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Windkraftgegner sind irritiert

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Patrik Rachner / 10.03.2014, 21:33 Uhr - Aktualisiert 10.03.2014, 21:39
Schönwalde-Glien (MZV) Nach der Ankündigung der Berliner Stadtgüter die Windkraftprojekte trotz Gegenwindes weiter verfolgen zu wollen, kritisieren die Vertreter der Schönwalder Bürgerinitiative „Keine Windindustrieanlagen im Landschaftsschutzgebiet“ die Pläne massiv. „Es ist erstaunlich und erschreckend zugleich, wie selbstherrlich der Geschäftsführer der Berliner Stadtgüter, Peter Hecktor, über das Schicksal unserer Gemeinde verfügt und zugleich keine Gesetze, Erlasse und Regionalplanungen anerkennen will“, so die Reaktion der Sprecherinnen Elvira Breuer-Solbach, Claudia Heckmanns und Evi Hoffmann.

Noch im Oktober des vergangenen Jahres hatten die Berliner Stadtgüter eine Absage des Brandenburgischen Umweltministeriums erhalten, weil unter anderem der Bau von Windkraftanlagen gemäß der Landschaftsschutzgebietsverordnung in der Gemeinde nicht genehmigungsfähig ist. Da auch keine Ausgliederung entsprechender Flächen in Aussicht gestellt und die Entscheidung unabhängig vom Regionalplan Windenergie getroffen worden ist, versteht die BI das starre Festhalten der Berliner Stadtgüter an ihrem Vorhaben nicht.„Das ist nicht gut, es ist unfassbar“, so Heckmanns weiter.

Dass das Unternehmen des Landes Berlin das Gebiet wegen der Stromtrasse als vorbelastet einstuft und gleichzeitig Hoffnungen hegt, die Pläne umzusetzen, ist laut Bi in diesem Zusammenhang in das Reich der Illusionen zu verbannen . „Es gibt schließlich mehrere Gerichtsurteile, die genau das ausschließen: eine Stromtrasse gilt nicht als Vorbelastung. Aber es geht um sehr viel Geld, denn Berlins Kassen sind leer und die Zeit rennt den Stadtgütern davon. Das öffentliche Interesse, die Bürger und die intakte Natur von Schönwalde-Glien interessieren aber weder den Finanzsenat noch die Stadtgüter“, so der Vorwurf.

Obwohl die Gründer auch im Interesse der Bürger überaus naturverträgliche Ziele verfolgten, zähle den Angaben zufolge nun nur noch die Gewinnoptimierung. So würden die eigenen Wurzeln gekappt, der Rubel müsse wohl rollen. Aber: „Wir hoffen allerdings sehr, dass alle Verantwortlichen weiterhin daran festhalten, die Natur und die Umwelt zu schützen und nicht monetären Belangen zu opfern.“

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Till 22.08.2014 - 23:47:51

...und nun?

Was ist daraus geworden?

M.Wilhelm 18.03.2014 - 20:02:21

Besser auf WKAs in Schönwalde Glien verzichten

Hallo liebe Leser, aus der Sicht eines normalen Bürgers, der an demokratische Prinzipien glaubt ist es schon verwunderlich, dass immer wieder in eine Richtung gebohrt wird, die eigentlich vom Tisch zu sein schien. Es wurde in den entsprechenden politischen Gremien mit hoher Bürgerbeteiligung beschlossen, das im jungen Landschaftsschutzgebiet keine Windkraftanlagen errichtet werden. Die Bürger haben hunderte von Stellungnahmen dagegen vorgebracht, als es um die Ausweisung einer kleinen Fläche für die Errichtung von Windkraftanlagen im Gemeindegebiet Schönwalde Glien ging. Wer sich einmal den „Spaß“ macht sich neben so eine Anlage zu stellen und sie nicht nur aus der Ferne zu betrachtet, der weiß, warum sich die Bürger wehren, wenn ein Naherholungsgebiet zerstört wird, um zu allem Ärgernis auch noch Subventionsobjekte zu errichten. Sowohl Steuergelder als auch die höheren Energiekosten werden auf den Normalverbraucher umgelegt. Des weiteren werden Grundstücke der Nachbarn entwertet. Leider bleibt auch der soziale Aspekt auf der Strecke, es befindet sich ein Verein mit hohem sozialem Engagement im potenziellen Einzugsbereich. Planungen der Vergangenheit haben gezeigt, das hier wie auch anderen Orts keine Vernunft mehr zu erwarten ist sowie die erste Anlage errichtet werden durfte. Neben den naturschutzrechtlichen Aspekten hat auch der Mensch ein gewisses Recht auf sein Wohlbefinden. In dieser Richtung hoffen viele Mitbürger, das speziel in Schönwalde Glien keine WKA errichtet werden dürfen. M. Wilhelm

