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Johannes Müller legt den Ball beiseite

Kein Ball mehr in der Hand: Diese Aufnahme des Neuruppiners entstand unmittelbar vor der verletzungsbedingten Auswechslung von Johannes Müller (im Wurf) im Spiel gegen Usedom.
Kein Ball mehr in der Hand: Diese Aufnahme des Neuruppiners entstand unmittelbar vor der verletzungsbedingten Auswechslung von Johannes Müller (im Wurf) im Spiel gegen Usedom. © Foto: MZV
Matthias Haack / 12.03.2014, 22:49 Uhr
Neuruppin (MZV) "Die Entscheidung ist wirklich nicht leicht gefallen. 14 Jahre Handball kann man ja nicht einfach so beiseite schieben", lässt Johannes Müller einen kurzen Moment lang einen Blick in sein derzeit aufgewühltes Gefühlsleben erkennen, bevor er traurig verkündet: "Das war's gewesen. Ich höre mit dem Handball auf."

Dass die Entscheidung nicht ganz freiwillig gefallen ist, zeigen der traurige Tonfall seiner Stimme und der nicht ganz runde Gang des 27-Jährigen. "Das vordere Kreuzband und das Außenband sind angerissen, der Meniskus gerissen", lautete die niederschmetternde Diagnose seines Arztes vor rund zwei Wochen. Seitdem arbeitete es in dem Berliner. "Ich war immer wieder hin- und hergerissen. Mal wollte ich weitermachen, mal aufhören." Doch letztlich gab die medizinische Vorgeschichte Müllers den Ausschlag für das Ende seiner Karriere. "2005 habe ich mir in meiner Stralsunder Zeit rechts das Kreuzband mitsamt Außenband und Meniskus gerissen, 2007 dann bei Brandenburg-West das Kreuzband und das Innenband im linken Knie. Damals habe ich mir geschworen, dass ich aufhöre, sollte ich noch einmal so eine schwere Knieverletzung haben."

Die trat nun ein und Johannes Müller löste sein Versprechen ein - wenn auch schweren Herzens. "So die Laufbahn abzuschließen, ist nicht einfach. Und in der schwierigen, in der der HCN jetzt steckt, erst recht. Dazu liegt mir der Verein, die Mannschaft, der Anhang zu doll am Herzen", so Müller. "Und wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, vor dem Saisonende wieder fit zu sein, hätte ich mich wahrscheinlich auch anders entschieden." Doch der Heilungsverlauf dauere länger, wie ihm sein Arzt erklärte. Und weil er ihm auch noch die Worte "Ich an Ihrer Stelle würde mit dem Handball aufhören" mit auf den Weg gab, waren die letzten Zweifel aufgelöst. "Dabei wollte ich in den nächsten zwei, drei Jahren noch mal mit dem HCN angreifen, ihn sukzessiv wieder nach vorn bringen."

Das bleibt dem ehemaligen Erstliga-Akteur des Stralsunder HV und gebürtigen Berliner nun verwehrt. "Ich werde dennoch bis Saisonende so dicht wie möglich bei der Mannschaft sein, sie moralisch unterstützen." Bei Heimspielen will Johannes Müller sein Team zum Klassenerhalt anfeuern, beim Final Four (die letzte Station im Pokalwettbewerb des Landesverbandes) von außen das Beste geben. Zu Hause in Berlin indes will er versuchen, mit dem Thema Handball abzuschließen. Kein einfacher Prozess. "Natürlich sitze ich oft zu Hause und lasse meine Karriere noch mal Revue passieren - von der Sportschule bis zur ersten Liga, von Loitz bis Neuruppin." Dem Sport ganz Adieu sagen aber will er trotz der Verletzung nicht. "Ich bin oft in meiner Freizeit auf dem Basketball-Court gewesen. Das will ich auch weiterhin - allerdings weit weg vom Wettkampf." Und weit weg vom geliebten Handball.

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