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Maria Dragus wird bei der diesjährigen Berlinale als deutscher Shootingstar gefeiert

Aus dem Publikum ins Rampenlicht

Shooting Star Berlinale Maria Dragus
Shooting Star Berlinale Maria Dragus © Foto: Barbara Breuer
Barbara Breuer / 10.02.2014, 08:03 Uhr - Aktualisiert 10.02.2014, 14:43
Berlin (MOZ) Maria Dragus kennt viele Facetten der Filmfestspiele Berlin: Als Zuschauerin hat sie sich früher oft in die langen Warteschlangen eingereiht. Im vergangenen Jahr war sie Teilnehmerin der "Berlinale Talents", wo Schauspieler Profis treffen und in Workshops von ihnen lernen dürfen. Den bisherigen Höhepunkt aber hält die diesjährige Berlinale für die 20-jährige Nachwuchsschauspielerin bereit: Heute wird sie zum deutschen Shootingstar 2014 gekürt.

Maria Dragus kann sich noch gut an den Tag erinnern, als sie davon erfahren hat: "Ich saß gerade in der Maske, als meine Agentin mich anrief und mir erzählte, dass ich als Shootingstar ausgewählt wurde. Da bin ich vor Freude fast aus den Latschen gekippt." Ganz überraschend ist es aber nicht, dass die gebürtige Freibergerin sich auf Deutschlands wichtigstem Filmfestival präsentieren darf. Immerhin hat sie schon mit Michael Haneke gedreht und 2010 für ihre Rolle als gedemütigte Pfarrerstochter in "Das weiße Band" den Deutschen Filmpreis erhalten.

Die junge Frau wirkt immer noch überwältigt davon, was in den vergangenen Jahren beruflich alles so passiert ist. Wenn Maria Dragus von dem Moment erzählt, als sie in Cannes "Das weiße Band" zum ersten Mal gesehen hat, bekommt sie auf den Armen Gänsehaut. Eigentlich, war ihre Karriere nicht großartig geplant. Durch eine Freundin kam die damalige Schülerin der Dresdener Palucca Hochschule für Tanz auf die Idee, sich bei einer Casting-Agentur anzumelden.

Zuerst waren es nur kleine Rollen, dann das Vorsprechen für "Das weiße Band". "Ich hatte einen Riesenrespekt vor dem Mythos ,Hanneke', bin zitternd vor ihn getreten und habe den Text vergessen", sagt Maria Dragus. Der Regisseur gab ihr trotzdem eine Chance - und sie bekam die Rolle. So machte die damals 13-Jährige am Set neben Burkhart Klaußner erste Gehversuche und übte mit Susanne Lothar in den Pausen ihren Text.

Besonders reizen die Autodidaktin inzwischen Rollen, in denen sie anders sein kann als sie selbst. Wie in Bettina Blümners "Scherbenpark" als Kaugummi kauende Teenagerin in Leoparden-Leggins, die unbedingt geschwängert werden will. Oder in Friederike Jehns "Draußen ist Sommer", wo sie als heranwachsende Wanda versucht, die entzweiten Eltern zu einem erneuten Miteinander zu bewegen.

Das muss Maria Dragus bei ihren eigenen Eltern nicht. Ihr Vater, ein rumänischer Solocellist, und ihre Mutter, eine sächsische Tänzerin, haben sie und ihre jüngeren Geschwister Josef und Paraschiva stets gemeinsam unterstützt: "Sie haben uns immer die Richtung einschlagen lassen, in die wir gehen wollen", sagt sie. Von ihrem Vater hat Maria Dragus Rumänisch gelernt und die Liebe zu Land und Leuten mitbekommen. Oft hat sie ihre Ferien bei den Großeltern nahe der moldawischen Grenze verbracht. "Mich stört, dass im Westen immer noch so viele Vorurteile über Rumänen kursieren. Die meisten Menschen dort arbeiten hart für ein besseres Leben", sagt sie.

Auch sie ist fleißig, büffelt per Fernstudium für ihr Abitur, tanzt, um fit zu bleiben, und dreht neue Filme. Und wenn die Zeit noch reicht, schreibt die 20-Jährige Drehbücher. "Zurzeit beschäftige ich mich mit dem Thema Fremdsein", erzählt sie. "Besonders interessiert mich, warum Menschen für einige Leute offener als für andere sind."

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