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Schreibwerkstatt der Literaturgesellschaft zu autobiografischen Texten und Lyrik

Ehrlichster Blick aufs eigene Leben

Gisela Kinzel ermutigt ihre Zuhörer, sofort mit dem Schreiben zu beginnen. Sonst fängt man nie damit an.
Gisela Kinzel ermutigt ihre Zuhörer, sofort mit dem Schreiben zu beginnen. Sonst fängt man nie damit an. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Oliver Schwers / 10.02.2014, 04:45 Uhr
Angermünde (MOZ) "Wir neigen dazu, Dinge im Leben zu verdrängen", sagt Gisela Kinzel. Die Mitstreiterin der Uckermärkischen Literaturgesellschaft wiederholt diesen Satz vor aufmerksamem Publikum. Es ist einer der Schlüsselgründe für das Schreiben einer Autobiografie. Der Wunsch danach scheint bei vielen Menschen vorhanden zu sein. Bei der Schreibwerkstatt im Haus der Generationen in Angermünde war die Mitgliederzahl schon an der Grenze des Machbaren. Eine Gruppe befasste sich mit der Lyrik, eine zweite mit den Grundlagen autobiografischer Texte. Eine höchst private Angelegenheit. "Man konfrontiert sich selbst mit eigenen Fehlern und Versäumnissen. Ein Schreiben ohne wenn und aber ist die ehrlichste Form, das Leben rückwirkend zu verarbeiten", sagt Gisela Kinzel.

Die fast 80-Jährige vermittelt dabei den Zuhörern und Schreibwilligen ein Grundgerüst. Sie arbeitet mit Episoden. Die Teilnehmer konnten daran üben. Denn in der Regel werden autobiografische Texte kaum in größerem Stil veröffentlicht. Meist sind sie für die Familie und vor allem für die Kinder gedacht. "Ich habe auch mehrere leere Bücher von meinen Kindern geschenkt bekommen", erzählt Marlies Markgraf-Beise, Chefin der Literaturgesellschaft. Die Aufforderunge lautete: "Mutti, schreib mal auf."

Das Interesse wächst weiter. Naturgemäß unter den älteren Besuchern der Schreibwerkstatt. Die Jüngeren wagen sich weniger an autobiografische Texte heran. Deshalb wendet sich die Literaturgesellschaft im April besonders an Jugendliche im Landkreis. Bei einer speziellen Werkstatt in der Alten Brauerei in Angermünde geht es um die Umsetzung von Liedtexten in der Musik. Schreibende Schüler werden im Sommer nach Biesenbrow ins Gutshaus eingeladen, um ihre Texte zu hören und zu besprechen. Wer früh anfängt, kann später schneller seine Biografie zu Papier bringen.

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