Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Klub-Viergestirn leitet an den Uckermärkischen Bühnen vielleicht die Wiedergeburt Schwedts als Karnevalshochburg ein

Vereinigt Narrenland

Vereinigte Narren: Intendant Reinhard Simon eröffnet im pinkfarbenen Frack und mit Zylinder die lange Nacht der Narren am Theater. Uwe Schmiedel (rechts) führte als Zeremonienmeister überraschend narrensicher durch das stimmungsgeladene Programm.
Vereinigte Narren: Intendant Reinhard Simon eröffnet im pinkfarbenen Frack und mit Zylinder die lange Nacht der Narren am Theater. Uwe Schmiedel (rechts) führte als Zeremonienmeister überraschend narrensicher durch das stimmungsgeladene Programm. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Dietmar Rietz / 02.03.2014, 20:28 Uhr
Schwedt (MOZ) Fast 300 Karnevalfans feierten unter dem Motto "Narren vereinigt Euch!" an den Uckermärkischen Bühnen mit vier Karnevalklubs eine lange und glänzende Nacht des Frohsinns bis in den Sonntagmorgen.

Beim Einmarsch des Prinzenpaares, Ihre Lieblichkeit Saskia I,. (Schauspielerin Saskia Dreyer) und Seine Niedlichkeit Daniel I. (Daniel Heinz), und ihres Vereinsgefolges war der Beifall noch dünn wie das Eis, auf das sich die Mütter und Väter dieser Karnevals-Gala voller Wagemut begeben hatten. Spätestens als die strahlende Prinzessin und ihr langer Prinz mit dem Narrenvolk "durch die goldene Brücke" tanzten war es gebrochen. Frohsinn hielt im Theater-Narrenschloss Einzug, sowie es sich Intendant Reinhard Simon in seiner Eröffnungs-Büttenrede gewünscht hatte.

Das Bühnenteam hatte die Karnevalssäle und Bühnen farbenprächtig, kunstfertig und fantasievoll ins rechte Licht gesetzt. Dafür erntete das Haus bei den als Piraten, Matrosen, Bienen, Hasen, Kühen, ,Prinzessinnen und anderen Märchenfiguren, Elfen und Zahnfeen, Cowboys und Mönchen, Polizisten und Ganoven verkleideten Gäste Lob. Die Karnevalsdebütanten hätten ihr Gesellenstück abgeliefert, hieß es. Die Karnevals-Meister von "Primania", "Ölprinzen", "FC BKH" und vom Karnevalsclub Angermünde haben das möglich gemacht.

Zeremonienmeister Uwe Schmie del pflanzte den Vereinigungs-Schlachruf "Schwedt - helau!" in die Köpfe und Herzen des Publikums. Er vollbrachte mit dem Klub-Viergestirn sowie Bühnenkollegen witzig, wortgewandt und wandlungsfähig das Kunststück, selbst Skeptiker in närrische Partylöwen zu verwandeln. Zu ganz großer Form lief er als Mr. Spuck (aus "Raumschiff Surprise") auf.

Hans Jäckel, einst Präsident des FC BKH, der vormals große Hallen füllte, freute sich, dass er und Simon vor Monaten per Handschlag ihre närrische Fehde beigelegt haben. Er war stolz, dass "seine Gardetänzerinnen" in dieser Nacht Glanznummern ablieferten. Die FC-BKH-Kindergarde rockte den Saal und provozierte die ersten Zugabe-Rufe. Das schaffte später auch Horst Schlemmer alias Wolfgang Möller mit seinem "Schätzilein". Der Ölprinzen-Ehrenpräsident lobte danach: "Das macht Spaß hier, das Theater bietet dafür ein unschlagbares Umfeld." Bei Nummern wie "Hey, wir woll'n die Eisbärn sehn" mit Marina Sewekow im Eisbärenkostüm und beim Flieger-Lied sang und tanzte der ganze Saal. Das "Primania"-Schwarzlichttheater bezauberte. Der witzig nostalgisch angehauchte Schulvergleich testete die Zwerchfelle der Lacher.

Aber nicht alles, was im Theater-Narrenschloss glänzte, nahm das Publikum wie bares Gold. Andreas Schaffus amüsierte sich zwar prächtig, ihm missfiel jedoch der "Wanderfasching" durch mehrere Räume.

Andere hatten heißeres Karnevalsblut in den Adern. Renate Möller zum Beispiel. Ihr Mann gehört zum Ölprinzen-Adel. Sie ist erfreut, dass sich die Klubs unter einem Dach zusammenfanden und feierten. Carola und Hartmut Schickedanz geht es ebenso. Julia Hasselmann war einst FC-BKH-Mitglied und mit einem ganzen Tisch voller Eltern, Tanten und Cousinen da: "Ich wollte wissen, wie sich unsere Gardetänzerinnen hier schlagen. Es war wunderbar." Sven Glasenapp und Yvonne Schermer haben seit Jahren bedauert, dass der Fasching in Schwedt "nur noch auf kleiner Flamme köchelte" und befürworten den Versuch der Wiederbelebung von Schwedt als Karnevalshochburg. Ähnlich sehen das Thomas Draheim und seine Frau, die sich am Sonnabend erstmals nach jahrelanger Abstinenz wieder in Kostüme geworfen hatten.

Vom Büttenredner bekamen Politiker heftig was um die Ohren. Live-Acts des Schauspielerteams, Sketche, Tänze, Schunkellieder und andere Stimmungsbomben heizten die Feierlust beim Publikum an. "So muss Karneval sein", sagte eine der wundervollen Tänzerinnen von "Ladylicious" zum Abschied. Bis 2 Uhr hatten Mutige die Chance, in der Theaterklause beim Karaoke mitzumachen. Bis gegen 3 Uhr tanzten die letzten Unermüdlichen - erst nach den Noten der Jet Set Band und dann heißer im Diskorhythmus.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG