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Biesenthal stimmt für Ausbau, ohne sich an den Kosten beteiligen zu wollen / Stadt sieht sich überfordert

Ein "Ja, aber" zur Telekomstraße

Am Rande von Biesenthal: Die sogenannte Telekomstraße. Sie führt von Biesenthal bis nach Eberswalde-Finow. Eine Initiative will sie als Barnimer Handelsstraße ausbauen.
Am Rande von Biesenthal: Die sogenannte Telekomstraße. Sie führt von Biesenthal bis nach Eberswalde-Finow. Eine Initiative will sie als Barnimer Handelsstraße ausbauen. © Foto: Wolfgang Rakitin
Brigitte Horn / 06.02.2014, 06:50 Uhr
Biesenthal (MOZ) Im Zuge der Diskussion in Eberswalde, die sogenannte Telekomstraße zu neuem Leben zu erwecken, war jetzt auch die Meinung der Biesenthaler Stadtverordneten gefragt. Im Biesenthaler Hauptausschuss wurde das Ansinnen an sich befürwortet, nur dürfe es die Stadt nichts kosten.

Die Anfrage zur Telekomstraße kam vom Bürgermeister der Stadt Eberswalde. Wie berichtet, gibt es dort starke Bestrebungen einer Initiative, diese Verbindung von Biesenthal nach Eberswalde-Finow als "Barnimer Handelsstraße" wieder zu beleben.

Von Biesenthals Bürgermeister André Stahl (Linke) gibt es dafür Zustimmung, aber mit Einschränkungen. "Ich bin dafür, aber die Kommune kann es nicht finanzieren. Wir sind dazu nicht in der Lage", sagte er in der jüngsten Sitzung des Biesenthaler Hauptausschusses. Er könne sich nur vorstellen, diese Trasse als Landes- oder Kreisstraße auszubauen. Derzeit sei die Telekomstraße ja noch in der Trägerschaft des Landes und bleibe dies auch, solange die B 167 noch nicht fertig sei.

Dirk Siebenmorgen (Linke) fragte nach, ob die Telekomstraße auch über Melchower Gemarkung führe. Das sei richtig, hießt es, aber von der Gemeinde Melchow wäre mit ziemlich großer Sicherheit nicht zu erwarten, dass der Ort Interesse daran habe, die Telekomstraße als kommunale Straße, wie von der Initiative Barnimer Handelsstraße angestrebt, tatsächlich zu bauen.

Martin Wunderlich (Fraktion CDU/BfB/FDP/ProDanewitz) hielt zudem den Zeitpunkt für zu spät, jetzt damit anfangen zu wollen. "Als es noch mehr um den Flughafen ging und auch das Finanzamt am alten Fleck war, wäre es sinnvoll gewesen. Heute würde es nur eine Konsumstraße zu den Baumärkten sein", konstatierte Wunderlich. Er sei dafür, dass die Straße als Radweg ausgebaut werde, und zwar mit Hilfe von Fördermitteln.

Ähnlicher Meinung waren auch Wolfgang Berg (SPD) und Andreas Jahn (Fraktion CDU/BfB/FDP/ProDanewitz). Berg hält die Vorstellung von Eberswalde für Biesenthal gar nicht machbar und Jahn verwies darauf, dass die Stadt ganz andere Sorgen habe.

Demgegenüber befand Jörk Bull (Linke), dass die Telekomstraße für Transportunternehmen sinnvoll, insbesondere auch, wenn die Autobahn gesperrt sei. Letztlich sprachen sich alle Mitglieder des Hauptausschusses dafür aus, dass die Straße mit Landesmitteln gebaut werden könne, Biesenthal aber auf keinen Fall finanziell belastet werden dürfe.

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