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Tête-à-Tête mit BI "Contra"- Vertretern

Sascha Piur, Ortsverbandschef der FDP Falkensee.
Sascha Piur, Ortsverbandschef der FDP Falkensee. © Foto: privat
Patrik Rachner / 06.03.2014, 20:00 Uhr
Falkensee (MZV) Die FDP in Falkensee wird bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung mit 18 Kandidaten um die Wählergunst werben. Im Wahlkreis IV (Finkenkrug) werden sich ausschließlich sechs Mitglieder der Bürgerinitiative "Contra", die für einen kostengerechteren Anliegerstraßenausbau eintreten, dem Votum stellen. Das Wahlkampfmotto der Liberalen lautet "Zeit, dass sich was ändert".

Während die Spaltung der BI Formen annimmt, wollen Elfriede Schmidt, Susanne Mausolf und Dirk Weicke (selbst FDP Mitglied), die unter anderem zuletzt die Kandidaturerklärung des BI-Vorsitzenden Andreas Breinlich öffentlich stark kritisiert hatten, nunmehr auch politisch die Interessen der BI und natürlich die der FDP wahrnehmen. Täten sie Letzteres nicht, hätten sie sich nicht auf der Liste der Liberalen wiedergefunden.

"Für die FDP ist das Thema Anliegerstraßenbau längst mehr als nur ein Tagesordnungspunkt auf der Agenda des Bürgermeisters. Deswegen haben wir beschlossen, es der BI-Contra zu ermöglichen, auf der FDP-Liste im Wahlkreis vier geschlossen anzutreten. Unser gemeinsames Ziel ist es, den berechtigten Anliegen der Betroffenen angemessen Gehör zu verschaffen", so der Ortsverbandsvorsitzende Sascha Piur. Zur Kandidatur von deren bisherigem Vorsitzenden Herrn Breinlich für die AfD sagte Piur: "Mit Herrn Breinlich wird es keine Zusammenarbeit geben, denn er zeigt die gleiche Gutsherrenart wie der Bürgermeister. Es ist offenkundig, dass er seine persönlichen Interessen über die Ziele der BI und damit von tausenden betroffenen Anliegern in Falkensee stellt".

Laut Angaben von Havellands FDP-Chef, Amid-Michel Jabbour, soll neben der Forderung nach mehr und echter Bürgerbeteiligung im Wahlkampf auch mit den Themen mehr Krippenangebote für unter Dreijährige, solide Finanzen sowie die weitere Entwicklung im Zentrum der Gartenstadt gepunktet werden. Jabbour sagte etwa zu den fehlenden Krippenplätzen an Falkensees Bürgermeister adressiert: "Wenn Geld für ein Schwimmbad da ist, aber keins für die Verbesserung des Krippenplatzangebots, muss Heiko Müller uns das ehrlich erklären. Die Stadt stiehlt sich unserer Meinung nach aus der Verantwortung. Nur auf Tagesmütter zu setzen, die sicherlich gut und fleißig arbeiten, reicht bei Weitem nicht aus." Piur warf die Frage auf, "ob Eltern ihre Kinder morgens im Hallenbad abgeben sollen?"Auch bei der Verkehrspolitik gilt nach Ansicht der FDP, dass bei intelligenter Planung mehr Verkehr nicht auch mehr Stau, Lärm und Gestank bedeuten muss. "Vernünftige Stadtplanung stellt keinen Widerspruch zwischen der Verbesserung der Lebensqualität und der Stärkung der Wirtschaft in Falkensee dar, sondern macht bisher ungenutzte Potentiale nutzbar", so Piur.

Wichtig sei für die FDP vor allem eine neue politische Kultur in der Stadt zu etablieren. Die Politik sei schließlich "für die Menschen da, nicht umgekehrt", so Jabbour wiederum. "Die Politik in Rathaus und SVV muss die Menschen endlich ernst nehmen und angemessen beteiligen, statt ihnen - wie beim Anliegerstraßenbau - die Ergebnisse per Kostenbescheid zu diktieren. Transparente Entscheidungsprozesse und rechtzeitige und umfassende Bürgerbeteiligung müssten selbstverständlich werden", sagte der Kreisvorsitzende weiter. Zu den Personalien: Die bisherigen SVV-Mitglieder Torsten, Bathmann, Max Koziolek und Tim Bremmer treten genauso zur Wahl an wie der ehemalige Fraktionsvorsitzende Dr. Eckhardt Lindner, dessen berufliche Situation sich wieder so entspannt haben soll, dass er sich wieder der Politik widmen könne.

Die FDP, die ihre Kandidaten für den havelländischen Kreistag noch wählen wird, genügend Listenplatzbewerber gibt es den Angaben zufolge, muss in den kommunalen Parlamenten im östlichen Havelland bis auf Falkensee und Ketzin/Havel personell gesehen dennoch wohl oder übel, etwa in Nauen, Wustermark und Schönwalde, in den sauren Apfel beißen und auf mögliche Abgeordnete verzichten. "Auch Brieselang ist unser wunder Punkt. Wir haben dort Mitglieder, aber alle sind beruflich zu stark eingespannt. Das ist bedauerlich. Rico Löwe wird aber zumindest für den Kreistag als Spitzenkandidat zur Verfügung stehen", so Jabbour. Schön sei die Situation auch in Dallgow nicht - ein ebenfalls "schwieriges Pflaster", so der Kreisvorsitzende. Die Liberalen, die derzeit mit dem Bürgerbündnis für Dallgow zusammenarbeiten, müssten sich noch erklären, ob sie weitermachen. Die Diskussion laufe noch. Georg Neubauer, zuletzt Bundestagsdirektkandidat, solle jedenfalls die Listenplatzvergabe organisieren.

Die Kandidaten für die SVV Falkensee im Überblick:

Wahlkreis (WK) eins: Sascha Piur, Amid Jabbour, Gabi Bremmer, Elke Koziolek.

WK zwei: Torsten Bathmann, Tim Bremmer, Melanie Bühne, Jürgen Bathmann.

WK drei: Max Koziolek, Dr. Eckhardt Lindner, Franziska Bathmann.

WK vier: Elfriede Schmidt, Dirk Weicke, Michael Tettke, Mary-Susanne Mausolf, Jörg Höpfner, Kurt Richter.

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