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Britzer Fleisch- und Wurstwerk macht mit 110 Millionen Euro Rekordumsatz / Neue Räucherei geplant

Marke Eberswalder behauptet sich

Zu Besuch in der Fleischfabrik: Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski (2. v.r.)
Zu Besuch in der Fleischfabrik: Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski (2. v.r.) © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 18.02.2014, 08:00 Uhr - Aktualisiert 19.02.2014, 10:15
Britz/Eberswalde (MOZ) Der Betrieb liegt zwar außerhalb der Stadtgrenzen. Gleichwohl führt das Britzer Fleischwerk den Namen von Anfang in der Firmenbezeichnung. "Eberswalder" ist zu einer Marke geworden, wovon sich Bürgermeister Boginski bei seinem Besuch jüngst überzeugen konnte.

Die EWG Eberswalder Wurst GmbH und die EFG Eberswalder Fleisch GmbH hat im letzten Jahr in ihrem Britzer Werk einen Rekordumsatz von 110 Mio. Euro erwirtschaftet. Im Jahr 2002 betrug der Umstaz noch 40 Mio. Euro. Die Stammbelegschaft umfaßt derzeit 240 Angestellte.
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Fleischwerk Britz in der Erfolgsspur

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Eberswalde fühlt sich der Fleisch- und Wurstfabrik Britz, die 1977 als Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde (SVKE) seinen Betrieb aufnahm, nicht nur wegen des Namens verbunden und verpflichtet. Eberswalde, so erklärt Bürgermeister Friedhelm Boginski bei seiner Stippvisite, sei regionaler Wachstumskern und wolle mit Blick auf die neue Förderperiode für das Cluster Ernährungswirtschaft (eine Art Netzwerk der Branche) in der Region die Rolle eines Koordinators übernehmen. Deshalb habe er u. a. bereits Gespräche mit der Großbäckerei Märkisch Edel in Eberswalde sowie mit dem Landwirtschaftsbetrieb Ökodorf Brodowin beführt.

Das Fleischwerk Britz gehört zweifellos zu den großen und bekannten Namen innerhalb der Barnimer Ernährungswirtschaft. 2013 habe das Unternehmen einen Umsatz von 110 Millionen Euro gemacht - ein Rekordergebnis seit der Wende. 2002, als der heutige Inhaber Eckhard Krone das Geschäft übernahm, lagen die Erlöse bei gerade mal 40 Millionen Euro. Innerhalb von gut zehn Jahren sei es also gelungen, die Produktion gewissermaßen fast zu verdreifachen.

Aber: "Man darf sich keine Illusionen machen", warnt Krone. Die Fleischverarbeitung sei ein Wirtschaftszweig, der starken Schwankungen unterliegt. "Wir versorgen den nationalen Markt." Doch die Preisbildung für den Hauptrohstoff, fürs Schweinefleisch, erfolge aufgrund globaler Marktbedingungen, macht Krone die Krux deutlich. Das deutsche Schwein sei "zu einem Exportprodukt geworden". Steige international die Nachfrage, etwa auf dem asiatischen Markt, schießen auch die Preise in die Höhe. Was die Britzer 2008 leidvoll erfuhren. Explodierende Rohstoffpreise stürzten das Unternehmen damals in eine tiefe, existenzbedrohende Krise. Erfreulicherweise stagniere der Preis seit etwa ein, zwei Jahren. "Wir leben und sterben mit der Entwicklung der Rohstoffpreise", redet Krone Tacheles.

Erschwerend kommen für die Britzer die konkreten Standortbedingungen hinzu. Trotz der vor einem Jahr errichteten Photovoltaikanlage vor den Toren des Werkes sei die Betriebsfläche noch immer zu groß. Die Geschäftsführung bemühe sich deshalb weiter um eine Vermarktung. Aktuell sei man u. a. mit einer Mosterei im Gespräch.

Die geplante Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro/Stunde treffe das Unternehmen indes nicht, so Krone. Die Stammbelegschaft, die etwa 240 Kollegen umfasst, verdiene wenigstens 10,40 Euro. Auch in puncto Werkverträge gibt sich der Unternehmenschef entspannt. Die Arbeiter, die vorwiegend aus Polen kommen und vor allem in der Saison in Britz eingesetzt werden, seien "ordentlich" in Wohnblöcken in Eberswalde untergebracht. Davon habe er sich selbst überzeugt.

Wobei Krone keinen Hehl daraus macht, dass das Unternehmen auf Leiharbeiter und Werkverträgler angewiesen sei. "Die Fleischverarbeitung ist ein periodisches Geschäft." Mit Beginn der Grillsaison steige die Nachfrage deutlich an. Aktuell verlassen pro Woche insgesamt um die 220 Tonnen Wurstwaren sowie bis zu 350 Tonnen Fleischartikel das Werk. Wieder neu ins Sortiment aufgenommen wurde jüngst die Produktion von Leberwurst, verrät Produktionsleiter Reinhard Knote. Markenzeichen sei aber nach wie vor das Eberswalder Würstchen. Pro Woche gehen um die drei Millionen Exemplare vom Band. "Aneinandergereiht, entspricht dies der Entfernung Berlin - München", versinnbildlicht Marketingchef Sebastian Kühn.

2014 wollen die Fleischwerker eine neue Räucherei errichten, eine Investition von etwa zwei Millionen Euro. Darüber hinaus sei der Bau eines Blockheizkraftwerkes geplant. Und auch wenn mehr als 95 Prozent des Umsatzes über die Handelsketten realisiert werden, so wollen die Britzer in diesem Jahr eine weitere eigene Verkaufsstelle (am Rande Berlins) eröffnen. Das Geschäft vor Ort sowie im neuen Laden in Velten brumme, heißt es.

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