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Bis Ende 2017 fallen 21 Häuser

Auf der Liste: Das Haus in der Wollenweberstraße 20 (r.) mit 28 Wohnungen soll 2016 abgerissen werden.
Auf der Liste: Das Haus in der Wollenweberstraße 20 (r.) mit 28 Wohnungen soll 2016 abgerissen werden. © Foto: FOTO Michael Benk
Martin Stralau / 17.02.2014, 20:31 Uhr
Frankfurt (MOZ) Fast 1100 Wohnungen sollen in Frankfurt in den kommenden vier Jahren abgerissen werden. Die größte Maßnahme betrifft die Heinrich-Hildebrand-Straße 15-18a mit insgesamt 234 Wohnungen. Das geht aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) 2014 bis 2025 vor, das die Stadt am Mittwoch vorstellt.

Mit dem Abriss von 2245 Wohnungen bis zum Jahr 2025, davon 1083 im Zeitraum 2014 bis 2017 will die Stadt zusammen mit den Wohnungsunternehmen auf den weiteren Bevölkerungsrückgang reagieren und den Leerstand so gering wie möglich halten. Grundlage für die Planungen, die im neuen INSEK festgeschrieben sind, ist die aktuelle Bevölkerungsprognose für Frankfurt, die das Büro WIMES erarbeitet hat. Demnach wird die Einwohnerzahl der Stadt bis zum Jahr 2025 auf 54 660 zurückgehen. Ende 2012 lebten nach Angabe der Kommunalen Statistikstelle 58 700 Menschen in Frankfurt.

Mit der schrumpfenden Bevölkerung einher geht eine wachsende Anzahl von leer stehenden Wohnungen, die den Wohnungsunternehmen zusätzliche Kosten verursachen. In Frankfurt wurde deshalb eine Leerstandsquote von zehn Prozent als Richtwert vereinbart, um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen nicht zu gefährden. Laut INSEK müssen 2245 Wohnungen bis zum Jahr 2025 abgerissen werden, damit die Zehn-Prozent-Marke nicht überschritten wird.

Mehr als ein Jahr lang haben die Stadt und die Wohnungsunternehmen an dem neuen Konzept gearbeitet, das 2014 von den Stadtverordneten beschlossen werden soll. Das INSEK ist eine Vorgabe des Landes, ein fachübergreifendes Planungsinstrument, in dem Städte langfristige Zielvorstellungen und Strategien erarbeiten, um sich an aktuelle und künftige Bedarfe anzupassen. Zum INSEK gehört neben anderen Themen wie Kultur und Wirtschaft auch der Stadtumbau.

Beim Abriss von Wohnungen will man sich laut Konzept weiterhin vor allem auf die Gebiete am Stadtrand konzentrieren und dabei in erster Linie auf die Plattenbauten. Der Stadtumbau ist dafür bis 2025 in drei Phasen eingeteilt worden. Für den Zeitraum 2014 bis 2017 findet sich eine nach Adressen und Jahren geordnete Liste mit betroffenen Häusern. Eine Auflistung für einen längeren Zeitraum macht nach Ansicht von Baudezernent Markus Derling (CDU) insbesondere deswegen Sinn, weil dann im Stadtparlament nicht jedes Jahr neu diskutiert werden müsse.

Von den 1083 Wohnungen, die bis Ende 2017 abgerissen werden sollen, liegen die meisten (841) in Neuberesinchen. An zweiter Stelle folgt das Zentrum mit 105 Wohnungen. In Süd werden 73 und in Nord 64 Wohnungen abgerissen. 673 Wohnungen zählen zum Bestand der Wohnbau, 410 gehören der Wowi. Die Liste (siehe Infokasten) sei nur eine Orientierung. Wann die Wohnungsunternehmen einzelne Häuser tatsächlich abreißen, könnten diese auch in Abhängigkeit von ihrem Umzugsmanagement "flexibel gestalten", heißt es. In der zweiten Abrissphase von 2018 bis 2020 sollen nach jetzigem Stand 860 Wohnungen aus dem Stadtgebiet verschwinden - die meisten in Süd (428). Welche Häuser in diesen drei Jahren konkret "zurückgebaut" werden, soll bis spätestens 2017 entschieden sein. Von 2021 bis 2025 sind weitere 302 Wohnungen zum Abriss vorgesehen. Eine Zuordnung nach Stadtteilen wurde für die dritte Phase im aktuellen Konzept noch nicht festgelegt.

Neben den Abrissen plant Frankfurt beim Stadtumbau einige geförderte Aufwertungsmaßnahmen. Priorität hat dabei das Zentrum. Ziel ist laut INSEK eine "attraktivere, lebendigere Innenstadt mit stärkerer regionaler und überregionaler Ausstrahlung". Die Stadt werde die dafür nötigen Eigenmittel sichern.

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MOZ-Leser 28.03.2014 - 15:16:38

Bis Ende 2017 fallen 21 Häuser

Mehr Meinungen gibt es hier nicht zu diesem Beitrag - obwohl doch viele betroffen sind? Man kann über diese Pläne einfach nur mit dem Kopf schütteln... Wohin sollen denn dann die jetzigen Mieter? In modernisierte, nicht unbedingt bezahlbare, Altbauwohnungen? Oder irgendwo ins "beliebte", parkplatzfreundliche Zentrum? Dann steht das HEP als nächstes auf dem Plan. Was wird dann eigentlich aus den Fledermäusen, die, wenn es wärmer wird, um die Blöcke der H.-Hildebrand-Straße herumflattern? Kriegen die auch neuen Wohnraum? Oder ist das egal?

K. Albschnitzel 18.02.2014 - 20:10:24

@LUPO

Genau, dann wird alles besser.^^

lupo 18.02.2014 - 08:07:16

Bis Ende 2017 fallen 21 Häuser

Einverstanden, wenn zuvor das Rathaus personell radikal "zurück gebaut" wird.

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