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SVF fährt wieder mit Diesel

frank groneberg / 03.01.2010, 07:19 Uhr
Die Stadtverkehrsgesellschaft setzt nicht länger nur auf Erdgas als Kraftstoff für ihre Busse. Das Unternehmen hat zwei sogenannte Midibusse gekauft, die von Dieselmotoren angetrieben werden. Die Fahrzeuge sind etwas kleiner als die bekannten SVF-Erdgasbusse und werden von der Firma Homann, die als Subunternehmer für die SVF im Linienverkehr tätig ist, genutzt.

Sie sind genauso lindgrün wie die gewohnten Busse im Stadtverkehr, ein klein wenig kürzer als diese, sind dank der Niederflurtechnik genauso bequem zu besteigen und würden eigentlich kaum auffallen - wenn ihnen nicht ein entscheidendes Detail fehlen würde: der lange Erdgas­tank auf dem Dach, der normalerweise hinter dem Kühlaggregat der Klimaanlage sitzt. Seit Mitte Dezember 2009 rollen zwei neue Li­nienbusse der Stadtverkehrsgesellschaft durch Frankfurt. Sie tragen die Wagennummern 441 und 442, fahren vor allem auf den Linien 984 und 987 sowie auf den Nachtlinien und haben statt des Erdgasmotors einen Dieselmotor. Damit kann die SVF nicht länger darauf verweisen, ihre komplette Busflotte auf Erdgasantrieb umgerüstet zu haben.

Allerdings waren ohnehin niemals nur Erdgasbusse in Frankfurt unterwegs - trotz der Anschaffung der 22 neuen Fahrzeuge ab September 2002. Denn die Firma Busreisen Homann, die als Subunternehmer für die SVF arbeitet, ist auch nach der Umrüstung weiter mit kleinen Dieselbussen gefahren. Der firmeneigene Stadtbus von Homann wurde inzwischen genauso wie ein alter SVF-Kleinbus verkauft.

"Unser Ziel war schon immer, unseren Fahrgästen in allen Bussen den gleichen Standard zu bieten", sagt Hartmut Huwe, Geschäftsbereichsleiter Technik bei der SVF. Daher habe man sich dafür entschieden, als Ersatz selbst zwei neue Busse zu kaufen und diese dauerhaft an die Firma Homann zu vermieten. Für den Einsatz auf den genannten Linien sollten es kleinere Fahrzeuge als die seit 2002 bei der SVF fahrenden bekannten Solobusse sein.

Diese kürzeren Midibusse gebe es aber mit Erdgasmotor "zu keinem wirtschaftlich vertretbaren Preis", erklärt Hartmut Huwe. Sie wären nur in einer Sonderanfertigung zu bekommen gewesen. Deshalb habe sich die SVF dafür entschieden, Dieselbusse zu kaufen. "Diese sind aber genauso umweltfreundlich", betont er.

In der Tat erfüllen die Sechs-Zylinder-Diesel-Motoren laut Hersteller den höchsten europäischen EEV-Abgasstandard für besonders umweltfreundliche Fahrzeuge und unterschreiten dank einem elektronisch geregelten Partikelfilter sogar die Schadstoffwerte der Euro-5-Norm, die seit September 2009 für neue Lkw und Busse Pflicht ist. Ein Erdgasmotor stößt jedoch deutlich weniger Kohlendioxid aus als der sauberste Dieselmotor.

Hergestellt wurden die Midi­busse vom Typ A 66 von der Göppel Bus GmbH im sächsischen Ehrenhain, die Fahrgestelle stammen von MAN. Mit einer Länge von 9,78 Metern sind sie deutlich kürzer als die bekannten Solobusse der SVF (11,95 Meter). Ihre Breite beträgt 2,38 Meter statt 2,50 Meter. 26 Sitzplätze und zwei Klappsitze stehen den Fahrgästen zur Verfügung (Solobus: 36 Sitzplätze). Zur Ausstattung gehört wie in den anderen Bussen eine Klapprampe für Kinderwagen und Rollstühle.

Wegen ihrer geringeren Ausmaße sind die Midibusse auch wendiger als die anderen SVF-Busse und wären für eine mögliche Linienführung durch Slubice besser geeignet als diese. Das habe beim Kaufentscheid aber keine Rolle gespielt, versichert Fred Bernau, Geschäftsbereichsleiter Verkehr bei der SVF. "Für solche zusätzlichen Fahrten haben wir keine Fahrzeuge. Unsere 22 Erdgasbusse sind in Frankfurt voll eingebunden. 20 sind ständig im Einsatz, einer in Bereitschaft, und Busse müssen ja auch zur Wartung." Außerdem fahre die SVF seit kurzem den Pendelverkehr für die Telekom vom Bahnhof zum Spitzkrug. "Die neuen Midibusse werden für jene Linien, die von der Firma Homann gefahren werden, gebraucht."

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