Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Navi-Nutzer in Biesenthal über Nebenstraßen geleitet / Sanierte Altstadt in Mitleidenschaft gezogen

Falsche Signale vom Satelliten

In Biesenthal: Anstatt über die Hauptstraße führt das Navi über die Grünstraße, eine sanierte Nebenstraße in der Altstadt.
In Biesenthal: Anstatt über die Hauptstraße führt das Navi über die Grünstraße, eine sanierte Nebenstraße in der Altstadt. © Foto: Rainer Horn
Brigitte Horn / 09.02.2014, 18:49 Uhr
Biesenthal (MOZ) Unliebsame Erfahrungen mit dem Navi macht man seit einiger Zeit in Biesenthal. Ortsunkundige Kraftfahrer werden nicht über die Hauptstraße geführt, sondern poltern über Anliegerstraßen. Das lässt sich jedoch ändern.

Kaum ein Autofahrer möchte heute noch das Navigationsgerät missen. Man weiß zwar, dass im Zweifel der Blick auf die Landkarten empfohlen wird und kein absoluter Verlass zu erwarten ist, aber im Großen und Ganzen ist es hilfreich. Doch die Biesenthaler ärgern sich seit einiger Zeit über die Orientierung, die Ortsunkundige per Satellit erhalten.

Biesenthals Innenstadt ist dank der Altstadtsanierung richtig schön geworden. Bund, Land und Kommunen haben sich das über die Jahre mehrere Millionen Euro kosten lassen. Nicht nur die Gebäude, sondern auch Fußwege und Straßen wurde altstadttypisch saniert. So auch die recht schmale Grünstraße, die komplett mit Natursteinen gepflastert worden ist. Anstatt über die asphaltierte Ortsdurchgangsstraße rollt seit einiger Zeit auch Fernverkehr über diese Seitenstraße. Die Anlieger können sich nur die Augen reiben, was in ihrer sonst so ruhigen Straße los ist.

Ähnlich ist es in der Rudolf-Breitscheid-Straße, einer unbefestigten Parallelstraße zur asphaltierten Bahnhofstraße. In der Diskussion, ob die Stadt die Straße provisorisch befestigt, wurden Bedenken laut, dass das nicht halten könnte, weil dort zu oft vom Navi fehlgeleitete Fahrzeuge unterwegs sind. Und wer zum Recyclingobjekt an der Ruhlsdorfer Straße 60/61 möchte, muss schon mal damit rechnen, dass ihm am Strandbad Wukensee mitgeteilt wird, dass er sein Ziel erreicht habe, berichtete der Biesenthaler Stadtverordnete Jörk Bull.

Helmut Schmaler, Projektleiter Navigationstest vom ADAC, sieht dafür mehrere Ursachen. Es sei zu fragen, ob sich an den Straßen etwas geändert hat beziehungsweise ob die Navigationsgeräte per Update aktualisiert worden sind. Es könnte aber auch damit zusammenhängen, dass in den Karten die Priorität der Straßen falsch eingetragen ist. Das sind bis zu sieben Kategorien. Die "1" sind die Autobahnen, die "2" die Bundesstraßen usw. Die Stadtväter könnten sich aber direkt an die Kartenanbieter wenden. Das sei zum einen Tomtom, der bei Hannover seinen Sitz habe, sowie Nokia Here in München, was früher Navteq gewesen sei.

Wie die Kommunen oder auch Privatleute sich konkret helfen können, erklärt Alexander Hanke vom Tomtom-Kundendienst. So können sie die Kundendienstnummer 069 66800915 anrufen und dort mitteilen, wo die Säge klemmt. Es geht aber auch per E-Mail unter Costumer.Relations@tomtom.com. Wer sich im IT-Bereich fit fühlt, kann direkt über www.tomtom.com und weiter über Verkehrsmeldung und Routenplaner auf der Seite mapsharereporter die Änderungen selbst einfügen. Wenn dies durch Privatleute gemacht werde, gebe es noch Kontrollen, bevor das tatsächlich wirksam wird.

Allerdings reicht es nicht aus, nur bei diesem Anbieter die gewünschten Änderungen herbeizuführen. Wenn man noch bei Navigon, wozu auch Garmin gehört, dasselbe macht, habe man 90 Prozent aller Navis erreicht, erklärt Hanke. Außerdem würden Becker und Falk noch zu weiteren Anbietern gehören.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
w.willumat 11.02.2014 - 17:04:18

Völlig falscher Titel

Die Ursache falscher Kartendaten und damit idiotischer Verkehrsführung ist die unglaublich langsame Meldung von Änderungen der Straßenbauämter. Oft denkt man da noch in Jahren, die früher zwischen Neuauflagen von gedruckten Karten lagen. Google und andere Kartendienste verdienen ihr Geld mit möglichst aktuellen Daten und z.T. auch mit den regelmäßigen Aktualisierungen und sind demnentsprechend schnell und verarbeiten die Änderungen sofort.

MOZ-Leser 10.02.2014 - 08:22:15

Damit muß man wohl leben

Sehr interessant, da glaubt ein Herr vom ADAC die meisten Leute wären nicht in der Lage ihre Navis aktuell zu halten. Ich denke mal wenn "ADAC" auf meiner Jacke steht sollte ich erstmal schön still und leise sein. ...aber abgesehen davon; bevor Änderungen in das Kartenmaterial der Anbieter einfließen vergehen meist mehrere Jahre. Ist ein Update dann eingeflossen so gibt es noch lange keine Garantie für die Genauigkeit, denn eine Zusammenarbeit der Dienste mit ortskundigen Bürgern gibt es nicht. So bringt es auch Nichts sich mit den Anbietern zu Korrekturen in Verbindung zu setzen, denn dort wird man schlichtweg ignoriert. - Habe es selbst schon erfahren.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG