein. Im Bahnhof Sachsenhausen wird die Bahn die Außenbahnsteige erneuern, überdachte Wartehäuschen errichten und für einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen sorgen.

Die Anwohner müssen während der Bauzeit mit Lärm, Staub und Erschütterungen rechnen. Um mögliche Schäden durch die Bauarbeiten später regulieren zu können und juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden, plant die Deutsche Bahn ein umfassendes Beweissicherungssystem. Das heißt: Nahe der Bahntrasse stehende Gebäude werden bereits im Vorfeld der Streckenertüchtigung auf mögliche bereits bestehende Schäden hin untersucht. Das gleiche gilt für die Straßen, die für den Baustellenverkehr genutzt werden.

Untersuchen lässt der Konzern inzwischen, ob Anwohner nach Abschluss der Bauarbeiten Anspruch auf Schall- und Erschütterungsschutz haben. Denn die Züge werden auf der neuen Trasse nicht nur Tempo 160 fahren dürfen. Sobald die gesamte Strecke nach Rostock ertüchtigt ist, werden Güterzüge auch schwerer sein. Die Tonnagebegrenzung wird von 22,5 auf 25 Tonnen pro Zugachse erhöht.

Der Erschütterungsschutz würde bei Bedarf nicht an den Gebäuden selbst, sondern im Gleisbett durch den Einbau elastischer Sohlen erfolgen. Beim Lärm kämen sowohl eine Schallschutzwand entlang der Gleise oder aber neue Fenster in den betroffenen Gebäuden in Frage.

Für die Zugreisenden sollen sich die Einschränkungen in Grenzen halten. Die Strecke wird während der Bauarbeiten eingleisig in Betrieb bleiben. Nur während der Brückenabrissarbeiten in Fichtengrund ist eine zweiwöchige Vollsperrung der Bahnstrecke inklusive Schienenersatzverkehr vorgesehen. In denselben zwei Wochen, für die es noch keinen Termin gibt, wird auch die Straße Am Bahnhof in Sachsenhausen gesperrt, weil dort die Gleise über die Straße neu verlegt werden. Der Oranienburger Weg in Fichtengrund wird sechs bis acht Monate gesperrt bleiben.

Zu den Planungen der Bahn werden die Bürger während des Planfeststellungsverfahrens noch Stellung beziehen können. Die Unterlagen sollen noch dieses Jahr in der Oranienburger Stadtverwaltung ausgelegt werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG