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Betreiber des Wohnprojektes in der Papierfabrik wenden sich an Stadtverordnete und Rathaus

Streit um Wagenburg erreicht Politik

Hinter dem Werkttor der einstigen Papierfabrik versteckt sich die Wagenburg.
Hinter dem Werkttor der einstigen Papierfabrik versteckt sich die Wagenburg. © Foto: MOZ/Sven Klamann
Sven Klamann / 13.02.2014, 07:55 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der Streit um die Wagenburg auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik Wolfswinkel hat die Politik erreicht. Zwei Aktivistinnen des alternativen Projekts, das schon seit 2008 Wohnen und Arbeiten in nahezu dörflichen Strukturen miteinander vereint, waren am Dienstagabend im städtischen Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt zu Gast, um die Volksvertreter um Hilfe zu bitten. Zuvor hatten sich die Wagenburgler aus dem gleichen Grund bereits in Briefen an Bürgermeister Friedhelm Boginski und Baudezernentin Anne Fellner gewandt. Und Carsten Zinn, Ortsvorsteher für das Brandenburgische Viertel und Stadtverordneter der Fraktion Die Linke/Allianz freier Wähler, war von sich aus auf die insgesamt acht Frauen, Männer und Kinder zugegangen, die in der parkähnlichen Anlage zwischen der Villa und den Produktionsgebäuden des in die Pleite gerutschten Betriebes leben.

Zwischen den Wagenburg-Bewohnern und dem Bevollmächtigten der Eigentümerin hängt seit geraumer Zeit der Haussegen schief. Zu den Gründen für den Zwist gibt es sich widersprechende Angaben, im Ergebnis aber duldet die Liquidatorin der Papierfabrik Wolfswinkel GmbH die derzeitige Nutzung nicht mehr - und der von beiden Seiten ausgehandelte Kaufvertragsentwurf scheint das Papier kaum noch wert zu sein, auf dem er abgedruckt wurde.

Im Auftrag von Bürgermeister und Baudezernentin wird Eberswaldes Verwaltungsdezernent Bellay Gatzlaff heute mit den Wagenburglern sprechen. "Von unseren Fachämtern weiß ich, dass wir aus ordnungsrechtlicher Sicht keinen Grund zum Eingreifen haben", sagte der Vertreter der Rathausspitze. In den zivilrechtlichen Streit zwischen den beteiligten Parteien werde sich die Stadt nur vermittelnd einmischen. "Beide Seiten gehen wohl davon aus, dass das Nutzungsrecht Ende März endet", fügte der Verwaltungsdezernent hinzu. Daher habe er schon einmal geschaut, ob Eberswalde den Wagenburg-Bewohnern eine Ersatzfläche anbieten könne. Dies werde jedoch schwer, weil ein Platz mit Wasseranschluss erforderlich sei. "Eberswalde ist bunt. Warum sollten da nicht auch solche Lebensentwürfe eine Chance auf Verwirklichung haben?", fragte Bellay Gatzlaff.

Im Bauausschuss haben die Projekt-Mitstreiterinnen Melanie Ulmer und Vera Schönfeld ihre Sicht der Situation geschildert. Und gefragt, ob die Stadt für das Grundstück der ehemaligen Papierfabrik ein Vorkaufsrecht besitze und sich vorstellen könne, dieses wahrzunehmen. Und ob es für Eberswalde eine Option sei, ihren Flächennutzungsplan so ändern zu lassen, dass auch alternative Wohnformen zulässig seien. Als Vertreter der Rathausspitze verwies Udo Götze, Leiter des Bauordnungsamtes, auf den noch ausstehenden Gesprächstermin mit dem Verwaltungsdezernenten. Bevor sich auch Stadtverordnete zu Wort melden konnten, waren die Wagenburglerinnen schon gegangen.

Bei der Suche nach einem Alternativ-Standort für das Projekt hat Ortsvorsteher Carsten Zinn mehrere Brachflächen im Brandenburgischen Viertel ins Gepräch gebracht.

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Wagenburg Sven Klamann Streit Anne Fellner Papierfabrik

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Eberswalder 14.02.2014 - 00:04:57

Was soll das ganze ????

Meines Wissens besteht doch eine Wagenburg aus mehreren, einzelnen ortsveränderlichen Gefährten( Fahrzeugen). Wer darin dauerhaft wohnt ist als fahrendes Volk ( landläufig Zigeuner)zu bezeichen. In Deutschland wird ein fester Wohnsitz gefordert, was diese Wagen aber nicht können. Weil sie sind ortsveränderlich. Wieso wird das denn Sache der Stadt, wo und wie diese Personen hausen ?? Gebt denen doch einfach eine Wohnung, Leerstand gibt es ja genug. Da haben sie auch Wasser und Strom. Übrigens ist am Werbellinsee auch schön zu campen.

Finower 13.02.2014 - 23:31:17

Papierfabrik Wolfswinkel

in der Knüppelbude habe ich mir meine Knochen kaputt gemacht an der Packmaschine

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