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Eine Maus auf Neil Armstrongs Spuren

Amüsant beim Erzählen und Lesen: Robert Skuppin (links) und Volker Wieprecht signieren ihre Bücher. Foto: Roland Becker
Amüsant beim Erzählen und Lesen: Robert Skuppin (links) und Volker Wieprecht signieren ihre Bücher. Foto: Roland Becker © Foto: MZV
Anna Fastabend / 14.03.2014, 21:00 Uhr
Hennigsdorf (MZV) "Heute machen wir mal in Kultur", sagt ein Gast zu seinem Freund, bevor Radiomoderator Volker Wieprecht und Chefredakteur Robert Skuppin von Radio Eins aus ihrem Buch "Das erste Mal Küssen, Fliegen, Siegen und andere Debüts" zu lesen beginnen - Donnerstagabend im Stadtklubhaus.

Mit einem Luftsprung betritt Wieprecht die Bühne. Das Stadtklubhaus ist fast ausverkauft, die Stimmung bestens. Wieprecht und Skuppin sind leger gekleidet, sie tragen Sakkos und Jeans. Bereits seit 25 Jahren befreundet, haben sie unter anderem bei Radio Fritz und Radio Eins nicht nur zusammen, sondern "stets auch gegeneinander" gearbeitet - wie Skuppin betont. "Bei uns ist es wie mit der Krim", erklärt Wieprecht ihre Beziehung. Auf Aktion folge Reaktion, bis die Situation eskaliert.

Das Buch, das von den Dingen erzählt, die zum ersten Mal im Leben geschehen, ist bereits ihr drittes gemeinsames. "Wer hat's denn gelesen?", fragt Skuppin. Niemand meldet sich. "Durch den Intellektuellentest sind sie durchgefallen", schlussfolgert Wieprecht, "ich glaube, wir müssen bloß Fotos zeigen." Das Publikum ist längst im Dauerkicher-Modus.

Da in Hennigsdorf auch niemand zu der Frage, wer denn heute schon Sex hatte, den Finger hebt, will das Männerduo die pornografischen Geschichten weglassen. Stattdessen lesen Wieprecht und Skuppin von anderen spektakulären Ereignissen. Das reicht von der nächtlichen Hausdurchsuchung bis zu einer Reise ins kriminelle Milieu Venezuelas - Situationen, die nicht unbedingt erlebt werden wollen. Manchmal geht es bei den beiden aber auch so normal zu, wie es jeder in den Zuschauerreihen aus seinem eigenen chaotischen Alltag kennt. Dann geht's ums erste eigene Haustier oder die Flugangst.

Makaber wird es, als Skuppin über seine beiden japanischen Tanzmäuse plaudert. Weil ein Wattefaden einem der Tierchen ein Bein abgeschnürt hatte, wurde der kleine Robert kurzerhand zum Chirurgen, er schnitt das Körperteil mit der Nagelschere ab. "Die Frau, die sich gerade 20 Sekunden die Ohren zugehalten hat, bekommt 20 Cent vom Eintritt zurück", beschließt Wieprecht daraufhin großzügig. Doch Skuppin hat noch mehr zu bieten. Mit einem Freund heckte er den Plan aus, eine Maus per Feuerwerksrakete zum Mond zu schießen. Nach dem Motto "Ein großer Schritt für die Mausheit" tauften die Jungen sie Armstrong. Den folgenden Absturz überlebte sie nicht. Später wird Besucherin Anja Barthel-Kuhl berichten, dass sie dabei an ihre Kindheit dachte: "Meerschweinchen, Kaninchen, Katze - wir haben sie unter den Johannisbeersträuchern begraben, die waren dadurch immer gut gedüngt."

"Fasching, das klingt wie Faschismus", wendet sich Wieprecht seinem nächsten Thema zu. Wie der Moderator, so haben auch die Zuhörerinnen Antje Wiedmayer und Aline Eibisch im Kindergarten das gleiche Kostümtrauma durchlebt. Alle drei mussten damals als Fliegenpilze gehen. Die Mütter hatten das beengende Kostüm selbst genäht. "Wir durften nicht mal den Hut absetzen", so die Schwestern. Bei seiner letzten Kostümparty ging Wieprecht als Astronaut à la Armstrong. Seine Moonboots und die aus einem Staubsauger gebastelte Luftzufuhr sorgte für Befremden. "Freunde hatte ich an diesem Abend keine mehr", erzählt er. Die aber haben er und seine Moderatoren-Kollege nun en masse gewonnen.

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