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Susanne von Lonski - Glücksfall des Jahrzehnts - verlässt die Schwedter Bühnen

Die Rolle ihres Lebens

Werdende Mutter auf der Bühne: Susanne von Lonski bei der Darstellbar-Inszenierung an den Schwedter Bühnen.
Werdende Mutter auf der Bühne: Susanne von Lonski bei der Darstellbar-Inszenierung an den Schwedter Bühnen. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Kathrin Putzbach-Timm / 10.02.2014, 05:45 Uhr
Schwedt (MOZ) Sie war die Sonne im Logo der Uckermärkischen Bühnen. Mit ihrer Fröhlichkeit und ihrem Strahlen bezauberte Susanne von Lonski nicht nur das Publikum, sondern ebenso Künstlerkollegen und Angestellte des Hauses.

So präsent wie auf der Bühne war sie auch hinter den Kulissen, bestätigen ihr die Mitarbeiter vom Besucherservice. "Selbst in der Kantine lebte sie die Rolle der Susanne von Lonski", schwärmt Reiko Pieper. "Wir werden sie vermissen", bedauert Ute Magosch. Mit einem Bild des Berlischky-Pavillons zur Erinnerung verabschiedeten sie sich von ihr am Sonnabend.

Doch zuvor gab die beliebte Schauspielerin noch einmal die Diva in der Darstellbar-Inszenierung von Max Beinemann. Begleitet vom Pianisten Alexander Klein verriet sie den Gästen in der Theaterklause in Musicalausschnitten, Balladen, Operettenmelodien und Chansons, wie man zum Star wird. Noch vor dem servierten kulinarischen Hauptgang war das Publikum komplett ihrer Energie, komödiantischen Begabung und stimmlichen Kraft erlegen.

Doch wenn sie nach Georg Kreislers "Im Theater ist was los" beteuert, "ich werde nie eine Frau, die nach Baby, Häuschen und Kleingarten strebt", müssen alle Anwesenden schmunzeln, denn die sich abzeichnenden Babykurven lassen zumindest für Ersteres andere Rückschlüsse zu. Und so kehrt sie der Oderstadt und ihrem Theater den Rücken und zieht für die Hauptrolle als Mutter in den Süden der Republik zu ihrem Lebensgefährten. So kommt für Intendant Reinhard Simon nach dem Schlussapplaus der Moment, dem er seit Monaten "mit gemischten Gefühlen entgegen gesehen hat". Schauspieler mögen Drama nur auf der Bühne" gesteht er in seinen rührenden Abschiedsworten. Als "Jahrzehntglücksfall" bezeichnet er sie rückblickend.

Schnell war von der anfangs an den Tag gelegten Zurückhaltung nichts mehr zu spüren. Es dauerte kein Jahr, da hatte sie die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert. Frisch von der Münchener Musicalschule nach Schwedt engagiert, lernte sie in mittlerweile 24 Rollen das schauspielerische Handwerk Learning by Doing, bescheinigt ihr der Intendant, und vermittelte dafür ihren Kollegen die mitgebrachten Kenntnisse in Gesang und Tanz.

In ihrer fünfjährigen Spielzeit verkörperte sie die Schwester vom Alten Fritz, die Luise in Kabale und Liebe, das vierte Gretchen in Goethes Faust. Als Ottilie war sie Simons Tochter im Weißen Rössl, sie schlüpfte in den Max von Wilhelm Busch, die Pippi Langstrumpf oder den Pinocchio und erarbeitete sich den Ruf, alles spielen zu können.

Lonskis Puck in den Elfenwaldaufführungen avancierte zum Publikumsliebling. Ihn wird sie auch im dritten Teil "Willibald im Elfenwald" noch einmal verkörpern, denn in diesem Kostüm "fällt der Babybauch nicht so auf". Dann wird sie auch das Geheimnis lüften, wer ihre nicht ganz leichte Nachfolge in dieser Rolle antreten wird. Eine der wenigen Chancen, sie in Schwedt noch einmal zu erleben, sind die Romeo-und-Julia-Vorführungen des kommenden Wochenendes.

Die sonst so quirlige Susanne bedankte sich mit Tränen erstickter Stimme bei Reinhard Simon und dem Publikum. "Es ist so krass, so geliebt zu werden". Dafür bedankte sich mit einem Duett der "Katzen" gemeinsam mit Kollegin Claire Varga, die vor allem die Herzensgüte der Susanne von Lonski vermissen wird.

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