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Auf Frankfurter Gleisen

Unterwegs in Frankfurt: Acht Niederflurbahnen bringen Passagiere durch die Stadt.
Unterwegs in Frankfurt: Acht Niederflurbahnen bringen Passagiere durch die Stadt. © Foto: FOTO Michael Benk
Annette Herold / 11.02.2014, 07:30 Uhr
Frankfurt (MOZ) Sie sind aus Frankfurts Straßenbild nicht mehr wegzudenken: Acht Niederflur-Straßenbahnen vom Typ GT6M, die seit 20 Jahren zum Fuhrpark der Stadtverkehrsgesellschaft gehören. Am 18. Februar 1994 kam die erste Bahn dieses Typs in der Oderstadt an.

"Das war schon etwas Besonderes", erinnert sich Hartmut Huwe an die Zeit vor 20 Jahren, als die Bahnen in Frankfurt eintrafen. Man könne schon von einem Unterschied wie zwischen Trabant und einem Auto westlicher Bauart sprechen, findet der Geschäftsbereichsleiter Technik der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (SVF).

Mit dem Tieflader sind die Bahnen seinerzeit vom Produktionsort Nürnberg gebracht worden - in Frankfurt begann damit eine neue Ära. Seit sie fahren, sind SVF-Straßenbahnen überhaupt erst für Menschen mit Rollstuhl zugänglich, wenn auch nur an Haltestellen mit eigenen Bahnsteigen. Daran, dass es die Europäische Union den Verkehrbetrieben einmal aufgeben würde, für Barrierefreiheit zu sorgen, sei damals überhaupt noch nicht zu denken gewesen, sagt Huwe. Inzwischen bereitet sich die SVF darauf vor, bis zum Jahr 2022 wie gefordert Barierrefreiheit in sämtlichen Fahrzeugen und Haltenstellen zu schaffen.

Komplett werde das wohl nicht gelingen, vermutet Hartmut Huwe, aber gemeinsam mit der Stadt daran gearbeitet. Und die Niederflurbahnen sind längst vorbereitet: Seit Neuestem verfügen die acht Fahrzeuge jeweils über eine Klapprampe, über die der Einstieg für Rollstuhlfahrer ganz ohne die Hilfe anderer Fahrgäste möglich ist. Auch so sind die Unterschiede deutlich: Um in die Niederflurbahn zu gelangen, müssen Passagiere 30 Zentimeter überwinden, bei den Tatrabahnen sind es drei Stufen mit einer Höhe von insgesamt 87 Zentimetern.

Bis zum Mai 1995 waren alle acht Niederflurbahnen mit einer Motorleistung von insgesamt 300 Kilowatt in Frankfurt eingetroffen. Das sei noch die Zeit der Kinderkrankheiten gewesen, erinnert sich Kersten Heinsing, damals wie heute in der Werkstatt der Stadtverkehrsgesellschaft tätig.

Dennoch, allen sei damals klar gewesen, dass die Bahnen nicht nur mehr Bequemlichkeit für die Passagiere, sondern auch mehr Komfort für die Fahrgäste bieten würden. Sie seien bedienerfreundlicher, böten mehr Platz in der Fahrerkabine und ohnehin sei der Unterschied zu denen damals in Frankfurt eingesetzten - und auch bis heute noch fahrenden - Tatrabahnen enorm. Und was die Kinderkrankheiten angeht: Seitdem diese überstanden sind, liefen die GT6M sehr stabil, berichtet Hartmut Huwe.

Mindestens 20 Jahre sollen sie das auch noch und nicht zuletzt deshalb sind die Bahnen regelmäßig in der Werkstatt. Wöchentlich finde eine Durchsicht statt, berichtet Hartmut Huwe.

Zur Revision müssen die Bahnen alle 5000 Kilometer - und die haben sie nach drei bis vier Wochen zurückgelegt. Insgesamt ist jede der acht Bahnen bisher 800 000 Kilometer weit gefahren, wie der Geschäftsbereichsleiter Technik vorrechnet, und er geht davon aus, dass sie auch über die Mindestlaufzeit hinaus Frankfurter und Gäste der Stadt von A nach B transportieren können.

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