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Für schutzwürdig befunden

Margrit Höfer / 14.01.2010, 06:13 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf Noch in diesem Monat sollen auf dem evangelischen Friedhof in Fredersdorf-Süd das Bohmsche Grabdenkmal und die Friedhofskapelle unter Denkmalschutz gestellt werden. Fördermittel, um beide Bauten zu sanieren, gibt es allerdings nicht.

Wer den evangelischen Friedhof in Fredersdorf-Süd betritt, passiert im Grunde zwei Alleen. Die Erste führt auf das imposante Grabdenkmal der Fabrikantenfamilie Bohm zu, die Zweite, die dahinter beginnt, auf die Friedhofskapelle. Diese ist um die 100 Jahre alt und hat ein faszinierendes Inneres. In spitzem Bogen verjüngen sich die Dachsprossen nach oben. Ob der grünliche Anstrich tatsächlich die Originalfarbe ist, weiß zurzeit niemand zu sagen. Das Äußere besteht aus Klinkern, unweit entfernt befindet sich ein Grabdenkmal - als Pendant gestaltet.

Ingetraud Senst von der Denkmalschutz-Fachbehörde mit Sitz in Wünsdorf war in vergangener Zeit öfter auf dem Friedhof. "Noch in diesem Monat werden wir die Kapelle und das Grabdenkmal unter Schutz stellen", kündigt sie an. Denn beide hätten eine zentrale Bedeutung für den Friedhof, für die Gemeinde.

Doch Fördermittel zum Erhalt der beiden Bauten gibt es nicht. Und genau dies bedauert Pfarrer Rainer Berkholz sehr. "Für uns erwächst aus der Unterschutzstellung ein Verpflichtungscharakter des Erhaltens. Doch wir müssen unterscheiden. Die Kapelle ist ein oft genutzter Raum, den wir brauchen. Das Grabdenkmal hat eher für den Ort eine historische Bedeutung", sagt er.

Rote Zahlen schreibe der Friedhof jedes Jahr und sei eigentlich nur aus der Historie heraus ein kirchlicher, aber nicht eigentlicher Kernschwerpunkt der Arbeit der Kirchengemeinde. "Der Friedhof ist für uns eher eine Last. Wir würden es gern sehen, wenn er durch die Gemeinde übernommen wird", sagt er ganz klar. Und hofft wie der Gemeindevertreter Klaus Häcker (W.I.R.) auf Sponsoren, die für den Erhalt von Kapelle und Grabdenkmal spenden oder handwerklich aktiv werden. Berkholz ist bereit, Spenden dafür zu verwalten. Eine ähnliche bitte, die Häcker an den Heimatverein gerichtet hat, ist nach seiner Aussage bisher unbeantwortet geblieben. Und Ingetraud Senst gibt all denen, die sich für den Erhalt und die Sanierung stark machen wollen, den Tipp, sich mal in den Nachbargemeinden umzuschauen, wie es dort gelingt, Sponsoren zu finden. Als Vorzeigebeispiel nennt sie da unter anderen Petershagen-Eggersdorf. Rund um den Anger gebe es mittlerweile mehrere Vereine, die sich einbringen und zusammenarbeiten.

Klaus Häcker, der sich vor allem für das Grabdenkmal einsetzt und immer wieder an die Bedeutung der Fabrikanten-Familie für den Ort erinnern möchte, ist bei seinem Onkel Günther Schmidt fündig geworden. Der 88-Jährige hat in seinen Unterlagen, die er nach dem Krieg gesichert hat, Bilder einer Messe gefunden, bei der auch die Firma C. G. Bohm ausstellte.

Wer für den Erhalt der beiden Bauten spenden möchte, kann dies tun: Evangelische Darlehensgenossenschaft, Konto: 160440, BLZ 100 602 37, Kennziffer 66/ Spende für Grabdenkmal und/oder Kapelle. Die Kennziffer ist für die Zuordnung wichtig.

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