Evelyn Hoffmann 14.03.2014 - 08:44:46

Es geht um die Wurst und nicht um das Klima

"Das EEG sei weder ein kosteneffizientes Instrument für den Klimaschutz, noch entfalte es messbare Innovationen" fasst die FAZ das Gutachten der Expertenkommission für Forschung und Entwicklung (EFI) zusammen." Aus beiden Gründen ergibt sich deshalb keine Rechtfertigung für eine Fortführung des EEG" ist das Fazit der EFI. Wir können also das Klima mit Windindustrieanlagen nicht retten, ganz im Gegenteil, wir zerstören nachhaltig unseren Lebensraum - hier vor Ort wie weltweit. Die Energiewende mag gut gemeint gewesen sein. Doch wie so oft ist "gut gemeint" dann leider "schlecht gemacht". Hier ein paar Beispiele: Windindustreianlagen greifen massiv in die Umwelt ein. Das beginnt mit der Produktion, besonders beim tonnenschweren Einsatz von Neodym, geht über den Landschaftsverbrauch, Waldrodungen, Absenken des Grundwasser durch die gigantischen Betonfundamente und endet als verrottendes Mahnmahl, wenn die Gelder für den Rückbau fehlen. Als "Gegenleistung" wird Zufallsstrom hergestellt. Weht der Wind, wissen wir nicht mehr wohin mit dem Strom und müssen ihn aufgrund der Netzstabilität ins Ausland gegen nicht geringe Zahlungen abgeben. Weht kein Wind, helfen auch keine weiteren 1000 Windräder, welchen zu erzeugen. Der Versuch, uns Sand in die Augen zu streuen und die Energiewende als etwas "Gutes" darzustellen, erinnert mich sehr an die Propagandamaschinerie vergangener Zeiten. Es geht um "installierter" Leistung und die Summe des erzeugten Stroms. Die installierte Leistung sagt aber nur, was eine Anlage leisten KÖNNTE, wenn sie 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr bei Maximalleistung produzieren könnte. Das schaffen noch nicht einmal die Off-Shore-Anlagen in der Nordsee. Brandenburger Anlagen liefern durchschnittlich 20% der installierten Leistung und das auch nur, weil jedes Quentchen Energie abgenommen werden muss, ob es zu diesem Zeitpunkt benötigt wird oder nicht (Exkurs: möchte man rein rechnerisch 100% Energie aus Windkraft gewinnen, müsste die Anzahl der Anlagen vervierfacht werden - aber selbst das würde nicht klappen). Aus diesem Grund wird auch die Braunkohleverstromung vorangetrieben. Diese laufen dazu noch im Stop-and-Go-Betrieb und verbrauchen so mehr Kohle und stoßen mehr Abgase aus als im Vollastbetrieb. Jedes Windrad erhöht so den Braunkohleverbrauch und damit die Folgen für die Natur. Während hierzulande Kernkraftwerke in Zukunft abgeschaltet werden sollen, werden Stromtrassen zu ausländischen Kernkraftwerken gelegt. Die Bundesregierung begründet den Import von Atomstrom mit "der Sicherung der deutschen Energiewende". Geht es noch perfider? Aber auch Biogas/masseanlage tragen immer bizarrere Züge: weil das Ackerland in Deutschland nicht mehr ausreicht, werden immer mehr Moore trocken gelegt oder Brachen in Ackerland umgewandelt. Doch auch das reicht nicht. (Genmanipulierte) Energiepflanzen werden in Südamerika angebaut und anschließend über den halben Globus transportiert. Dafür wird Regenwald abgeholzt um Ackerland zu schaffen. Bereits beim Anbau von Energiepflanzen in Deutschland wird mehr Energie verbraucht als gewonnen. Wie sieht es dann erst aus, wenn die Pflanzen mehrere tausend Kilometer zurücklegen müssen? Die effektiven Gaskraftwerke werden nach und nach vom Markt verdrängt, weil sie sich als Back-Up-Kraftwerke nicht rentieren. Mein Fazit ist noch vernichtender als das der EFI: Die Energiewende hat nicht nur ihre Ziele verfehlt, sie zerstört auch noch die Umwelt weltweit und produziert tonnenweise Sondermüll, verhindert Innovationen und gefährdet die Wirtschaft. Die Atomstromproduktion wird kurzer Hand ins benachbarte Ausland verlagert mit allen seinen Risiken. "Effizienz" und "sparen" wurden aus dem Wortschatz gestrichen. Wer sich gegen diesen Irrsinn wert, wird diffamiert und als Nimby (not in my backyard) oder Atomstrombefürworter an den Pranger gestellt. Mit dem Thema CO2 wurde ein künstliches Feindbild geschaffen. Es gibt keinen Nachweis darüber, dass CO2 die Erdtemperatur erwärmt. Doch selbst wenn man das annimmt: nur 4% der gesamten CO2-Emissionen sind durch Menschen / Industrie verursacht (1/50stel wird davon Deutschland zugerechnet). 94% sind natürlichen Ursprungs wie vulkanische Aktivitäten. Der Anteil in der Luft beträgt 0,04% und ist für das Wachstum unserer Pflanzen mitverantwortlich. Jeder darf jetzt selber rechnen, welche Auswirkungen es hat, wenn Deutschland seinen CO2-Ausstoß halbiert. Richtig, der Anteil in der Atmosphäre reduziert sich um 0,000032 %-Punkte. Soll dafür unsere Natur zerstört werden? Allen, denen die Umwelt nicht egal ist, empfehle ich www.vernunftkraft.de

