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Gestaltungssatzung auf Erhalt des Villencharakters der Biesenthaler Bahnhofstraße gerichtet

Fibel zielt auf mehr Noblesse

Brigitte Horn / 04.02.2014, 06:38 Uhr
Biesenthal (MOZ) Wenn die Bahnhofstraße auch nicht mehr unter Denkmalschutz steht, die Biesenthaler Stadtverordneten wollen den besonderen Charakter dieser Straße mit ihren vielen Stadtvillen erhalten. Das soll mit einer Gestaltungssatzung erreicht werden.

Die Sache erscheint aber schwerer als gedacht. Schon im August 2010 war das erste Mal im Bauausschuss von einer Gestaltungsfibel für die Bahnhofstraße die Rede. Seit dem sind fast dreieinhalb Jahre vergangen, ohne dass es ein wirksames Regelwerk gibt. Im November vorigen Jahres sollte die Satzung eigentlich von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden, doch kurzfristig wurde sie von der Tagesordnung genommen. Als Grund wurden fehlende Extra-Regelungen für den Bereich der Möbelfolien GmbH und des Neumarktes angegeben.

Jetzt muss geprüft werden, ob die Satzung dafür erneut das Genehmigungsverfahren durchlaufen muss, erläutert Leane Frede von der Bauabteilung des Amtes Biesenthal-Barnim. Die Abtrennung des Bereiches erscheint jedoch geboten, um den Wirtschaftsstandort nicht zu gefährden, meinen Kenner der Materie. Zudem zielten die Vorgaben der Satzung auf die Wohnbauten der Bahnhofstraße.

Der Entwurf der Gestaltungssatzung für die mehr als zwei Kilometer lange Straße umfasst den Baukörper, die Gliederung der vom öffentlichen Raum aus einsehbaren Fassaden, das Material und die Farbe der Fassaden, die Dächer, Dachaufbauten sowie Solar- und Photovoltaik-Anlagen. Geregelt ist darin auch, wie Fenster, Fenstersohlbänke und Rollläden beziehungsweise Nebengebäude, Einfriedungen und Gärten aussehen könnten. Werbeanlagen und Verkaufsautomaten fallen ebenfalls darunter.

So heißt es konkret, dass "Neubauten durch charakteristische Merkmale der umgebenden Villenarchitektur wie Erker, Zwerchhäuser (Aufbau auf einem geneigten Dach - Red.), Veranden, Balkone, Treppentürme individuell" zu gestalten sind. Fassaden müssen verputzt sein, oder mit Sichtfachwerk bzw. Sichtmauerwerk versehen sein. Außerdem sind laut Satzungsentwurf Holzfassaden unzulässig. Für Nebengebäude, Garagen und überdachte Stellplätze wird vorgegeben, dass sie sich hinter der Bauflucht des Hauptgebäudes befinden müssen, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Um den Charakter der Straße nicht zu verändern, sollen Neubauten in Anlehnung an den alten Grundstückszuschnitt erfolgen.

Alles zielt darauf auf, die villenartige Bebauung in der Bahnhofstraße zu bewahren und zu ergänzen. "Das Mitte des 19. Jahrhunderts gewachsene Formbild verlangt heute bei seiner Fortentwicklung Rücksicht auf den historischen Baubestand", heißt es in der Präambel des Papiers.

Mit der Gestaltungssatzung soll nicht in den vorhandenen Bestand eingegriffen werden, war man sich von Anfang an einig. Das heißt, dass die vorhandene Bebauung, die Zäune, die Fenster und so weiter nicht geändert werden müssen. Wirksam soll sie jedoch bei allen genehmigungspflichtigen Neubauten, Modernisierungen, Umbauten und dergleichen werden. "Der Amtsverwaltung obliegt letztlich die Umsetzung der Gestaltungssatzung", erklärt Leane Frede.

Doch soweit ist es derzeit noch nicht. Zunächst sind die Änderungen zum Neumarkt einzuarbeiten. Wenn das alles durch ist und die Stadtverordnetenversammlung die Satzung beschlossen hat, muss sie der Landkreis noch genehmigen. Ist das erfolgt, tritt die Satzung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft.

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