Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

In Brandenburg sank auch die Erdölproduktion im vergangenen Jahr

Weniger heimisches Gas gefördert

© Foto: Johann Müller
Joachim Göres / 26.02.2014, 19:30 Uhr - Aktualisiert 25.06.2014, 13:58
Hannover (jg) In Deutschland ist 2013 weniger Erdgas gefördert worden als im Vorjahr, während die Erdölproduktion stabil blieb. Brandenburg ist daran mit einem bescheidenen Anteil beteiligt.

Nach den am Mittwoch in Hannover vom Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) vorgestellten Zahlen sank die inländische Erdgasproduktion von 10,8 auf 9,8 Milliarden Kubikmeter. Damit trägt das in Deutschland geförderte Erdgas zu elf Prozent zum heimischen Verbrauch bei. Mit 2,6 Millionen Tonnen wurde 2013 so viel Erdöl wie im Vorjahr gefördert. Diese Menge macht allerdings nur drei Prozent des deutschen Verbrauchs aus.

In Brandenburg sank die Erdölproduktion von 14 300 Tonnen auf 10 600 Tonnen. Das schwarze Gold stammt aus dem Feld Kietz (Märkisch-Oderland). Unser Bundesland trägt damit zu 0,4 Prozent der bundesweiten Ölförderung bei. Bei den Bohrungen bei Küstrin-Kietz wurden 4,6 Millionen Kubikmeter Erdgas herausgeholt - 2012 waren es noch 6,2 Millionen gewesen. Das in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geförderte Öl landet in der PCK Raffinerie Schwedt (Uckermark) - 15 400 Tonnen der insgesamt verarbeiteten 10,4 Millionen Tonnen Erdöl stammen aus Deutschland. Das macht Platz Sechs unter den Raffinerien bei der Verarbeitung deutschen Öls. Die Zahl der Mitarbeiter bei den WEG-Mitgliedern, zu denen aus Brandenburg auch die Untergrundspeicher- und Geotechnologie-Systeme GmbH Mittenwalde (Dahme-Spreewald) gehört, stieg erstmals auf über 10 000.

WEG-Hauptgeschäftsführer Josef Schmidt fordert, das umstrittene Fracking-Verfahren zum Abbau von Schiefergasvorräten in Deutschland zuzulassen. Bei Fracking-Bohrungen werden große Mengen Wasser und Chemikalien eingesetzt. Derzeit gibt es keine Genehmigungen, aus Angst vor negativen Folgen für das Grundwasser. "Eine Fortsetzung dieser Blockade gefährdet nicht nur Investitionen, sondern damit auch die Arbeitsplätze von fast 20 000 Menschen", sagt Schmidt.

Jörg Feddern, Ölexperte bei Greenpeace, lehnt dagegen Fracking ab und verlangt zudem, auf sämtliche neue Ölbohrungen zu verzichten. "Eine Neuerschließung von Erdölfeldern in Deutschland und weltweit ist unverantwortlich, denn dies führt unter anderem zu erhöhtem Kohlendioxidausstoß." Mit Fracking wurden in den USA die Gas- und die Ölförderung rasant ausgeweitet, was die Preise sinken lässt. Und in den Tiefen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns lagern offensichtlich noch beträchtliche Ölvorräte.

In deutschen Haushalten ist Erdgas laut WEG der Energieträger Nummer Eins mit einem Anteil von 37 Prozent, gefolgt von Öl mit 21 Prozent. Zu den größten deutschen Öl- und Gasförderern gehören RWE Dea (Hamburg), Mobil Erdgas-Erdöl (Hamburg), Wintershall (Kassel), BEB Erdgas und Erdöl (Hannover) sowie GDF Suez E&P Deutschland mit Sitz im niedersächsischen Lingen - diese Tochter des französischen Konzerns ist es auch, die bei Küstrin-Kietz fördert.

Von Joachim Göres

Hannover. In Deutschland ist 2013 weniger Erdgas gefördert worden als im Vorjahr, während die Erdölproduktion stabil blieb. Brandenburg ist daran mit einem bescheidenen Anteil beteiligt.

Nach den am Mittwoch in Hannover vom Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) vorgestellten Zahlen sank die inländische Erdgasproduktion von 10,8 auf 9,8 Milliarden Kubikmeter. Damit trägt das in Deutschland geförderte Erdgas zu elf Prozent zum heimischen Verbrauch bei. Mit 2,6 Millionen Tonnen wurde 2013 so viel Erdöl wie im Vorjahr gefördert. Diese Menge macht allerdings nur drei Prozent des deutschen Verbrauchs aus.

In Brandenburg sank die Erdölproduktion von 14 300 Tonnen auf 10 600 Tonnen. Das schwarze Gold stammt aus dem Feld Kietz (Märkisch-Oderland). Unser Bundesland trägt damit zu 0,4 Prozent der bundesweiten Ölförderung bei. Bei den Bohrungen in Kietz wurden 4,6 Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert - 2012 waren es noch 6,2 Millionen gewesen. Das in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geförderte Öl landet in der PCK Raffinerie Schwedt (Uckermark) - 15 400 Tonnen der insgesamt verarbeiteten 10,4 Millionen Tonnen Erdöl stammen aus Deutschland. Das macht Platz Sechs unter den Raffinerien bei der Verarbeitung deutschen Öls. Die Zahl der Mitarbeiter bei den WEG-Mitgliedern, zu denen aus Brandenburg auch die Untergrundspeicher- und Geotechnologie-Systeme GmbH Mittenwalde (Dahme-Spreewald)gehört, stieg erstmals auf über 10 000.

WEG-Hauptgeschäftsführer Josef Schmidt fordert, das umstrittene Fracking-Verfahren zum Abbau von Schiefergasvorräten in Deutschland zuzulassen. Bei Fracking-Bohrungen werden große Mengen Wasser und Chemikalien eingesetzt. Derzeit gibt es keine Genehmigungen, aus Angst vor negativen Folgen für das Grundwasser. "Eine Fortsetzung dieser Blockade gefährdet nicht nur Investitionen, sondern damit auch die Arbeitsplätze von fast 20 000 Menschen", sagt Schmidt.

Jörg Feddern, Ölexperte bei Greenpeace, lehnt dagegen Fracking ab und verlangt zudem, auf sämtliche neue Ölbohrungen zu verzichten. "Eine Neuerschließung von Erdölfeldern in Deutschland und weltweit ist unverantwortlich, denn dies führt unter anderem zu erhöhtem Kohlendioxidausstoß." Mit Fracking wurden in den USA die Gas- und die Ölförderung rasant ausgeweitet, was die Preise sinken lässt. Und in den Tiefen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns lagern offensichtlich noch beträchtliche Ölvorräte.

In deutschen Haushalten ist Erdgas laut WEG der Energieträger Nummer Eins mit einem Anteil von 37 Prozent, gefolgt von Öl mit 21 Prozent. Zu den größten deutschen Öl- und Gasförderern gehören RWE Dea (Hamburg), Mobil Erdgas-Erdöl (Hamburg), Wintershall (Kassel), BEB Erdgas und Erdöl (Hannover) sowie GDF Suez E&P Deutschland mit Sitz im niedersächsischen Lingen - diese Tochter des französischen Konzerns ist auch, die in Kietz fördert.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG