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Storchennester bekommen Regenwasserabfluss

Neue Storchennester mit Regenwasserabfluss sollen die Linumer Jungstörche künftig vor dem Ertrinken schützen.
Neue Storchennester mit Regenwasserabfluss sollen die Linumer Jungstörche künftig vor dem Ertrinken schützen. © Foto: dpa
23.03.2014, 10:58 Uhr
Linum (DPA) 2013 war ein schlechtes Storchenjahr: Viele Jungvögel erfroren oder ertranken sogar, weil sich Wasser in den Nestern sammelte. Der NABU will das nun ändern.

Eine perforierte Holzpalette unterm Nest soll den Linumer Jungstörchen künftig das Leben retten: Durch sie kann das Regenwasser abfließen, das sich in den Nestern sammelt und vor allem 2013 viele Jungvögel das Leben kostete. "Im vergangenen Jahr sind wegen der schlechten Witterung und der nassen Nester nur neun junge Störche durchgekommen", berichtete NABU-Geschäftsführerin Anja Sorges in Berlin. Weil die Störche immer mehr Plastik in ihren Nestern verbauen und diese dadurch abdichten, seien die Jungtiere im sich ansammelnden Wasser nicht nur ausgekühlt, sondern teils auch qualvoll ertrunken.

In dem kleinen Dorf Linum im Rhinluch gibt es rund 20 Storchennester auf Dächern und Kirchturm. "Wir hoffen, dass in diesem Jahr wenigstens zwei Drittel davon wieder bezogen werden", sagte Sorges. Dazu werden neben Helfern noch Sponsoren gesucht, um eine Hebebühne für die Renovierungsaktion zu finanzieren. "Mit verhältnismäßig einfachen Mitteln können wir für die Storchenhorste Regenwasserabflüsse einbauen und hätten gleichzeitig die Möglichkeit, den bislang angesammelten Dreck aus Plastiktüten und Bindegarn aus den Horsten zu entfernen", erläutert Marion Szindlowski von der NABU-Storchenschmiede das Vorhaben.

Die Technik ist bereits seit 2008 in Schleswig-Holstein bewährt. "Eine solche Neukonstruktion hält gut 15 bis 20 Jahre", sagte Sorges. Das sind gute Aussichten für die Störche, die sehr ortstreu sind und oft viele Jahre mit ihrem Partner in den gleichen Horst zurückkehren. In den vergangenen Jahren hatten jedoch späte Kälteeinbrüche und auch Starkregen viele Probleme gemacht, so dass längst nicht alle jungen Weißstörche überlebten. "Die Eltern sind robuster und haben einen weiteren Aktionsradius, um Futter zu suchen. Nicht immer schaffen sie es aber dann, auch ihren Nachwuchs ausreichend zu versorgen", sagte Sorges. Die ersten Afrika-Reisenden seien bereits zurückgekehrt. Zumindest ein Teil der Horste könne deshalb erst nach der Brutzeit renoviert werden - für nächstes Jahr.

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