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Verein "Brassens in Basdorf" feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einem weiteren Chanson-Festival

Frühlingsbeginn auf Französisch

Fabian Sauer / 10.03.2014, 06:48 Uhr
Basdorf (MOZ) Sang- und klangvoll ging es am Wochenende zu, als der Verein "Brassens in Basdorf" zum Frühlingsfest des mittlerweile elften Chanson-Festivals einlud. Mit einer Ausstellung und drei Konzerten erinnerten die Vereinsmitglieder an den französischen Liedermacher.

Es ist gegen 13 Uhr an diesem Sonnabend, als ein dunkelblauer VW mit französischem Kennzeichen die ersten internationalen Besucher vor dem Barnimer Hof in Basdorf absetzt, und es werden nicht die letzten sein. "Basdorf ist für Chanson-Liebhaber und Brassens-Fans so etwas wie ein Wallfahrtsort", weiß Jürgen Günther. Seit nunmehr zehn Jahren ist er als stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Brassens in Basdorf" für die Organisation des Festivals mitverantwortlich.

"Ganz zu Anfang stand ja nur die Frage nach einem Namen für den Platz vor der Bibliothek", erinnert sich der Basdorfer. "Damals wusste ich nicht wirklich viel mit dem Namen Georges Brassens anzufangen", gesteht Günther. Dabei verbrachte der französische Star-Chansonier während des zweiten Weltkriegs einige Zeit als Zwangsarbeiter in Basdorf. Damals, im Alter von 21 Jahren, begann Brassens auch mit dem Komponieren und Schreiben seiner ersten Chansons, die ihn später weltberühmt machen sollten.

"Nachdem wir uns mehr und mehr mit Brassens beschäftigt hatten und auf einigen anderen Chanson-Festivals mit Musikern in Kontakt gekommen sind, kam uns dann die Idee, ihm und seiner Musik auch hier ein Fest zu widmen", erzählt Jürgen Günther. Dabei kann der Verein seit Beginn auf die Unterstützung von Brassens-Fans aus Frankreich setzen. Viele Künstler, die auf den kleinen Konzerten auftreten, sind Franzosen.

Mittlerweile zieht das Chanson-Festival größere Kreise. Es lockt Musiker aus vielen Teilen der Welt nach Basdorf. So tritt die Chilenin Catalina Claro mit lateinamerikanischen Liedern auf die Bühne, aber auch englische, irische, deutsche und natürlich französische Texte fehlen beim elften Festival nicht.

Ebenso bunt wie die Wahl der Sprachen ist die Ausgestaltung der Musik. Der Franzose Jean-Marc Duchemin erinnert mit seiner tiefen, rauen Stimme sehr an Sänger Jacques Brel. Auf die musikalischen Spuren von Reinhard May begibt sich dagegen Ortsvorsteher Peter Liebehenschel. Und die junge LeThanh macht mit ihrer Stimme glatt einer Annett Louisan Konkurrenz.

Dass Georges Brassens und seine Lieder auch auf die heutigen Musiker einen großen Einfluss hatten, steht für Sigrun Geier fest. "Brassens war in meiner Jugend sehr angesagt und er hat ja damals auch viele deutsche Liedermacher, beispielsweise Wolf Biermann, inspiriert", weiß die 69-jährige Berlinerin.

Die nächste Gelegenheit, um sich von französischer Musik und Lebensart fesseln zu lassen, findet sich allerdings nicht erst in einem Jahr. "Wegen unseres zehnjährigen Jubiläums haben wir das Festival in diesem Jahr dreigeteilt", erklärt Jürgen Günther. Nach dem Auftakt an diesem Wochenende geht es vom 24. bis 28. Juli weiter mit dem Chanson-Sommerfest.

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