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"Bahnhof" wird abgerissen

Einsturzgefährdet: Das alte Friedrichsauer Bahnhofshäuschen muss nach Einschätzung von Gemeindevertretern und Sachverständigen gesichert werden. In der Gemeindevertretung Zechin wurde für den Abriss plädiert.
Einsturzgefährdet: Das alte Friedrichsauer Bahnhofshäuschen muss nach Einschätzung von Gemeindevertretern und Sachverständigen gesichert werden. In der Gemeindevertretung Zechin wurde für den Abriss plädiert. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 28.02.2014, 07:44 Uhr
Friedrichsaue (MOZ) Der Friedrichsauer Bahnhof ist nicht mehr zu retten. Das hat eine Besichtigung ergeben, an der neben Gemeindevertretern auch Dorfmuseumsleiter Helmut Hulitschke und Hartmut Fuchs vom Bulldoggverein teilgenommen haben. Zunächst soll die Eigentumsfrage geklärt werden.

Die verrosteten Stahlträger im Dach des kleinen Wartehäuschens sind brüchig. Die Mauer über dem einstigen Ausstiegsbereich der Oderbruchbahn droht sogar abzustürzen. Tatsächlich besteht dort akuter Handlungsbedarf. Die Teilnehmer des Vor-Ort-Termins am Bahnhof Friedrichsaue mussten der Einschätzung des Bauordnungsamtes des Kreis recht geben: "Da hilf nur noch der Abriss", überbrachte Friedrichsaues Ortsvorsteherin Sandy Steuer die Nachricht am Mittwoch dem Gemeinderat. Damit werden auch die Pläne des Bulldogvereins hinfällig, gemeinsam mit Partnern das Häuschen zu einem touristischen Schmuckstück zu machen, wie es in Kerstenbruch bei Neulewin am Radweg grüßt.

"Ich bedauere das sehr. Aber ich sehe es auch ein", erklärte am Donnerstag Helmut Hulitschke. Der Leiter des Dorfmuseums hatte im der Gemeinderatssitzung im Januar angeregt, das Häuschen mit Arbeitseinsätzen wiederherzustellen. Doch so leicht ließe es sich nicht bewerkstelligen. Gemeinsam mit dem Eisenbahnverein Letschin soll jedoch eine Möglichkeit gefunden werden, am Wanderweg an den historischen Ort zu erinnern. "Die Grundplatte sollte stehen bleiben. Vielleicht sogar ein fachgerecht gesicherte Mauer oder Ecke, an der sich Informationstafeln anbringen lassen."

"Wir streben eigentlich immer den Erhalt solcher Gebäude an", erklärte Bernd Kutzke, Vorsitzender des Eisenbahnvereins. Doch dafür müsse es vor Ort dann auch Kräfte geben, die sich darum kümmern. Im Falle eines Abrisses würde der Verein eine Info-Tafel begrüßen. Darauf habe sich aber die Arbeitsinitiative Letschin spezialisiert. "Unsere Kräfte sind derzeit gebunden. Wir bemühen uns gerade um den Erhalt des Fachwerkgebäudes am neu gebauten Radweg R1 in Letschin."

Bevor an dem Bahnhofshäuschen Friedrichsaue etwas geschieht, will Zechins Bürgermeister Dieter Rauer erst einmal die Eigentumsverhältnisse klären lassen. Er sei bislang stets der Meinung gewesen, dass sich das Areal im Besitz der Treuhandnachfolgerin BVVG befinde. Laut Grundbuch sei die 7178 Quadratmeter große Fläche noch als Eigentum des Volkes vermerkt und somit per Stichtag Treuhandvermögen geworden.

Demgegenüber verlas Guntram Glatzer, Hauptamtsleiter von Golzow, ein Schreiben der BVVG, in der diese Firma versichert, nicht im Besitz der Fläche zu sein. Im Zuge des Bodenordnungsverfahren Friedrichsaue Golzow hat die Gemeinde Zechin indes beantragt, die Wanderwegsfläche zugeordnet zu bekommen. Diese Zuordnung sei jedoch noch nicht erfolgt, so dass im Augenblick nicht klar sei, wer die Sicherung des Gebäudes übernehmen soll. Das Bauordnungsamt indes hat angekündigt, die Sicherung des Gemäuers als Ersatzvornahme durchzuführen und die Kosten als Grundbuchlast einzutragen.

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Oderbruchbahner 28.02.2014 - 18:31:15

Schade

- wieder ein Zeugnis der alten Bruchbahn weniger!

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