ROBIN WOOD 13.03.2014 - 19:45:58

Widerstand JETZT !

Wenn die Kassen klamm sind, werden Bürgerwille, Natur-, Landschafts- und Tierschutz, ja sogar Gerichtsurteile gleichsam mit Windkraft-Propellern geschreddert! Welches Recht und Gesetz erlaubt eigentlich den Übergriff des einen Bundeslandes in Recht und Gesetz eines anderen? Stadtgüterverwaltung der Stadt Berlin hin und her, der besondere Inselstatus des Landes Berlin (eines Landes in einem anderen Bundesland) ist ebenfalls irrelevant, wenn bereits in einem Urteil des Landes Brandenburg, die sog. „Energieparkanlage“ Wansdorf in einem ausgewiesenen Schutzgebiet abgelehnt wurde. Es bedarf wohl eines gewaltigen frischen Windes, der die Gehirne verschiedener sesselpupsender, geldgieriger Lobbyisten durchpustet, um wieder Sinn und Verstand in diese Angelegenheit zu bringen, damit nicht künftig in dieser Einflugschneiße zahlreicher Zugvogelarten die Landschaft künftig gepflastert wird mit den Leichen Windkraft-geschredderter Vögel und Fledermäuse. Was der Natur schadet, kann nie dem Menschen nützen, das haben die Erfahrungen der Vergangenheit gezeigt. Demokratie ist auf einem verlorenen Posten, wenn Gewinnsucht den klaren Blick und den wachen Verstand vernebelt, denn „die Demokratie setzt die Vernunft im Volke voraus, die sie erst hervorbringen soll“ (Karl Jaspers). Sind die Bürger Brandenburgs und Schönwaldes so vernünftig, dass sie demokratisch zu denken und zu leben verstehen, ohne parteipolitische Sachzwänge?

Grüne Welle 13.03.2014 - 18:41:53

Was für eine Idiotie

Da ist dieser Herr Hecktor doch wirklich der Meinung, was bereits vorbelastet ist kann weiter geschädigt werden? Was für ein Irrsinn. Es geht hier um ein Landschaftsschutzgebiet. Nicht umsonst sind die Kraniche aus Nauen und Umgebung in unsere Gebiete ausgewichen. Die Fledermäuse fallen diesen Monstern von Windrädern reihenweise zum Opfer. Aber es gibt ja viele Möglichkeiten sich dagegen zu wehren. Ich wäre an seiner Stelle vorsichtig. Ich sag nur Online Petition. Und wenn dem Herrn dann an die Zehntausende von Mails beim Frühstück am PC ins Postfach flattern, kann ich nur sagen: guten Appetit! Und viele Grüße.

H. Lohse 11.03.2014 - 05:54:48

Vielen Dank

an den Bürgermeister, der die Windkraft in unsere Gemeinde holen wollte und den Stadtgütern (hoffentlich falsche) Hoffnungen machte. Das ist doch schon verwunderlich, dass der Bürgermeister ausgerechnet die Gebiete als geeignet ausweisen wollten die vor allem. den Stadtgütern (und einem Mitglied der Gemeindevertretung) gehören. Wir Bürger mussten und müssen nun schon wieder nicht nur unsere Zeit sondern auch unser Geld opfern, um unser Hab und Gut und unsere schöne Natur zu erhalten. Es hört nicht auf und alles haben wir EINEM Mann zu verdanken, der nicht bereit ist, die Verantwortung dafür zu tragen. Wo steckt er? Weder in diesem noch in dem letzten Bericht der Stadtgüter stellt er sich an die Spitze der kämpfenden Bürger und versucht wenigstens, dem Alptraum ein Ende zu bereiten. Was den Bürgern bisher mit viel Anstrengung und Geld gelungen ist, dürfte ihm doch ein Leichtes sein.

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