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Biesenthals Bauausschuss empfiehlt, auf Erdaushub zu verzichten / Sorge um zu hohe Kosten und Statik

Boden der Burgruine bleibt verborgen

Burgruine auf dem Biesenthaler Schlossberg: Es wird angenommen, dass es nicht die Fundamente, sondern die Mauern eines einst repräsentativen Raums sind. Links ist ein Teil des eingerüsteten Schlossbergturms zu sehen.
Burgruine auf dem Biesenthaler Schlossberg: Es wird angenommen, dass es nicht die Fundamente, sondern die Mauern eines einst repräsentativen Raums sind. Links ist ein Teil des eingerüsteten Schlossbergturms zu sehen. © Foto: Wolfgang Rakitin
Brigitte Horn / 20.03.2014, 06:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) Gegen die Freilegung des Bodens der Burgruine auf dem Biesenthaler Schlossberg hat sich der Bauausschuss ausgesprochen. Damit wird ein spannender Blick in die Vergangenheit Biesenthals vorläufig versperrt bleiben. Außerdem wurde über den Fortgang der Arbeiten zur touristischen Erschließung des Areals informiert.

Bei den Arbeiten zur Freilegung der Mauern der ziemlich zugewachsenen Burgruine im vorigen Jahr waren auch Münzen aus der Zeit um 1400 gefunden worden. Dadurch entstand die Idee, tiefer zu graben, um möglicherweise auf einen gepflasterten Fußboden der Burgruine zu stoßen und einen neuen räumlichen Eindruck von dem Gemäuer aus der Zeit der Eroberung der Region durch die Askanier zu erhalten.

Am 30. November 2013 hat sich das Gros der Biesenthaler Stadtverordneten an der Ruine getroffen, um zu beraten, was mit welchem Kosten gemacht werden könnte. Im Ergebnis der Besichtigung sprachen sich die Stadtverordneten dafür aus, für geschätzte knapp 20 000 Euro mit Hilfe eines Förderbandes die etwa 80 Zentimeter starke Erdschicht abzutragen. Doch getan hat sich bisher noch nichts.

Gründe offenbarte Jens Heidebrunn von der Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim am Mittwochabend in der Sitzung des Biesenthaler Bauausschusses. Zuerst verwies er auf die von der Denkmalpflege geforderte Dokumentationspflicht. Das heißt, dass die abzutragende Erde auf archäologische Funde kontrolliert werden muss. Das aber treibe die Kosten in die Höhe. Unter 60 000 Euro sei der Aushub nicht zu machen. Es könnte aber auch noch teurer werden.

Der zweite kritische Punkt ist die Standsicherheit. Die Burgruine befindet sich nur zwei bis drei Meter vom Schlossbergturm entfernt. Der wiederum hat bereits seit längerer Zeit in seinen Grundmauern einen Riss, der bei einer Besichtigung des Geländes nicht zu übersehen ist. Sorge besteht auch im Hinblick auf die Standfestigkeit der Burgruinenwände. "Statiker warnen auf jeden Fall vor Veränderungen", informierte Heidebrunn. Die statischen Verhältnisse auf dem Schlossberg seien nicht genau einzuschätzen. Bauausschussmitglied Anne Schulz sprach sich angesichts dieser Fakten dafür aus, dass am Turm eine Baugrunduntersuchung gemacht werden sollte. Uwe Bruchmann und Jörg Weprajetzki aus dem Bausschuss gingen noch weiter und empfahlen, den Boden in der Burgruine nicht anzufassen. Bein einer Stimmenthaltung sprachen sich alle Bauausschussmitglieder für diese Empfehlung aus.

Neben dieser speziellen Thematik informierte Heidebrunn den Ausschuss über den Stand der Arbeiten zur touristischen Erschließung des Schlossberg. Derzeit sei man dabei, das Dach des Schlossbergturms zu decken und an der Fassade zu arbeiten. Weil die bisherige Turmspitze nicht mehr verwendbar sei, sprach sich der Bauausssschuss für das Aufbringen einer nahezu ein Meter hohen Turmspitze mit Wetterhahn und einer Kugel aus. Etwa Mitte April könne der Turm abgerüstet werden, teilte Heidebrunn mit.

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