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Hitzige Debatte in Germendorf

Nicht jeder folgt seinen Argumenten: Axel Heidkamp (stehend) bei seiner Bürgerversammlung zur Verkehrsberuhigung.
Nicht jeder folgt seinen Argumenten: Axel Heidkamp (stehend) bei seiner Bürgerversammlung zur Verkehrsberuhigung. © Foto: Maike Hansen
Maike Hansen / 13.03.2014, 01:00 Uhr
Germendorf (MZV) "Ich möchte wissen, wer Sie sind, was Sie tun und was Sie wünschen", unterbricht Kristina Trubig die Versammlung von Axel Heidkamp im Lokal "Zum Fröhlichen Landmann" schon nach wenigen Minuten. Am Montagabend stellt der Germendorfer dort eine Umfrage aus dem Wohnanger vor. 57 Haushalte haben sich daran beteiligt. Viele Bürger in der Siedlung sind unzufrieden mit den dort vor einem Jahr getroffenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Heidkamp sieht sich als Sprachrohr der Kritiker. 120 Germendorfer hat er zu seiner Bürgerversammlung eingeladen, ungefähr 40 sind gekommen, aber nur wenige aus dem Wohnanger selbst, wie Ortsvorsteher Olaf Bendin (SPD) feststellt.

Schon zu Beginn der Veranstaltung erhitzen sich die Gemüter. "Die Mehrheit der Teilnehmer erklärt in der Umfrage ihre Unzufriedenheit über die trapezförmigen Straßenschwellen", berichtet Heidkamp. Die Anwohner würden ihre Autos daran kaputt fahren. Guido Wolf sieht das anders. Der Anlieger der Straße "Am Anger" hatte sich vor einigen Jahren an den Ortsbeirat gewandt, um Schwellen zur Verkehrsberuhigung installieren zu lassen. "Es geht schließlich um die Sicherheit unserer Kinder", bekräftigt Wolf nun im "Märkischen Landmann". Damals habe der Ortsbeirat mit den Anwohnern über die Beschaffenheit der Schwellen gesprochen. Eine Anwohnerin der Siedlung widerspricht: "Mit mir hat niemand gesprochen." Als Alternativen schlägt Heidkamp halbrunde Schwellen und Geschwindigkeitskontrollen vor. Die Vorschläge lehnt Ortsvorsteher Bendin bei der Versammlung ab. "Radarkontrollen sind beim Messen auf dieser Distanz unzulässig. Halbrunde Schwellen können in einer verkehrsberuhigten Zone nicht eingebaut werden. Sie dürfen nur in der 30er-Zone verwendet werden."

Weitere Probleme der Anwohner der Angersiedlung sind laut Heidkamp die Einfahrt in die Annahofer Straße und die Verdeutlichung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde in Form einer großen Fahrbahnmarkierung am Ortseingangsschild in Höhe des OVG-Betriebshofes. "Die Annahofer Straße kann nicht als Sackgasse ausgeschildert werden, weil sie keine ist", verdeutlicht Olaf Bendin. Ein größeres Hinweisschild auf die Siedlung sei jedoch im Gespräch mit dem Straßenverkehrsamt. Dem Vorschlag Heidkamps, am OVG-Hof das Tempolimit auf die Straße zu malen, folgt die Versammlung nicht. "Ab dem Ortseingangsschild muss Tempo 50 gefahren werden, das weiß jeder", bemerkt ein Gast.

Heidkamp bekommt im "Märkischen Landmann" zwar einigen Gegenwind zu spüren, von seinen Änderungswünschen für die Verkehrsführung im Ort rückt er aber nicht ab. Seine Kritik und Umfrageergebnisse will er nun im Ortsbeirat, im Oranienburger Stadtparlament und im Kreistag vortragen.

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